Die ungarische Low-Cost-Fluggesellschaft Wizz Air erweitert ihre Basis am internationalen Flughafen Jerewan in Armenien und nimmt gleichzeitig mehrere Flugverbindungen in den Nahen Osten für den Flugplan 2026/27 wieder auf.
Ab Dezember 2026 stationiert der Anbieter ein viertes Flugzeug in der armenischen Hauptstadt, nachdem im Oktober ein drittes Fluggerät an die Basis überstellt wird. Das erweiterte Angebot umfasst ab dem 18. Dezember 2026 drei wöchentliche Verbindungen nach Basel sowie ab dem 19. Dezember 2026 zwei wöchentliche Flüge nach Valencia. Eine weitere Route nach Varna soll ab dem 6. Juni 2027 folgen. Zudem erhöht die Fluggesellschaft die Frequenzen auf bestehenden Strecken wie Jerewan–Prag auf fünf sowie Jerewan–Memmingen auf vier wöchentliche Umläufe.
Parallel zur Vergrößerung des Netzes im Kaukasus nimmt Wizz Air schrittweise zwölf zuvor ausgesetzte Strecken von neun europäischen Städten nach Abu Dhabi, Dubai, Dschidda und Amman wieder auf. Nach angepassten Sicherheitseinschätzungen der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) sowie eigenen Risikoanalysen bietet die Airline auf diesen Strecken 49 wöchentliche Flüge an. Unter den wieder aufgenommenen Verbindungen startet beispielsweise ab dem 27. Oktober 2026 die Route von Larnaka nach Abu Dhabi drei Mal pro Woche. Auch Abflüge von Budapest, Bukarest, Cluj, Krakau, Kattowitz und Sofia werden schrittweise reaktiviert.
Die Maßnahmen spiegeln die Ausrichtung der Fluggesellschaft wider, Marktlücken in Osteuropa und Zentralasien zu erschließen und veränderte Passagierströme flexibel zu nutzen. Mit einer Flotte von rund 270 Maschinen, überwiegend des Typs Airbus A321neo, strebt das Unternehmen mittelfristig ein Gesamtaufkommen von knapp 100 Millionen Passagieren pro Jahr an. Die Stationierung weiterer Flugzeuge in Jerewan festigt den Standort als wichtigen Umsteigeknotenpunkt im Streckennetz des Anbieters an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien.
Branchenexperten betonen jedoch, dass die Wiederaufnahme des Flugbetriebs in der Nahost-Region mit operativen und finanziellen Unsicherheiten verbunden bleibt. Die Sicherheitslage erfordert eine kontinuierliche Überwachung der Flugrouten und kann bei kurzfristigen Lageveränderungen erneut zu Routenanpassungen oder Flugausfällen führen. Zudem erhöht die rasche Flottenaufstockung an sekundären Standorten wie Jerewan den Druck auf die Bodeninfrastruktur und die Passagierabfertigung an den beteiligten Flughäfen.