Flashdance (Foto: Nico Moser).
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„Flashdance“ – Das Musical zum Kultfilm: Must-See or not?

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Kurz vor Weihnachten 2024 war das von Showslot produzierte Musical „Flashdance“ auf Österreich-Tournee. Unter anderem machte man in der Bundeshauptstadt Wien und in Linz Station. Konnte die Inszenierung, die auf dem Kultfilm aus dem Jahr 1983 basiert, den Erwartungen der Zuschauer gerecht werden?

Die Produktion des deutschen Entertainment-Unternehmens war im Oktober 2024 im Festspielhaus Bregenz, im Oktober und November 2024 in der Helmut-List-Halle Graz, im Dezember 2024 in der Wiener Stadthalle und in der Tips-Arena Linz zu sehen. Mit den beiden Auftritten in Oberösterreich ist die Österreich-Tournee vorläufig abgeschlossen. Derzeit hat Showslot noch keine neuen Termine für die Alpenrepublik, Deutschland und die Schweiz bekanntgegeben. Dies dürfte jedoch bald folgen. Zunächst steht aber die Produktion „Footloose“ zur Österreich-Tournee an.

Die Musical-Inszenierung „Flashdance“ basiert auf einem Film, der im Jahr 1983 veröffentlicht wurde. Dieser hat mittlerweile regelrechten Kultstatus und umso überraschender ist es, dass es bis dato kein Remake geschafft hat erfolgreich in die Lichtspielhäuser zu kommen. Dafür aber in die Theaterhäuser und Veranstaltungshallen in Form eines Musicals. Die Unterschiede zwischen Film und Musical sind aus unterschiedlichen Gründen zum Teil sehr umfangreich.

Flashdance (Foto: Nico Moser).

Kultfilm aus dem Jahr 1983 als Inspiration

Der Streifen erschien in den Vereinigten Staaten im Jahr 1983. Jennifer Beals als Alex Owens verzauberte das Publikum mit ihrer sympathischen, unschuldigen, aber gleichzeitig verführerischen Ausstrahlung. Die 18-jährige Schweißerin namens Alex Owens arbeitet in einer Pittsburgher Stahlfabrik und träumt davon eine professionelle Tänzerin zu werden.

Der Titelsong „what a feeling“ von Irene Cara aus dem gleichnamigen Soundtrack spiegelt ihre Liebe zum Tanz. Um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können arbeitet sie untertags als Schweißerin. In den Nächten blüht sie in der „Mawby’s Bar“ als Tänzerin aus. Dieses Lokal bietet ihr eine erste Bühne für ihre Leidenschaft, also dem Tanz.

Bei einem ihrer unzähligen Auftritte in der kleinen Bar wird Nick Hurley, ihr Vorgesetzter, auf Alex aufmerksam. Er erkennt ihr Talent und ihre Hingabe. Erwähnenswert ist auch, dass sie zu diesem Zeitpunkt keine professionelle Ausbildung auf dem Gebiet des Tanzes hat, jedoch ihr Herzenswunsch eine professionelle Karriere als Tänzerin ist. Doch es gibt da ein Problem.

Dazu müsste sie sich nämlich bei der Tanzakademie Shipley bewerben, aber genau davor scheut sie sich, denn sie hat Angst davor abgelehnt zu werden bzw. während der Ausbildung zu scheitern. Nick Hurley, ihr Chef, lässt aber keine Gelegenheit aus, um ihr Avancen zu machen und sie auf Dates einzuladen. Zunächst ist er damit nicht erfolgreich, denn Alex macht sich Gedanken um ihren Hauptberuf.

„Flashdance“-Plakat (Foto: Angelika Evergreen).

Doch der Mann bleibt hartnäckig und schließlich kommt es zum Date. Die Beiden lernen sich besser kennen und sie erzählt ihm von ihrer Bewerbung für Shipley. Nick möchte sie unterstützen und veranlasst durch seine Kontakte mit der Akademie, dass sie trotz ihrer mangelnden Tanzerfahrungen und der nichtvorhandenen Vorausbildung die Chance zum Vortanzen erhält. Er möchte ihr schon mangelndes Selbstbewusstsein nicht zusätzlich schwächen und verschweigt ihr seinen Einfluss.

Alex erhält eine schriftliche Einladung zum Vortanzen, was sie Nick stolz berichtet und im Zuge des Gespräches feststellt das Nick bereits davon wusste. Ihr wird bewusst, dass sie die Chance für das Vortanzen nur durch ihn erhalten hat und ein Streit zwischen den Liebenden entfacht. Kurz darauf erlebt sie einen traumatischen Verlust, der sie dazu bringt dennoch die Chance wahrzunehmen. In einer unvergesslichen Darbietung kann sie die Jury gänzlich von ihrem Können überzeugen. Beim Verlassen von Shipley wartet Nick mit roten Rosen auf sie. Als sie ihn sieht, ist alles vergessen und sie läuft in seine Arme.

Das Musical „adaptiert“ die Grundhandlung des Filmes, lässt sich aber die eine oder andere Freiheit, um ein breites Publikum anzusprechen. Zum Beispiel unterscheidet sich die Rolle von Nick Hurley, der im Musical aus einer wohlhabenden Familie stammt und als junger Berufsanfänger der Chef von Alex wird, wohin gehend er im Film schon wesentlich älter ist und sich seinen Wohlstand bereits selbst erarbeitet hat. Auch die Nebenrollen wurden teilweise anders dargestellt bzw. ihnen mehr Gewichtung verliehen. Diese Veränderung hatten jedoch im Musical kaum Einfluss auf die Haupthandlung und haben diese gut abgerundet.

Flashdance (Foto: Nico Moser).

