Airbus A350-900 (Foto: Mario Caruana / MAviO News).
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Fiji Airways: Kreditrückzahlungen an nationale Pensionsfonds nach starker finanzieller Wende

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Die staatliche Fluggesellschaft Fiji Airways steht unter verstärkter Beobachtung eines parlamentarischen Gremiums, nachdem das Unternehmen im Jahr 2023 eine beeindruckende finanzielle Erholung verzeichnen konnte.

Der ständige parlamentarische Ausschuss für soziale Angelegenheiten forderte die Fluggesellschaft nachdrücklich auf, unverzüglich mit der Rückzahlung ihrer bedeutenden Darlehen an den nationalen Pensionsfonds, den Fiji National Provident Fund (FNPF), und die Fiji Development Bank (FDB) zu beginnen. Diese Forderung basiert auf dem starken operativen Gewinn und den Rekordeinnahmen, die Fiji Airways im vergangenen Jahr erzielt hat. Der Ausschuss betont, dass das während der Covid-19-Pandemie gewährte Schuldenmoratorium nicht länger gerechtfertigt sei und die Wiederaufnahme der Rückzahlungen im besten Interesse der Mitglieder des Pensionsfonds liege.

Der finanzielle Aufschwung von Fiji Airways

Der Jahresbericht von Fiji Airways für 2023 offenbarte eine tiefgreifende finanzielle Wende. Nachdem die Fluggesellschaft im Jahr 2022 noch einen Verlust von 175 Millionen Fidschi-Dollar (rund 76,8 Millionen US-Dollar) verzeichnet hatte, konnte sie im Folgejahr einen operativen Gewinn von 113,2 Millionen Fidschi-Dollar (etwa 49,7 Millionen US-Dollar) verbuchen. Begleitet wurde dieser Gewinnsprung von Rekordeinnahmen in Höhe von 1,8 Milliarden Fidschi-Dollar (etwa 790,2 Millionen US-Dollar).

Diese signifikante Verbesserung der Geschäftszahlen, die auf die rasche Wiederbelebung des internationalen Reiseverkehrs nach den pandemiebedingten Beschränkungen zurückzuführen ist, stellt die Ausgangslage für die aktuellen Forderungen des Parlamentsausschusses dar. Die Fluggesellschaft, die eine zentrale Rolle im Tourismussektor Fidschis spielt, konnte sich offensichtlich schneller erholen als erwartet.

Forderung zur Wiederaufnahme der Tilgungen

Das parlamentarische Gremium stellte fest, dass die finanzielle Stabilität der Fluggesellschaft nun die Wiederaufnahme der vertraglich vereinbarten Kreditrückzahlungen zulasse. In einer offiziellen Mitteilung hieß es: „Fiji Airways muss nun gemäß den vereinbarten Bedingungen mit der Rückzahlung ihrer Kredite an den FNPF und die FDB beginnen.“ Der Ausschuss betonte, dass, obwohl das während der Pandemie gewährte Moratorium notwendig war, die derzeitige starke Finanzlage der Fluggesellschaft es nun erlaube, die Tilgungen wieder aufzunehmen.

Ein zentraler Kritikpunkt des Ausschusses war, dass Fiji Airways trotz der Rückkehr in die Gewinnzone im Jahr 2023 keine signifikanten Rückzahlungen an den FNPF geleistet habe. Per 31. Juli 2025 beliefen sich die ausstehenden Darlehen der Fluggesellschaft auf insgesamt 678 Millionen Fidschi-Dollar (etwa 297,6 Millionen US-Dollar).

Demgegenüber standen frühere Erklärungen der Fluglinienführung. Im September berichteten Führungskräfte von Fiji Airways, einschließlich des früheren CEO Andre Viljoen, dem gleichen Ausschuss, dass die Rückzahlungen für die besicherten Darlehen nach dem Ende eines dreijährigen Kapitalmoratoriums begonnen hätten. Viljoen hatte seinerzeit versichert, dass der FNPF mit der Schuldensituation „sehr zufrieden“ sei, da die Darlehen durch Flugzeuge und andere Vermögenswerte „hochgradig besichert“ seien. Berichte aus dem September 2025 zeigten auf, dass sowohl die Fluggesellschaft als auch der FNPF die Ansicht vertraten, die Darlehensverbindlichkeiten würden ordnungsgemäß bedient und es gäbe keinen Verzug. Dennoch bekräftigte der Ausschuss seine Position, dass angesichts des Rekordergebnisses von 2023 rasche und substanzielle Rückzahlungen erfolgen sollten.

