Der Flughafen Frankfurt (FRA), Deutschlands größtes Luftverkehrsdrehkreuz, verzeichnete im Juni 2025 ein solides Passagierwachstum. Mit rund 5,8 Millionen abgefertigten Reisenden wurde ein Anstieg von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat registriert. Dieses Wachstum ist maßgeblich auf den späteren Beginn der diesjährigen Pfingstferien zurückzuführen, die im Vorjahr noch in den Mai fielen.
Während europäische Urlaubsziele mit angenehmen Temperaturen besonders gefragt waren, zeigen die Halbjahreszahlen differenzierte Entwicklungen: Ein deutlicher Rückgang bei Reisen in den Nahen Osten kontrastiert mit stabilen Nordamerika-Verbindungen und kräftigem Wachstum in Lateinamerika. Fraport-Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Schulte betont, der Flughafen sei für die verkehrsreiche Sommerreisezeit gut gerüstet und habe operative Kennzahlen auf Vorkrisenniveau gebracht, fordert jedoch zügige politische Unterstützung für den gesamten deutschen Luftverkehr.
Passagieraufkommen in Frankfurt: Ein Blick auf die aktuellen Zahlen
Der Monat Juni 2025 bescherte dem Flughafen Frankfurt den vierten Monat in Folge ein Wachstum des Passagierverkehrs. Die Zählung von 5,8 Millionen Fluggästen ist ein klares Signal der Erholung und Festigung der Position des Flughafens nach den Herausforderungen der vergangenen Jahre. Der um einen Monat verschobene Beginn der Pfingstferien hat hierbei eine wesentliche Rolle gespielt, da sich der Hauptreiseverkehr entsprechend in den Juni verlagerte. Insbesondere europäische Reiseziele mit warmen Temperaturen profitierten von dieser Entwicklung und waren im Berichtsmonat besonders stark nachgefragt. Dies zeigt die anhaltende Beliebtheit von klassischen Urlaubsreisen innerhalb Europas.
Für das gesamte erste Halbjahr 2025, also von Januar bis Juni, nutzten rund 29,1 Millionen Passagiere den Flughafen Frankfurt. Dies entspricht einem Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Eine detailliertere Analyse der Passagierzahlen nach Verkehrsregionen offenbart jedoch ein gemischtes Bild. Ziele im Nahen Osten verzeichneten den stärksten Nachfragerückgang, mit einem Minus von 7,8 Prozent auf 1,4 Millionen Passagiere. Dies ist direkt auf die gestiegenen geopolitischen Spannungen in dieser Region zurückzuführen, welche Reisende und Fluggesellschaften gleichermaßen zur Vorsicht mahnen.
Im Gegensatz dazu blieb der Passagierverkehr von und nach Nordamerika stabil und verzeichnete im ersten Halbjahr rund 4,0 Millionen Reisende. Dies unterstreicht die Robustheit der transatlantischen Verbindungen und die Bedeutung Frankfurts als Drehkreuz für Reisen auf den nordamerikanischen Kontinent. Ziele in Lateinamerika hingegen zeigten ein kräftiges Wachstum von 2,8 Prozent auf 1,2 Millionen Passagiere, was auf eine zunehmende Beliebtheit dieser Destinationen oder eine verbesserte Konnektivität hindeuten könnte.
Nach einem leichten Rückgang in den ersten drei Monaten des Jahres 2025 erholten sich die Passagierzahlen im zweiten Quartal merklich und stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent. Diese Entwicklung deutet auf eine positive Dynamik im Reiseverhalten hin, die sich in den Sommermonaten weiter fortsetzen könnte.
Operative Stärke und politische Forderungen
Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender von Fraport, äußerte sich optimistisch, aber auch mit klaren Forderungen an die Politik: „Die derzeitige Wachstumsdynamik könnte sich noch weiter verstärken, wenn die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag festgelegten Maßnahmen zur Entlastung unserer Branche zügig umsetzt.“ Schulte betonte, diese und weitere Schritte seien unerläßlich, um zu verhindern, daß der deutsche Luftverkehr im internationalen Vergleich noch weiter zurückfalle. Diese Aussagen spiegeln die anhaltende Debatte über die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Luftverkehrsstandortes wider, der sich im Vergleich zu anderen großen europäischen Hubs wie Amsterdam, Paris oder London oft mit höheren Abgaben und strengeren Betriebsregelungen konfrontiert sieht.
Trotz der politischen Herausforderungen hob Schulte die operativen Erfolge am Flughafen Frankfurt hervor: „Hier in Frankfurt haben wir alle notwendigen Schritte unternommen, um für die verkehrsreiche Sommerreisezeit gut gerüstet zu sein. Obwohl die Passagierzahlen deutschlandweit weiterhin rückläufig sind, haben unsere wichtigsten operativen Kennzahlen – einschließlich der Pünktlichkeit – bereits wieder das Vorkrisenniveau erreicht.“ Dies ist ein wichtiger Indikator für die Effizienz und Zuverlässigkeit des Betriebs. Moderne Technologie an Sicherheitskontrollen und Gepäckabgabestellen habe dazu geführt, daß lange Wartezeiten für Passagiere selbst in Spitzenzeiten weitgehend der Vergangenheit angehören, so Schulte. Dies ist das Ergebnis von Investitionen in Digitalisierung und Prozeßoptimierung, die darauf abzielen, das Reiseerlebnis für die Passagiere zu verbessern und Engpässe zu vermeiden.
