Der Flughafenbetreiber Fraport hat seine Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. In den ersten sechs Monaten stieg der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,0 Prozent auf knapp 2,07 Milliarden Euro.
Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 3,8 Prozent auf 582,3 Millionen Euro zu. Dagegen sank der Nettogewinn deutlich um 47,7 Prozent auf 51,6 Millionen Euro. Die Ursachen für diesen Ertragsrückgang liegen vor allem in gestiegenen Zinsaufwendungen und veränderten Abschreibungsregeln nach der Fertigstellung großer Terminalprojekte am Hauptstandort Frankfurt sowie am Flughafen Lima in Peru.
Die verkehrliche Entwicklung zeigte im ersten Halbjahr eine klare Zweiteilung zwischen dem Heimatdrehkreuz und den internationalen Beteiligungen. Am Flughafen Frankfurt verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang der Passagierzahlen um 0,8 Prozent. Dies lag insbesondere an Streikmaßnahmen beim Hauptkunden Lufthansa, durch die rund 700.000 Passagiere betroffen waren, sowie an Kapazitätskürzungen infolge geopolitischer Konflikte im Nahen Osten. Im Gegenzug verzeichneten die von Fraport betriebenen Standorte im Ausland spürbare Zuwächse, darunter Porto Alegre mit einem Plus von 19,2 Prozent, Ljubljana mit 14,7 Prozent sowie die Regionalflughäfen in Griechenland und Bulgarien.
Die Steigerung des Konzernumsatzes resultierte in Frankfurt im Wesentlichen aus Anpassungen der Entgelte für Bodendienstleistungen, Infrastruktur und Flugbetrieb. Im Auslandsgeschäft trugen neben höheren Passagierzahlen auch tarifliche Anpassungen in Lima und Griechenland zum Zuwachs bei. Trotz der Halbierung des Nettogewinns bestätigte der Vorstand seine Prognose für das Gesamtjahr 2026. Das EBITDA soll bis zu 1,5 Milliarden Euro erreichen, während das Passagieraufkommen in Frankfurt mit voraussichtlich 63,2 Millionen Fluggästen etwa auf dem Niveau des Vorjahres verharren dürfte.
Wirtschafts- und Luftfahrtanalysten bewerten die Abhängigkeit vom Standort Frankfurt als zentralen Unsicherheitsfaktor für den Konzern. Die im Branchenvergleich hohe Kostenstruktur an deutschen Verkehrsflughäfen und die anhaltende Konsolidierung im europäischen Flugangebot dämpfen die Erholung des Heimatmarktes im Vergleich zu internationalen Standorten. Das Gesamtergebnis von Fraport wird daher mittelfristig stark von der bilanziellen Konsolidierung der hohen Investitionskosten für neue Terminalbauten abhängen.