Das Münchner Verkehrsunternehmen Flixbus, weltweiter Marktführer im Fernbusverkehr, setzt seine ehrgeizige Expansionsstrategie fort. Nach dem erfolgreichen Markteintritt in Indien im vergangenen Jahr kündigte das Unternehmen nun an, noch 2025 Verbindungen in Mexiko und Peru aufzunehmen. Die neuen Märkte bieten großes Wachstumspotential, da der Busverkehr dort eine zentrale Rolle im Transportwesen einnimmt.
Flixbus-CEO André Schwämmlein bestätigte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, daß der Start in Mexiko für den Sommer geplant sei, während Peru bis Ende des Jahres folgen solle. Damit stärkt das Unternehmen seine Präsenz in Lateinamerika, wo es bereits in Brasilien und Chile aktiv ist. Mexiko gilt als der drittgrößte Fernbusmarkt der Welt – nach Indien und China –, was die Bedeutung dieses Expansionsschrittes unterstreicht.
Das Unternehmen verfolgt ein einzigartiges Geschäftsmodell, bei dem es überwiegend mit lokalen Buspartnern zusammenarbeitet, anstatt selbst eine große eigene Busflotte zu betreiben. Dies ermöglicht eine schnelle Skalierung des Angebots bei vergleichsweise niedrigen Betriebskosten. Nach Angaben von Flixbus betreibt das Unternehmen weltweit 5500 Busse auf täglich rund 400.000 Verbindungen und steuert dabei 5600 Ziele in über 40 Ländern an.
Lateinamerika als strategischer Wachstumsmarkt
Flixbus sieht in Schwellenländern ein besonders großes Wachstumspotential. In vielen dieser Länder sind Fernbusse das dominierende Verkehrsmittel, da das Schienennetz oftmals nur unzureichend ausgebaut ist und Flugreisen für viele Menschen finanziell nicht in Frage kommen. Schwämmlein betont, daß der steigende Wohlstand und das Bevölkerungswachstum in Ländern wie Mexiko und Peru die Nachfrage nach Busreisen weiter ankurbeln werde.
Mexiko verfügt bereits über ein weitverzweigtes Fernbusnetz, das von verschiedenen nationalen Anbietern bedient wird. Durch den Markteintritt in diesem umkämpften Sektor stellt sich Flixbus einer starken Konkurrenz. Ähnlich sieht es in Peru aus, wo Busreisen eine der wichtigsten Transportmöglichkeiten zwischen den großen Städten und den abgelegenen Regionen des Landes darstellen.
Expansion nach China ausgeschlossen
Während das Unternehmen in Indien erfolgreich Fuß gefaßt hat und sich nun verstärkt auf Lateinamerika konzentriert, schließt Schwämmlein eine Expansion nach China aus. Die chinesische Regierung sei nicht bereit, ausländische Anbieter in den nationalen Fernbusmarkt einzulassen. Dies stellt eine bemerkenswerte Ausnahme in der globalen Wachstumsstrategie von Flixbus dar, da China als der größte Fernbusmarkt der Welt gilt.
Trotz dieser Einschränkung bleibt das Unternehmen auf Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr konnte Flixbus seinen Umsatz auf über zwei Milliarden Euro steigern. Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei vergleichsweise niedrigen 5500, da das Geschäftsmodell auf die Zusammenarbeit mit lokalen Busunternehmen setzt.
Zukunftsaussichten
Die Expansion nach Mexiko und Peru ist ein logischer Schritt in der globalen Strategie von Flixbus, das sich zunehmend auf Märkte konzentriert, in denen der Fernbusverkehr die wichtigste Reisemöglichkeit darstellt. Sollte der Markteintritt in diesen Ländern erfolgreich verlaufen, könnten weitere Expansionen in der Region folgen.
Mit seinen flexiblen Ticketangeboten, digitalisierten Buchungsprozessen und einem weitreichenden Netzwerk hat sich Flixbus als eine der führenden Marken im internationalen Busverkehr etabliert. In den kommenden Jahren dürfte das Unternehmen weiter expandieren und neue Märkte erschließen.
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