Die Fluggesellschaft Swiss International Air Lines nimmt eine Anpassung ihrer Flottenstationierung am Flughafen Genf vor. Ab dem Sommerflugplan 2027 ersetzt die Tochtergesellschaft der Lufthansa-Gruppe zwei Flugzeuge des Typs Airbus A220-300 durch zwei größere Maschinen vom Typ Airbus A320neo.
Durch diesen Tausch erhöht sich die Sitzplatzkapazität pro Flug von bisher 145 auf künftig 180 Passagiere. Die beiden Flugzeuge sollen vorrangig auf der Route zwischen Genf und dem Flughafen London Heathrow eingesetzt werden, um der gestiegenen Passagiernachfrage auf dieser Kernverbindung zu entsprechen.
Die Entscheidung folgt auf eine längere Phase der Umstrukturierung und Kapazitätsüberprüfung am Standort Genf. In den vergangenen Jahren stand das Genfer Streckennetz der Airline unter starkem Konkurrenzdruck durch Billigfluggesellschaften wie Easyjet, die am dortigen Flughafen einen bedeutenden Marktanteil halten. Der Einsatz größerer Fluggeräte erlaubt es der Fluggesellschaft, das Sitzplatzangebot pro Start- und Landerecht (Slot) zu erhöhen, ohne zusätzliche Flugbewegungen im bereits stark ausgelasteten Luftraum koordinieren zu müssen. Der Betrieb des angepassten Flugplans beginnt mit dem Sommerflugplan am 28. März 2027 und läuft bis zum 30. Oktober 2027.
Branchenanalysten werten den Schritt als Versuch, die Rentabilität des Standorts Westschweiz zu konsolidieren. Während der Airbus A220 aufgrund seiner Größe flexibel auf regionalen Strecken eingesetzt werden kann, bietet der A320neo auf stark frequentierten Strecken geringere Sitzkilometerkosten. Allerdings erfordert der Einsatz größerer Flugzeuge auch eine konstant hohe Auslastung, um die höheren Betriebskosten des Fluggeräts zu decken. Die Übertragung von A320neo-Maschinen nach Genf ist zudem eng mit der globalen Flottenverteilung des Mutterkonzerns Lufthansa und den Lieferzeiten des Herstellers Airbus verknüpft.
Für Passagiere bedeutet die Kapazitätsaufstockung eine bessere Verfügbarkeit von Flugtickets zu den Hauptverkehrszeiten nach Großbritannien. Der Erfolg dieser Flottenanpassung wird davon abhängen, wie sich die Ticketpreise und die Gesamtnachfrage auf der Route London–Genf entwickeln. Swiss-Chef Jens Fehlinger kündigte an, dass die detaillierten operativen Abläufe sowie die genauen Flugzeiten in den kommenden Wochen finalisiert werden.