Der Flughafen Klagenfurt (Kärnten) leitet eine umfassende strategische Weiterentwicklung des Standortes ein. Die Flughafenbetriebsgesellschaft startet europaweite Ausschreibungen zur Entwicklung von über 420.000 Quadratmetern hochwertiger Flächen auf dem Flughafenareal.
Ziel dieser Initiative ist die Ansiedlung zukunftsweisender Projekte, welche die wirtschaftliche Position des Flughafens signifikant stärken und ihn als Katalysator für regionale Innovationen positionieren sollen. Die Verwertung dieser großflächigen, derzeit nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften bietet Investoren eine in Mitteleuropa seltene Gelegenheit: die Entwicklung von Arealen mit potentieller Anbindung an die Start- und Landebahn eines internationalen Verkehrsflughafens.
Strategische Bedeutung für die Kärntner Wirtschaft
Der Flughafen Klagenfurt (KLU) versteht sich als zentraler Pfeiler der regionalen Infrastruktur und trägt maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung Kärntens bei. Die jetzt zur Verfügung gestellten Flächen bieten ein erhebliches Potential für Investitionen, die über den reinen Flugbetrieb hinausgehen.
Die große Attraktivität der Liegenschaften ergibt sich aus ihrer verkehrstechnischen Lage:
- Unmittelbare Nähe zur Kärntner Landeshauptstadt.
- Direkte Anbindung an die Autobahn A2 (Süd Autobahn), welche Klagenfurt mit Graz und Wien verbindet.
- Die Möglichkeit eines zukünftigen Bahnanschlusses, der die intermodale Verknüpfung von Verkehrsträgern optimieren würde.
Experten sehen in der strategischen Positionierung von Flughäfen als multifunktionale Gewerbezentren einen internationalen Trend. Die Entwicklung von sogenannten „Airport Cities“ oder „Airport Regions“ schafft Arbeitsplätze und generiert zusätzliche Einnahmen für die Betreibergesellschaften, welche die finanzielle Basis für den Flugbetrieb stärken. Für Klagenfurt stellt die Ansiedlung von Betrieben eine wichtige Säule zur Stabilisierung der langfristigen Betriebsführung dar.
Transparenz durch Europa-Ausschreibung
Die zur Verwertung stehenden Flächen befinden sich im Süden, Norden und Südosten des Flughafenareals. Um maximale Transparenz und einen fairen Wettbewerb zu gewährleisten, entschied sich die Flughafenbetriebsgesellschaft für europaweite Ausschreibungsverfahren. Dieser Schritt stellt sicher, daß nationale und internationale Investoren gleichermaßen die Chance erhalten, ihre Konzepte zur Entwicklung des Standortes einzureichen.
Die Ausschreibungen umfassen verschiedene Nutzungsarten:
- Flächen mit konkreten, bereits definierten Nutzungen, wie die Ansiedlung eines Supermarktes und die Errichtung eines Hotels, welche die Infrastruktur für Passagiere und ansässige Unternehmen verbessern sollen.
- Großflächige Liegenschaften zur Entwicklung und langfristigen Nutzung, die Raum für zukunftsweisende Branchen und innovative Projekte bieten.
Ein wichtiges Detail ist, daß die Liegenschaften nicht verkauft, sondern im Eigentum der Flughafenbetriebsgesellschaft verbleiben. Dies deutet auf die Vergabe von langfristigen Pachtverträgen (Baurecht oder Erbpacht) hin, wodurch der Flughafen die strategische Kontrolle über die Entwicklung des Areals behält und laufende Einnahmen sichern kann.
Chance für Logistik und Technologie
Die einmalige Möglichkeit einer direkten Anbindung an die Start- und Landebahn macht die Flächen besonders attraktiv für Unternehmen aus dem Bereich der Luftfracht, der Wartung (Maintenance, Repair and Overhaul – MRO) oder der leichten Industrie, die auf den schnellen Umschlag von Waren oder spezialisierte Flugaktivitäten angewiesen sind.
Historisch gesehen, hatte der Flughafen Klagenfurt zeitweise mit Herausforderungen im Linienflugverkehr zu kämpfen. Die aktuelle Strategie erweitert die wirtschaftliche Basis deutlich über den Passagierverkehr hinaus. Indem sich der Flughafen als Impulsgeber und Gewerbestandort positioniert, verringert er die Abhängigkeit von schwankenden Einnahmen aus dem Linienfluggeschäft.
Für die Region Kärnten stellt die Ansiedlung neuer Unternehmen eine wichtige Gelegenheit zur Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen und zur Stärkung des regionalen Wirtschaftskreislaufes dar. Die Flughafenbetriebsgesellschaft nutzt somit unerschlossene Ressourcen des Areals, um die Gesamtrentabilität und die strategische Relevanz des KLU im mitteleuropäischen Luftverkehrsnetzwerk zu erhöhen. Die Erwartungen an die eingereichten Konzepte dürften hoch sein, zumal die Entscheidungsträger zukunftsweisende und nachhaltige Nutzungskonzepte erhoffen.