Die Flughafen Zürich AG verzeichnete in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2026 eine positive Entwicklung ihrer Ertrags- und Betriebsergebnisse. Das Unternehmen profitierte von einer anhaltend hohen Nachfrage im Passagierverkehr am Schweizer Hauptstandort sowie von wachsenden Ertragsströmen aus den internationalen Beteiligungen.
Die Gesamterträge der Gruppe stiegen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 5 Prozent auf 673,6 Millionen Schweizer Franken. Trotz erhöhter Abschreibungen und gestiegener Finanzierungsaufwendungen, die im Zuge der Inbetriebnahme neuer Infrastrukturprojekte anfielen, verzeichnete das Unternehmen beim Konzernergebnis ein Plus von 1 Prozent auf 163,7 Millionen Schweizer Franken. Die Ergebnisse verdeutlichen die Erholung des Luftverkehrssektors bei gleichzeitig steigenden betrieblichen Kosten.
Verkehrsentwicklung am Standort Zürich und internationales Frachtaufkommen
Das Passagieraufkommen am Flughafen Zürich erreichte in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 einen historischen Höchststand. Insgesamt nutzten 15,79 Millionen Passagiere die Terminalanlagen am Standort Kloten, was einem Zuwachs von 6 Prozent gegenüber der entsprechenden Periode des Vorjahres entspricht. Die Nachfrage gestaltete sich vor allem im Schweizer Lokalmarkt stabil, während geopolitische Spannungen, etwa im Nahen Osten, den Luftverkehr auf einzelnen Routen beeinträchtigten. Im Rahmen des Sommerflugplans 2026 verbinden 67 Fluggesellschaften den Standort Zürich mit 212 Flugzielen weltweit.
In der Frachtsparte spiegelten sich hingegen die allgemeinen wirtschaftlichen Konsolidierungstendenzen wider. Das Frachtvolumen verringerte sich im Berichtszeitraum um 1 Prozent auf insgesamt 217.317 Tonnen. Als primäre Ursache für diesen Rückgang erweisen sich gesunkene Importmengen im Schweizer Außenhandel.
Ertragsentwicklung im Aviation- und Non-Aviation-Segment
Die operative Geschäftstätigkeit der Flughafen Zürich AG unterteilt sich traditionell in das regulierte Fluggeschäft sowie in nicht-aviatische Geschäftsfelder. Die Erträge aus dem Bereich Aviation erhöhten sich im ersten Halbjahr 2026 um 5 Prozent auf 345,2 Millionen Schweizer Franken. Haupttreiber dieser Entwicklung war das gestiegene Passagiervolumen, das die Erträge aus den Passagier- und Landegebühren positiv beeinflusste.
Auch der Bereich Non-Aviation legte beim Umsatz um 5 Prozent zu und erreichte ein Volumen von 328,4 Millionen Schweizer Franken. Innerhalb dieses Segments entwickelten sich die Kommerz- und Parkingerträge positiv, die um 2 Prozent auf 134,4 Millionen Schweizer Franken stiegen. Diese Zunahme wurde ungeachtet betrieblicher Einschränkungen erzielt, die durch Umbauarbeiten im Bereich des Airport Shopping entstanden. Höhere Einnahmen in der Gastronomie glichen die baubedingten Ausfälle weitgehend aus. Das Immobiliengeschäft erwies sich mit einem Ertragsplus von 2 Prozent auf 100,5 Millionen Schweizer Franken erneut als ein stabiles Element der Unternehmensrechnung.
Die Betriebskosten der Gesamtgruppe stiegen im Berichtszeitraum um 6 Prozent auf 299,4 Mio. Schweizer Franken. Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 4 Prozent auf 374,2 Millionen Schweizer Franken zu.
