Extremer Nebel hat am vergangenen Sonntag den Flugverkehr am Flughafen Dortmund fast vollständig zum Erliegen gebracht. Aufgrund der geringen Sichtweiten, die weit unter den vorgeschriebenen Minima für sichere Starts und Landungen lagen, musste die Flugleitung weitreichende Entscheidungen treffen.
Insgesamt waren 13 Flugverbindungen direkt von den wetterbedingten Einschränkungen betroffen. Eine Sprecherin des Flughafens bestätigte, dass der Großteil der ankommenden Maschinen zu anderen Standorten umgeleitet werden musste, wobei der Flughafen Köln/Bonn als primärer Ausweichplatz diente. Einige Flüge mussten zudem komplett annulliert werden, da auch ein verspäteter Start aufgrund der anhaltenden Wetterlage nicht absehbar war.
Zusätzliche Recherchen verdeutlichen die technischen Hintergründe dieser Störungen. Der Flughafen Dortmund verfügt über ein Instrumentenlandesystem (ILS) der Kategorie II (CAT II) an der Hauptlandebahn 24. Dies erlaubt Landungen bis zu einer Entscheidungshöhe von 100 Fuß und einer Landebahnsichtweite von etwa 300 Metern. Am betroffenen Sonntag sanken die Sichtwerte jedoch zeitweise unter diese Grenzwerte, was selbst für modern ausgerüstete Verkehrsflugzeuge einen Landeanflug unmöglich machte. Erst am späten Nachmittag trat eine kurzfristige Besserung der atmosphärischen Bedingungen ein, die es einer Maschine aus Palma de Mallorca ermöglichte, sicher auf der Dortmunder Bahn aufzusetzen. Dennoch blieb die Lage für den Rest des Tages angespannt, da die Wetterprognosen für den darauffolgenden Montag weiterhin unsichere Bedingungen vorhersagten.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen solcher wetterbedingten Ausfälle sind für Regionalflughäfen wie Dortmund erheblich. Neben den Gebührenausfällen entstehen für die Fluggesellschaften, darunter vor allem Anbieter wie Wizz Air und Ryanair, hohe Kosten für die Abwicklung der Umleitungen und die Betreuung der gestrandeten Passagiere. Dortmund gilt aufgrund seiner geografischen Lage auf dem Rücken des Ardeygebirges als besonders anfällig für plötzliche Nebelbildungen, da feuchte Luftmassen hier oft zum Stauen und Abkühlen neigen. Die Flughafenlogistik musste am Sonntag kurzfristig Bus-Shuttles organisieren, um Reisende von den Ausweichflughäfen zurück ins Ruhrgebiet zu transportieren.
Für die kommenden Tage raten Luftfahrtexperten den Passagieren, den Status ihrer Flüge kontinuierlich über die digitalen Informationssysteme zu prüfen. Da der Flughafen Dortmund keine Zulassung für die höchste Kategorie CAT IIIb besitzt, die Landungen bei nahezu Nullsicht ermöglichen würde, bleibt der Standort bei extremen Wetterlagen auf Sichtbesserungen angewiesen. Die Feuerwehr und die Bodenverkehrsdienste des Flughafens befanden sich während der gesamten Dauer der Nebellage in erhöhter Bereitschaft, um die Sicherheit auf dem Rollfeld zu gewährleisten. Eine vollständige Normalisierung des Flugplans wird erst nach einem signifikanten Luftmassenwechsel erwartet, der den dichten Bodennebel auflöst.