Fracht- und Flugbewegungen: Ein stabiles, aber differenziertes Bild
Das Cargo-Aufkommen in Frankfurt, welches Luftfracht und Luftpost umfaßt, zeigte im Juni 2025 einen leichten Rückgang von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und belief sich auf 174.262 Tonnen. Im ersten Halbjahr 2025 lag das Cargo-Aufkommen jedoch stabil bei 1,0 Millionen Tonnen, was einem unveränderten Wert zum Vorjahr entspricht. Dies deutet auf eine Stabilisierung im globalen Frachtgeschäft hin, auch wenn einzelne Monate Schwankungen aufweisen können. Der globale Luftfrachtmarkt war in den vergangenen Jahren durch Lieferkettenstörungen und wirtschaftliche Unsicherheiten geprägt, weshalb eine Stagnation auf hohem Niveau als Erfolg gewertet werden kann. Frankfurt ist traditionell ein zentraler Knotenpunkt für den Luftfrachtverkehr in Europa.
Die Flugbewegungen am Flughafen Frankfurt stiegen im Juni um 4,9 Prozent auf 41.423 Starts und Landungen. Im gesamten ersten Halbjahr 2025 gab es 219.246 Flugbewegungen, ein Plus von 3,3 Prozent. Auch die Höchststartgewichte (MTOW), ein Indikator für die ausgelasteten Kapazitäten der Flugzeuge, stiegen im Berichtsmonat um 2,3 Prozent auf rund 2,5 Millionen Tonnen (H1/2025: 13,6 Millionen Tonnen, plus 2,2 Prozent). Diese Zahlen deuten darauf hin, daß die Flugzeuge effizienter ausgelastet werden und der Betrieb insgesamt intensiver ist.
Das globale Netzwerk von Fraport: Wachstum und Besonderheiten
Konzernweit verzeichneten die Flughäfen im internationalen Netzwerk von Fraport im Juni 2025 ebenfalls Wachstum, was die globale Präsenz des Unternehmens unterstreicht. Am Flughafen Ljubljana (LJU) in Sloweniens Hauptstadt stieg das Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,4 Prozent auf 163.516 Passagiere.
Die beiden brasilianischen Flughäfen Fortaleza (FOR) und Porto Alegre (POA) verzeichneten zusammen ein bemerkenswertes Plus von 125,4 Prozent im Vergleich zum Juni 2024, mit 1,1 Millionen Passagieren. Dieser starke Anstieg ist jedoch hauptsächlich auf einen Einmaleffekt zurückzuführen: Der Flughafen Porto Alegre war im vergangenen Jahr nach schweren Überschwemmungen in der Region geschlossen, was die Zahlen für Juni 2024 stark beeinträchtigte und den jetzigen Anstieg als Normalisierung erscheinen läßt.
In Südamerika verzeichnete der Flughafen Lima (LIM) in Peru ein Passagieraufkommen von rund 2,0 Millionen Passagieren, ein Plus von 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die 14 griechischen Regionalflughäfen, die von Fraport betrieben werden, begrüßten im Juni insgesamt 5,3 Millionen Reisende, was einem Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies unterstreicht die Rolle Griechenlands als beliebtes Reiseziel und die Bedeutung der Flughäfen für den dortigen Tourismus.
In Bulgarien zählten die beiden von Fraport Twin Star betriebenen Küstenflughäfen Burgas (BOJ) und Varna (VAR) zusammen 550.005 Passagiere – ein beeindruckendes Plus von 14,2 Prozent. Dies spiegelt die wachsende Attraktivität der bulgarischen Schwarzmeerküste als Urlaubsdestination wider. Auch der Flughafen Antalya (AYT) an der türkischen Riviera verzeichnete ein Plus von 1,3 Prozent auf rund 5,0 Millionen Passagiere, was die anhaltende Popularität der türkischen Urlaubsregionen bestätigt.
Die Gesamtzahl der Passagiere an allen von Fraport aktiv verwalteten Flughäfen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent und erreichte im Juni 2025 rund 19,9 Millionen. Diese konsolidierten Zahlen zeigen die breite Erholung und das Wachstum im internationalen Portfolio von Fraport.
Der Flughafen Frankfurt präsentiert im Juni 2025 robuste Verkehrszahlen, getragen von einer starken Nachfrage nach europäischen Reisezielen und einer guten operativen Leistung. Während geopolitische Spannungen den Naost-Verkehr belasten, zeigen andere Regionen, insbesondere Lateinamerika, deutliches Wachstum. Die Forderungen des Fraport-Vorstandsvorsitzenden nach schnellerer politischer Unterstützung unterstreichen die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Luftverkehrsstandortes im internationalen Vergleich zu sichern. Das weltweite Fraport-Netzwerk zeigt ebenfalls eine positive Entwicklung, auch wenn Sondereffekte wie in Brasilien berücksichtigt werden müssen. Insgesamt festigt Frankfurt seine Position als führendes Luftverkehrsdrehkreuz in Europa.