Infrastrukturinvestitionen am Hauptstandort und rechtliche Rahmenbedingungen
Im Berichtszeitraum tätigte die Flughafen Zürich AG Gesamtinvestitionen in Sachanlagen und Projekte in Höhe von 268,7 Millionen Schweizer Franken, nachdem im Vorjahreszeitraum 422,9 Millionen Schweizer Franken aufgewendet worden waren. Der Vorjahreswert beinhaltete allerdings den Erwerb des Radisson-Blu-Gebäudes für 155,0 Millionen Schweizer Franken. Auf den Standort Zürich entfielen im ersten Halbjahr 2026 Investitionen von 202,3 Millionen Schweizer Franken.
Zu den zentralen Bauvorhaben vor Ort gehört die landseitige Entwicklung der Passagierbereiche, deren etappenweise Fertigstellung und Eröffnung ab dem Herbst 2027 vorgesehen ist. Zudem schreiten die Planungen für den Ersatzneubau des Dock A inklusive der Erneuerung des Kontrollturms und der sogenannten Dockwurzel voran.
Auf politischer und regulatorischer Ebene wurden Weichenstellungen vorgenommen. Der Zürcher Kantonsrat lehnte die sogenannte Nachtruhe-Initiative ab, womit die bestehenden Betriebszeiten des Flughafens von 06:00 bis 23:30 Uhr auf kantonaler Ebene bestätigt wurden. Ergänzend dazu sprach sich der Schweizer Nationalrat im Zuge der Revision des Luftfahrtgesetzes für eine Absicherung der geltenden Betriebszeiten der Landesflughäfen aus.
Internationales Geschäft und Eröffnung des Flughafens Noida in Indien
Das internationale Engagement der Flughafen Zürich AG zeigte im ersten Halbjahr 2026 ein deutliches Ertragswachstum. Die Erträge aus den ausländischen Konzessionen stiegen um 16 Prozent auf 66,6 Millionen Schweizer Franken. Das Passagieraufkommen an den internationalen Standorten lag insgesamt bei über 7 Millionen Reisenden. Die von der Gruppe betriebenen brasilianischen Flughäfen verzeichneten einen Zuwachs von durchschnittlich 13,8 Prozent beim Passagiervolumen.
Einen Meilenstein im Auslandsgeschäft stellte die Betriebsaufnahme des Noida International Airport in Indien dar, dessen Betrieb am 15. Juni 2026 gestartet wurde. Die Anlage bedient vorerst Inlandspassagiere sowie den Luftfrachtverkehr. Der Hochlauf der Infrastruktur vollzieht sich in einem komplexen Branchenumfeld, das durch weltweite Luftraumsperrungen, schwankende Treibstoffkosten und Kapazitätsanpassungen seitens der Fluggesellschaften geprägt ist. Die zusätzlichen Betriebskosten sowie die Abschreibungen im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme des indischen Flughafens belasteten das kurzfristige Gewinnwachstum des Konzerns.
Ausblick auf die zweite Jahreshälfte 2026 und Anpassung der Gebührenordnung
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 prognostiziert das Management der Flughafen Zürich AG für den Standort Kloten ein Passagieraufkommen von über 33 Millionen Reisenden. Dies würde einem Jahreswachstum von rund 3 Prozent gegenüber dem Jahr 2025 entsprechen.
Mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 tritt am Flughafen Zürich eine neue Gebührenordnung in Kraft, die eine Reduktion der durchschnittlichen Flughafengebühren um rund 10 Prozent vorsieht. Diese Anpassung wird im vierten Quartal 2026 dämpfend auf die Aviation-Erträge wirken. Das Regelwerk beinhaltet zudem erhöhte Lärmgebühren sowie eine Neuordnung der Lärmklassen, um Anreize für den Einsatz leiserer Flugzeugtypen in den Abend- und Nachtstunden zu schaffen. Aufgrund der prognostizierten Passagierzahlen rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr mit weitgehend stabilen Einnahmen im Flugbereich. Für die ausländischen Beteiligungen wird auch für die zweite Jahreshälfte ein fortgesetztes Wachstum erwartet.