Das Hauptzollamt Frankfurt am Main meldet eine Häufung von Aufgrifffällen im internationalen Reiseverkehr. Allein in der ersten Julihälfte stellten Einsatzkräfte am Frankfurter Flughafen bei gezielten Kontrollen mehrere Kilogramm illegaler Rauschmittel sicher.
Am 14. Juli entdeckten die Zollbeamten im Reisegepäck von zwei aus Abu Dhabi einreisenden Männern im Alter von 20 und 21 Jahren insgesamt 36 Kilogramm Marihuana. Bei den Überprüfungen im Ankunftsbereich kamen unter anderem Rauschgiftspürhunde zum Einsatz. Bereits in den Tagen zuvor beschlagnahmte der Zoll bei Einreisenden aus der Dominikanischen Republik sowie aus Jamaika zwei Ladungen Kokain mit einem Gesamtgewicht von über 46 Kilogramm, die in gepressten Blöcken im Hand- und Reisegepäck transportiert wurden.
Die Ermittler führen die gezielten Kontrollen im Passagierbereich maßgeblich auf die automatisierte Risikoanalyse von Passagierdaten zurück. Durch den Abgleich von Fluggastdaten (Passenger-Name-Record, PNR) können Verdachtsmuster bereits vor der Landung der Flugzeuge ausgewertet und die betroffenen Personen nach der Ankunft gezielt zur Gepäckkontrolle gebeten werden. Gegen die festgenommenen Personen wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz beziehungsweise das Konsumcannabisgesetz eingeleitet.
Nach Angaben der Behörden zeichnet sich insbesondere bei Cannabisprodukten ein deutlicher Anstieg der Beschlagnahmungsmengen ab. Trotz der in Deutschland in Kraft getretenen Teillegalisierung von Cannabis bleibt die Einfuhr der Substanzen aus dem Ausland weiterhin strikt untersagt und strafbar. Das Hauptzollamt verweist darauf, dass sich die am Frankfurter Flughafen sichergestellte Menge an Cannabisprodukten im Vergleich zu den Erfassungszeiträumen vor den Gesetzesänderungen mehr als verdreifacht hat. Offenbar besteht bei Teilen der Konsumenten und gewerbsmäßigen Kurieren weiterhin Unkenntnis über die Rechtslage bei Grenzübertritten.
Sicherheitsdatenanalysten und Ermittlungsbehörden sehen in den regelmäßigen Großfunden jedoch auch einen Hinweis auf die anhaltend hohe Aktivität internationaler Schmuggelnetzwerke. Der Flughafen Frankfurt bleibt aufgrund seines hohen Passagier- und Frachtaufkommens ein primärer Umschlagplatz für illegale Warenströme nach Europa. Die stichprobenartigen Ermittlungserfolge verdeutlichen zwar die Wirksamkeit der datengestützten Personenkontrollen, lassen jedoch gleichzeitig auf ein beträchtliches Dunkelfeld nicht entdeckter Drogenimporte schließen.