Flughafen Frankfurt erhöht Passagierprognose für 2022

Anzeigetafel am Flughafen Frankfurt (Foto: Fraport AG).
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Flughafen Frankfurt erhöht Passagierprognose für 2022

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Der Frankfurter Flughafen kann noch immer nicht an die Zahlen von vor der Pandemie anknüpfen. Die Erholung verläuft dennoch dynamischer als je zuvor. Der Flughafenbetreiber Fraport rechnet daher mit mehr Gewinn im Verlauf des Geschäftsjahres.

Trotz des Abfertigungschaos der vergangenen Wochen nutzen wieder deutlich mehr Passagiere den Frankfurter Flughafen. Der börsennotierte Betreiber Fraport hat daher am Dienstag seine Jahresprognose deutlich auf 45 bis 50 Millionen Gäste hochgesetzt. Zuvor war man für das größte deutsche Drehkreuz von 39 bis 46 Millionen Passagieren ausgegangen. Den Rekord markiert das Vor-Corona-Jahr 2019 mit mehr als 70 Millionen Fluggästen. Im Juni wurde erstmals wieder die 5-Millionen-Monatsgrenze überschritten und damit mehr als 75 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht.

Annähernd 21 Millionen Fluggäste nutzten im ersten Halbjahr den Flughafen Frankfurt. Während der Wert weiter um 38 Prozent unter 2019 lag, entsprach dies einem Wachstum von mehr als 220 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Juni lag das Aufkommen erstmals seit Pandemie-Ausbruch bei fast 5 Millionen Passagieren – und damit bei mehr als 75 Prozent des Aufkommens aus dem Rekordjahr 2019.

„Diese sehr dynamische Erholung fordert uns operativ extrem viel ab und führt immer wieder zu nicht befriedigenden Unpünktlichkeiten“, so Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, zur aktuellen Lage. „Der im Großen und Ganzen dennoch stabile und geregelte Betrieb zum Auftakt der Sommerferien zeigt, dass die gemeinsam mit unseren Partnern eingeleiteten Maßnahmen in Frankfurt greifen, auch wenn wir noch weit von unseren eigenen Qualitätsanforderungen entfernt sind.“

Cargo-Aufkommen sinkt um 11,5 Prozent

Beim Cargo-Volumen erreichte Frankfurt rund 1,0 Millionen Tonnen – ein Minus von 11,5 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2021. Ursachen dafür waren neben einer starken Vorjahresbasis vor allem die Einschränkungen im Luftraum als Folge des Kriegs in der Ukraine sowie die zahlreichen Lockdowns durch die strikte Null-Covid-Strategie in China. Aufgrund der stärkeren touristischen Ausrichtung entwickelte sich die Mehrzahl der internationalen Konzern-Flughäfen im ersten Halbjahr beim Passagieraufkommen besser als Frankfurt.

Sondereffekte dämpfen Gewinnerwartungen

Zwei Sondereffekte beeinflussen zudem die Gewinnerwartungen. So lässt der Verkauf der Anteile am chinesischen Flughafen Xi’an den Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) voraussichtlich auf 400 bis 520 Millionen Euro steigen (zuvor: 320-440 Mio). Gleichzeitig hat Fraport aber sein Engagement am Flughafen in St. Petersburg wegen der Sanktionen gegen Russland vollständig abgeschrieben. Deshalb werde unter dem Strich der Konzerngewinn statt 50 bis 150 Millionen lediglich null bis 100 Millionen Euro erreichen.

Buchhalterisch gibt Fraport damit seine Darlehensforderung in Höhe von 163,3 Millionen Euro gegenüber der Thalita Trading Ltd verloren, welche die Beteiligung an der Betreibergesellschaft des Flughafens in St. Petersburg hält. Die Wertberichtigung sei aber nicht mit einem Anteilsverkauf zu verwechseln, erklärte Schulte. „Wir halten an unseren Ansprüchen vollumfänglich fest. Vertraglich ist ein Verkauf weiterhin bis 2025 ausgeschlossen.“

Im zweiten Quartal steigerte Fraport seinen Umsatz im Vergleich zum pandemiegeprägten Vorjahreszeitraum überraschend stark um 90 Prozent auf 809 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 14 Prozent auf knapp 338 Millionen Euro zu und fiel damit höher aus als von Analysten im Schnitt erwartet. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn ging jedoch infolge der Russland-Abschreibung um mehr als 30 Prozent auf gut 59 Millionen Euro zurück.

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