Film und Songs bekamen viele Auszeichnungen

Die Titelmusik „what a feeling”, gesungen von Irene Cara, komponiert von dem Duo Giorgio Moroder und Keith Forsey gewann im Jahr 1984 in der Kategorie „Bester Song“ einen Oscar, den Golden Globe und den Grammy in Bereich „beste weibliche Gesangsdarbietung – Pop. 41 Jahre später animiert dieser Song noch immer Menschen jeder Altersgruppe sich in Rhythmus der Musik zu bewegen.

Drei weitere Oscars erhielt der Film in den Bereichen: Schnitt, Kamera und für den Song Maniac. Die Schlüsselszene inspirierte und beeinflusste die Tanz- und Musikindustrie. Im Musikvideo „It‘s Raining Men“ von Geri Halliowell (Spice Girls), einem Cover des Songs „Weather – Girls” spielt Halliowell die Schlüsselszene des Film nach. Viele Kritiker sind der Meinung, dass diese innovative und kreative Kombination des Songs und der Tanzschritte von Flashdance stark den Erfolg dieser Künstlerin sowie des Liedes an sich beeinflusste. Andere Stars wie Jennifer Lopez in Video „ I‘m glad” und Lee Hyori in Video „Any Motion“ lassen sich von diversen Filmszenen inspirieren. Natürlich hat jeder Erfolg auch eine Kehrseite und die Schlüsselszene wird in Spielfilm „Super süß und super sexy“ trivialisiert.

Meinung: Gelungene Adaption des Kultfilmes?

Obwohl der Originalfilm aus dem Jahr 1983 bereits viele Tanzszenen beinhaltet, wird musicaltypisch dieses Element noch viel mehr ausgebaut. Auch wurden jedem Musical-Künstler mit einem Soloauftritt die Chance geboten im Rampenlicht zu stehen, was ich wirklich lobenswert finde.

Diese Soloauftritte werden gut in den Verlauf des Musicals eingebaut. Für die Fans könnte aber ein wenig verwirrend sein, dass die Haarfarbe der Hauptdarstellerin abweichend ist. Im Film ist Jennifer Beal brünett, auf der Bühne wurde die Rolle der Alex mit blondem Haar gezeigt. Bei der Aufführung vom 16. Dezember 2024 ist es immer wieder zu kurzen Tonausfällen gekommen.

Was mich sehr gestört hat waren den kurzen immer wiederkehrenden Flashlight-Sequenzen, die die Zuschauer aushalten mussten. Das Licht war so grell und unangenehm, dass ich immer wieder die Augen schließen musste. Vielleicht konnte dieser Showeffekt anders ungesetzt werden.?

Was ich wiederum wirklich hoch anpreisen möchte ist der Umstand, dass die Show in deutscher Sprache gespielt/gesungen/gesprochen wird, aber die Musikklassiker „Flashdance“, „What a feeling“, „Maniac“, „I love Rock‘n Roll“, sowie „Gloria“ alle in englischer Sprache gesungen werden. Die englische Aussprache der Sänger ist wirklich sehr gut. Wenn man sich mit dem Bühnenbild auseinandersetzt, kann man nur sagen, dass der moderne Touch im Bühnenbild sehr gut umgesetzt worden ist.

Viele Elemente der Kulissen wurden in diversen Szenen wiederverwendet, was kein Nachteil in diesem Musical war. Wenn wir die Performance der begabten Künstler betrachten, kann ich ihre Darbietung nur loben. Ihre Tanzsequenzen, die technischen Raffinessen beglückten alle Fans der 1990er-Jahre und lockt neue Musicalfans jedes Alters an. Das Bühnenbild und der Szenenwechsel, der damit verbunden ist, wurden zweckmäßig und kreativ gelöst. Die Neonlichter wurden in den Szenen mit den Bars, in der Schweißerei kreativ eingesetzt.

Flashdance (Foto: Nico Moser).

Ein Must-See-Musical

Durch die Kostüme und mitreißende Musik ist das Publikum in die Welt der Achtzigerjahre zurückgekehrt. Es stellt sich die Frage, ob trotz des beeindruckenden Bühnenerlebnisses die Magie des Kultfilms vollständig in ein Musical übertragen werden kann? Die Inszenierung, die Tänzer, sowie Sänger und die musikalische Umsetzung der legendären Hits sorgten bei mir für Gänsehaut, für das Bedürfnis mitzusingen sowie mitzutanzen. Die Choreografie von Kerstin Ried ist außergewöhnlich vor allem in der zweiten Hälfte des Musicals, in der die Künstler durch Präzision und Leidenschaft das ganze Publikum mitreißen. Die Inszenierung von Christoph Drewitz und die Kostüme, sowie Bühnenbild von Adam Nee bringen den Charme und Look der Achtzigerjahre lebhaft zurück. Durch die musikalische Leitung von Pascal Kierdorf reißt die Live-Musik die Zuschauer mit. Das Ensemble der Tänzer und Sänger waren die Diamanten der Musicalszenen. Ich persönlich war davon fasziniert wie perfekt und fehlerlos die Hauptdarsteller gesungen haben. Vor allem „Alex“ ist eine begnadete Musicaldarstellerin und ich werde in der Zukunft genau hinschauen welche neuen Rollen sie sich annimmt und jedes Stück besuchen. Tänzerisch war sie auch auf höchstem Niveau.

Für alle die ein unvergessliches Erlebnis im Jahr 2025 erleben wollen, bitte bucht Tickets für Flashdance, sobald Showslot die nächste Tournee auflegt. Zusammenfassend war das Musical ein Feuerwerk aus Musik, Tanz, Leidenschaft, Lebensfreude und vor allem der Künster,  die alles auf der Bühne geben. Jeder Einzelne war großartig.

„Flashdance“-Bühnenbild (Foto: Angelika Evergreen).
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