Der Flughafen Düsseldorf hat auf dem Flughafengelände eine großflächige Freiflächen-Photovoltaik-Anlage offiziell in Betrieb genommen. Die Solaranlage erstreckt sich über eine Gesamtfläche von rund 140.000 Quadratmetern in direkter Nachbarschaft zur Start- und Landebahn Nord. Insgesamt wurden 31.014 Solarmodule installiert, die zusammen eine elektrische Spitzenleistung von bis zu 16 Megawatt erbringen können.
Nach Angaben der Flughafenleitung soll der erzeugte Solarstrom einen Teil des jährlichen Gesamtstrombedarfs des gesamten Flughafenareals abdecken, welcher mit rund 93,3 Millionen Kilowattstunden beziffert wird. Ergänzt wird die technische Infrastruktur durch ein Batteriespeichersystem mit einer Speicherkapazität von bis zu 25 Megawattstunden, um Erzeugungsspitzen abzufedern.
Der Bau einer derart dimensionierten Solaranlage in unmittelbarer Nähe zum aktiven Flugbetrieb erforderte im Vorfeld komplexe luftfahrtrechtliche und technische Prüfverfahren. Besondere Aufmerksamkeit galt potenziellen Störfaktoren für die Flugsicherheit, wie etwa unerwünschten Lichtemissionen, Einschränkungen der Radarverträglichkeit oder Beeinträchtigungen der Instrumentennavigation. Ein im Rahmen des Zulassungsverfahrens erstelltes Fachgutachten kam zu dem Schluss, dass die Neigung und Beschaffenheit der Module den an- und abfliegenden Luftverkehr sowie das Personal im Kontrollturm der Deutschen Flugsicherung nicht durch Blendeffekte gefährden. Das Projekt wurde in Kooperation mit regionalen Energiepartnern umgesetzt, wobei die bauliche Umsetzung unter Einhaltung strenger Sicherheitszonen im Sicherheitsbereich des Flughafens stattfand.
Wirtschaftsanalysten und Luftfahrtexperten betrachten die Eigenstromerzeugung an Verkehrsflughäfen als betriebswirtschaftliche Notwendigkeit zur Reduzierung der operativen Fixkosten. Da Großflughäfen durch den Betrieb von Terminals, Gepäckförderanlagen und Pistenbefeuerungen extrem energieintensive Infrastrukturen darstellen, machen sie sich durch den Aufbau eigener Kapazitäten unabhängiger von Preisschwankungen auf den volatilen Strombörsen. Kritische Marktbeobachter geben jedoch zu bedenken, dass Freiflächenanlagen in Flughafennähe langfristig wertvolle Erweiterungsflächen für die flugbetriebliche Infrastruktur blockieren können. Zudem steigen die Aufwendungen für die Wartung und kontinuierliche Reinigung der Solarmodule im staub- und abgasintensiven Umfeld eines Großflughafens erheblich an, was die reale Netto-Rendite der Investition schmälert.
Die Einbindung von Großspeichern mit einer Kapazität von 25 Megawattstunden verdeutlicht zudem die Herausforderung, die mit der Einspeisung unregelmäßig anfallender Energie in das interne Stromnetz eines Flughafens verbunden ist. Ohne diese teuren Speichersysteme wäre eine effiziente Eigennutzung des Solarstroms kaum möglich, da die Spitzenzeiten der solaren Erzeugung nicht zwingend mit den Verbrauchsspitzen des Flugbetriebs, insbesondere in den frühen Morgen- und späten Abendstunden, übereinstimmen. Die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts wird sich daher erst über die kommenden Jahre an der verlässlichen Lebensdauer der Batteriespeicher und den real eingesparten Fremdbezugskosten des Flughafenbetreibers messen lassen müssen.