Ein tragischer Vorfall in der südindischen Metropole Bengaluru hat das Leben eines Besatzungsmitglieds der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa sowie eines slowakischen Staatsbürgers gefordert.
Das Unglück ereignete sich am Freitagabend, dem 30. Oktober 2026, im Swimmingpool des Luxushotels Conrad Bengaluru, das zur internationalen Hilton-Gruppe gehört. Ersten Ermittlungsergebnissen und Beschwerden von Angehörigen zufolge steht der Verdacht im Raum, dass die Opfer beim Aufenthalt im Poolbereich des im zentralen Geschäftsviertel gelegenen Hotels einen Stromschlag erlitten haben. Neben den beiden tödlich verunglückten Personen wurden zwei weitere Männer bei Rettungsversuchen verletzt. Der Swimmingpool der Hotelanlage wurde nach dem Vorfall umgehend gesperrt. Lokale Polizeibehörden haben eine umfassende Untersuchung der technischen Anlagen und der Sicherheitsstandards der Hotelinfrastruktur eingeleitet.
Identität der Opfer und Hergang des Vorfalls am Hotelpool
Bei den verstorbenen Personen handelt es sich um den deutschen Staatsangehörigen Alexander Maximilian Theiss, der als Flugbegleiter bei der Lufthansa tätig war, sowie um den Slowaken Juraj Horvat, der sich im Auftrag des Technologiekonzerns IBM auf Geschäftsreise in der indischen IT-Metropole aufhielt. Der deutsche Flugbegleiter befand sich im Rahmen eines regulären Zwischenstopps (Layover) in Bengaluru, nachdem er auf einem Direktflug der Lufthansa zum internationalen Flughafen Kempegowda im Dienst war.
Nach den Angaben in der polizeilichen Anzeige, die von der Ehefrau des deutschen Opfers, Silvia Ottawa, erstattet wurde, erlitt ihr Ehemann die tödlichen Verletzungen beim Versuch, den im dritten Stockwerk des Hotels gelegenen Poolbereich zu verlassen. Beide Opfer wurden umgehend in das örtliche Manipal Hospital eingeliefert. Der Lufthansa-Mitarbeiter wies schwerste Verletzungen auf und wurde bei der Ankunft im Krankenhaus für tot erklärt. Beim slowakischen Staatsbürger versuchten die Notärzte vergebens, Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen. Eine offizielle Bestätigung der genauen Todesursache durch die Gerichtsmedizin und die Ermittlungsbehörden steht derzeit noch aus, während die Vermutung eines Stromschlags im Zentrum der Untersuchungen steht.
Verletzungen bei Rettungsversuchen und Reaktion der Fluggesellschaft
Während des Vorfalls eilten zwei weitere Personen den Verunglückten zur Hilfe und zogen sich dabei ebenfalls Verletzungen zu. Es handelt sich um den US-amerikanischen Hotelgast Matthew Desantis sowie den indischen Pool-Attendant Rahul Tiwari. Beide Ersthelfer wurden im Manipal Hospital wegen nicht lebensgefährlicher Verletzungen behandelt und konnten das Krankenhaus nach medizinischer Erstversorgung wieder verlassen.
Die Fluggesellschaft Lufthansa reagierte mit tiefer Betroffenheit auf das Ableben ihres Mitarbeiters. Ein Sprecher des Luftfahrtkonzerns bestätigte den Vorfall und sprach den Angehörigen, Freunden und Kollegen des Verstorbenen das Beileid des Unternehmens aus. Der Vorfall stellt die Fluggesellschaft und die Hotelpartner vor organisatorische und sicherheitstechnische Fragen hinsichtlich der Unterbringung von Besatzungsmitgliedern auf internationalen Zwischenstopps.
Untersuchung der Sicherheitsinfrastruktur und Sperrung der Hotelanlage
Das Management des Conrad Bengaluru schloss den Swimmingpool unmittelbar nach dem Vorfall für Gäste. Auf der Buchungswebseite des Hotels wurde der Bereich mit dem Hinweis versehen, dass die Einrichtung wegen Wartungsarbeiten bis Ende November 2026 geschlossen bleibe. Die örtliche Polizei überprüfte die elektrischen Installationen, Unterwasserbeleuchtungen und Pumpensysteme des Pools, um festzustellen, ob ein technischer Defekt oder mangelnde Instandhaltung zu dem Unglück geführt haben.
Sicherheitsstandards in internationalen Vertragshotels von Fluggesellschaften stehen regelmäßig im Fokus von Audits. Für die Lufthansa Group, die mit den Tochtergesellschaften Swiss und ITA Airways ein dichtes Streckennetz nach Indien unterhält, bildet die Sicherheit von Passagieren und Besatzungen die zentrale Grundlage des täglichen Betriebs. Lufthansa bedient Bengaluru im Direktflug ab den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München, während Swiss Verbindungen ab Zürich und ITA Airways Flüge von Rom nach Delhi durchführt. Die Ermittlungen der indischen Behörden zur Klärung der genauen Umstände des Unglücks dauern an.