Für den FNPF, den wichtigsten Altersvorsorgefonds des Landes, ist die Rückzahlung dieser Kredite von entscheidender Bedeutung, da die Gelder die Altersguthaben der fidschianischen Bevölkerung darstellen. Die Investitionen des FNPF in nationale strategische Vermögenswerte, zu denen Fiji Airways gehört, sollen langfristig Erträge für seine Mitglieder generieren.

Kontroverse um Charterflug nach Israel

Zusätzlich zu den Darlehensrückzahlungen warf der Ausschuss ein weiteres Anliegen auf, das die Kostendeckung eines speziellen Charterfluges nach Israel im September 2023 betrifft. Dieser Flug, der im Vorfeld des Angriffs der Hamas auf Israel stattfand und anschließend zur Repatriierung von Passagieren diente, ist Gegenstand eines Rechtsstreits wegen unbezahlter Gebühren.

Fiji Airways hat rechtliche Schritte eingeleitet, um die Kosten in Höhe von über 3,16 Millionen Fidschi-Dollar (etwa 1,38 Millionen US-Dollar) für diesen Flug von dem Kunden, der die Chartervereinbarung getroffen hatte, zurückzuerlangen. Die Fluggesellschaft verklagt das Unternehmen WABS Pacific Pte Ltd, das als Vermittler zwischen Fiji Airways und den religiösen Organisationen agierte, die die Reise für über 170 Passagiere zum Laubhüttenfest in Jerusalem organisierten. Der Streit eskalierte, als die Charterer angeblich die Kontrolle über den Rückflug verloren und die Zahlung der ausstehenden Gebühren verweigerten. Der Ausschuss forderte die Fluggesellschaft auf, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die mit diesem Flug verbundenen Kosten schnellstmöglich einzutreiben.

Der Rechtsstreit, der sich vor dem Obersten Gerichtshof Fidschis abspielt, wirft Fragen bezüglich der kommerziellen Abwicklung und des Risikomanagements von Sondercharterflügen in politisch sensiblen Regionen auf.

Wandel in der Führungsebene

Der Hintergrund dieser Debatten ist auch durch einen bevorstehenden Wechsel an der Spitze von Fiji Airways gekennzeichnet. Andre Viljoen, der die Fluggesellschaft durch die herausfordernden Jahre der Pandemie geführt und maßgeblich an der Erzielung des Rekordergebnisses von 2023 beteiligt war, kündigte seinen Rücktritt für Oktober 2025 an. Viljoen kehrt zu seiner früheren Position als CEO von Air Mauritius zurück, wird jedoch im Anschluss im Verwaltungsrat von Fiji Airways verbleiben.

Unter Viljoens Führung hat Fiji Airways eine umfassende Transformation durchlaufen, die die Flottenerneuerung, die Erweiterung der Streckennetze und die schnelle Wiederaufnahme des Betriebs nach den Lockdowns umfasste, was die Grundlage für die starke finanzielle Erholung bildete. Sein Abgang fällt in eine Zeit, in der das Unternehmen aufgefordert ist, seine finanzielle Verantwortung gegenüber den nationalen Pensionsfonds zu demonstrieren und gleichzeitig die operative Effizienz und Rentabilität aufrechtzuerhalten.

Die Forderungen des parlamentarischen Ausschusses markieren einen Übergang von der Krisenbewältigung und dem operativen Überleben hin zur finanziellen Konsolidierung und der Erfüllung von Verpflichtungen gegenüber den wichtigsten nationalen Finanzinstitutionen. Der Fokus liegt nun darauf, wie Fiji Airways seine neu gewonnene finanzielle Stärke nutzt, um die Schuldenlast zu reduzieren und das Vertrauen in die langfristige Stabilität des Unternehmens zu festigen.

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