Die flämische Regionalregierung hat sich auf einen neuen Finanzierungsrahmen für die regionalen Verkehrsflughäfen in der nordbelgischen Region geeinigt. Der Beschluss für den Förderzeitraum von 2025 bis 2029 sieht eine spürbare Reduzierung der öffentlichen Subventionen vor, schließt Schließungen von Standorten jedoch ausdrücklich aus.
Die staatliche Unterstützung für die beiden Flughäfen Antwerpen und Ostende-Brügge wird im Vergleich zur Vorperiode von 2020 bis 2024 um 26,8 Prozent gesenkt – von zuvor 131 Millionen Euro auf knapp 96 Millionen Euro. Auch der Flughafen Kortrijk-Wevelgem erhält mit 10,5 Millionen Euro rund 5,7 Prozent weniger öffentliche Mittel als bisher.
Mit diesem Beschluss setzt die Koalition unter Ministerpräsident Matthias Diependaele ein Vorhaben um, das die betriebliche Eigenständigkeit der Flughäfen stärken und die Belastung für den öffentlichen Haushalt verringern soll. Flämische Regierungsvertreter, darunter Mobilitätsministerin Annick De Ridder, verweisen darauf, dass der neue Rahmen eine engere Abstimmung zwischen den vier flämischen Regionalflughäfen sowie eine stärkere Zusammenarbeit mit dem nationalen Drehkreuz Brussels Airport vorsieht. Ziel sei es, die Betriebskosten der Einzelstandorte zu senken und Synergien bei der Abwicklung des Luftverkehrs zu nutzen.
Die Kürzung der öffentlichen Gelder trifft die Regionalflughäfen in einer Phase, in der deren wirtschaftliche Tragfähigkeit regelmäßig Gegenstand politischer Debatten ist. Kritiker und Rechnungshöfe hatten in der Vergangenheit mehrfach hervorgehoben, dass Standorte wie Antwerpen oder Ostende-Brügge ohne fortlaufende Finanzspritzen des Staates defizitär arbeiten und vergleichsweise geringe Passagier- und Frachtzahlen aufweisen. Während Wirtschaftsverbände die Standorte als Infrastruktur für die regionale Wirtschaft und die allgemeine Luftfahrt verteidigen, fordern Oppositionsparteien seit Langem eine kritische Überprüfung des betrieblichen Nutzens im Verhältnis zu den eingesetzten Steuergeldern.
Ob die verbleibenden Finanzmittel ausreichen, um den Betrieb und die anstehenden Erneuerungen der Infrastruktur an den Standorten dauerhaft zu sichern, bleibt unklar. Die Flughafenbetreiber stehen nun vor der Aufgabe, ihre Betriebskosten zu senken und zusätzliche Einnahmen im Nicht-Aviation-Bereich oder durch höhere Nutzungsentgelte zu generieren. Wie die engere Kooperation mit dem Großflughafen in Brüssel konkret ausgestaltet werden soll, um den Ertragsdruck auf die kleineren Regionalflughäfen zu mindern, steht in den kommenden Detailverhandlungen noch bevor.