Das internationale Flugzeug-Leasingunternehmen Avolon hat über seine hundertprozentige Tochtergesellschaft Avolon Aerospace Leasing Limited ein ungegliedertes Commercial-Paper-Programm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,3 Milliarden Euro) ins Leben gerufen.
Die begebenden kurzfristigen Schuldtitel sind unbesichert und werden von der Muttergesellschaft sowie ausgewählten Tochterunternehmungen garantiert. Nach Unternehmensangaben sollen die durch die Emission erlösten Mittel zur Ergänzung bestehender Kreditlinien dienen und den kurzfristigen Kapitalbedarf im laufenden Geschäftsbetrieb flexibler gestalten.
Die Begebung der kurzfristigen Geldmarktpapiere erfolgt unter Ausnutzung von Registrierungsausnahmen im US-amerikanischen Wertpapierrecht. Das Programm richtet sich an institutionelle Investoren und soll die Finanzierungsstruktur des Leasingkonzerns durch eine breitere Kapitalbasis diversifizieren. Neben der Umschuldung bestehender Verbindlichkeiten können die liquiden Mittel auch für anstehende Flugzeugübernahmen verwendet werden. Ross O’Connor, Finanzvorstand von Avolon, verwies darauf, dass dieser Schritt die Liquiditätsreserve des Unternehmens vor dem Hintergrund veränderter Bedingungen am Kapitalmarkt stärken soll.
Der Rückgriff auf kurzfristige Instrumente wie Commercial Papers unterstreicht den hohen Kapitalbedarf in der Flugzeug-Leasingbranche. Um der Nachfrage von Fluggesellschaften nach modernen Passagiermaschinen gerecht zu werden, müssen Leasinggeber kontinuierlich beträchtliche Mittel zur Vorfinanzierung von Flugzeugbestellungen aufbringen. Gleichzeitig zwingt das gestiegene Zinsniveau der vergangenen Jahre Unternehmen der Branche dazu, ihre Finanzierungskosten durch den Mix aus lang- und kurzfristigen Schuldtiteln zu optimieren.
Branchenanalysten sehen in dem Programm zwar eine effiziente Steuerung der kurzfristigen Passivseite, weisen jedoch auf die Risiken hin, die mit einer stärkeren Abhängigkeit von Geldmarktpapieren verbunden sind. Da Commercial Papers regelmäßig refinanziert werden müssen, reagiert diese Form der Kapitalbeschaffung sensibel auf Schwankungen des Marktzinses und eventuelle Marktverwerfungen. Eine nachhaltige Tragfähigkeit der Refinanzierung erfordert daher die Beibehaltung einer soliden Bonitätsbewertung durch die führenden Ratingagenturen.