Check-in-Schalter Flughafen Klagenfurt (Foto: Angelika Evergreen).
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Flughafen Klagenfurt: Vorschlag zur Anteilsübertragung sorgt für Diskussionen

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Die Landeshauptstadt Klagenfurt steht vor einer weitreichenden Entscheidung über ihre künftige Rolle als Anteilseignerin des Flughafens Klagenfurt. Angesichts einer bevorstehenden Kapitalerhöhung in Höhe von insgesamt 11,8 Millionen Euro, die von der Kärntner Beteiligungsverwaltung (K-BV) initiiert wurde, sieht sich die Stadt mit der Notwendigkeit konfrontiert, kurzfristig rund 2,3 Millionen Euro aufzubringen, um ihren 20-prozentigen Anteil zu halten.

Vor dem Hintergrund einer angespannten Haushaltslage hat die Volkspartei nun einen alternativen Plan vorgelegt, der eine Übertragung der Anteile an das Land Kärnten vorsieht. Dieser Vorschlag sieht vor, dass die Stadt gegen Zahlung einer Grunderwerbssteuer von etwa 500.000 Euro aus der aktiven Finanzierungspflicht ausscheidet, sich jedoch gleichzeitig eine Gewinnbeteiligung von 20 Prozent an künftigen Grundstücksverkäufen sichert. Damit soll das finanzielle Risiko für den städtischen Haushalt minimiert werden, ohne auf die langfristigen Erlöspotenziale der wertvollen Flughafenareale zu verzichten.

Finanzielle Engpässe und die Notwendigkeit der Kapitalerhöhung

Der Flughafen Klagenfurt befindet sich seit geraumer Zeit in einer Phase der Restrukturierung. Nachdem der Investor Franz Peter Orasch und seine Lilihill-Gruppe infolge der Ziehung der sogenannten Call-Option durch das Land Kärnten als Mehrheitseigentümer ausgeschieden sind, liegt die Verantwortung für den Betrieb und die notwendigen Investitionen wieder maßgeblich in öffentlicher Hand. Die Kärntner Beteiligungsverwaltung hält derzeit 80 Prozent der Anteile, während die Stadt Klagenfurt die verbleibenden 20 Prozent hält. Um den Flugbetrieb langfristig zu sichern und notwendige Instandhaltungen sowie Modernisierungen am Terminal und der Infrastruktur voranzutreiben, ist eine massive Kapitalspritze erforderlich.

Die Generalversammlung am 3. Juni 2026 markiert hierbei einen kritischen Zeitpunkt. Bis zu diesem Datum müsste die Stadt Klagenfurt klären, ob sie ihren prozentualen Anteil durch eine Einzahlung von 2,3 Millionen Euro verteidigt oder eine Verwässerung ihrer Anteile in Kauf nimmt. Da der städtische Haushalt durch laufende Verpflichtungen und rückläufige Einnahmen stark belastet ist, gilt die Aufbringung dieser Summe innerhalb der Verwaltung als kaum realisierbar. In diesem Kontext gewinnt der Vorschlag von Stadtrat Julian Geier an Bedeutung, der eine Flucht nach vorne antritt und die Eigentümerverhältnisse grundlegend neu ordnen möchte.

Das Modell der Anteilsübertragung und die steuerliche Komponente

Der Kern des neuen Vorschlags basiert auf einer rechtlichen Trennung zwischen der Beteiligung am operativen Betrieb und dem Anspruch auf die Verwertung der zum Flughafen gehörenden Grundstücke. Das Areal umfasst rund 44 Hektar an nicht unmittelbar für den Flugbetrieb notwendigen Flächen, die in Expertenkreisen als hochkarätige Immobilienreserven gelten. Geiers Plan sieht vor, dass die Stadt ihre Gesellschaftsanteile unentgeltlich an das Land überträgt. Im Gegenzug würde das Land die Stadt von allen zukünftigen Nachschusspflichten und Investitionskosten freistellen.

Ein entscheidender Punkt dieses Modells ist die Absicherung der städtischen Interessen an den Grundstücken. Durch eine vertragliche Vereinbarung soll sichergestellt werden, dass Klagenfurt bei einer etwaigen Veräußerung dieser Flächen weiterhin mit 20 Prozent am Erlös beteiligt wird. Damit diese Konstruktion vor dem Finanzamt Bestand hat, müsste die Stadt eine Grunderwerbssteuer entrichten, die auf Basis des aktuellen Verkehrswertes der Flächen auf rund 500.000 Euro geschätzt wird. Dieser Betrag stellt zwar ebenfalls eine Belastung dar, ist jedoch im Vergleich zu den drohenden Millioneninvestitionen der nächsten Jahre deutlich überschaubarer und könnte aus bestehenden Reserven oder durch kurzfristige Umschichtungen finanziert werden.

Bewertung der Immobilienwerte und notwendige Gutachten

Bevor ein solcher Deal zwischen Stadt und Land besiegelt werden kann, ist die Erstellung eines umfassenden Verkehrswertgutachtens unumgänglich. Die 44 Hektar Land, die derzeit im Fokus der Überlegungen stehen, müssen neutral bewertet werden, um sowohl die Grunderwerbssteuer korrekt zu berechnen als auch die Angemessenheit der vertraglichen Erlösbeteiligung zu prüfen. Die Beteiligungsreferentin der Stadt, Constance Mochar, hat bereits entsprechende Unterlagen erhalten, die nun einer rechtlichen und wirtschaftlichen Prüfung unterzogen werden müssen.

Kritiker geben zu bedenken, dass eine unentgeltliche Abgabe von Anteilen an ein anderes öffentliches Organ komplex ist, insbesondere wenn es um die langfristige Bindung von Erlösen geht. Es stellt sich die Frage, wie belastbar eine solche Zusage über Jahrzehnte hinweg ist, falls sich die politische Wetterlage im Land Kärnten ändert oder der Flughafen in eine andere Trägerstruktur überführt wird. Dennoch wird das Potenzial der Flächen als enorm eingeschätzt. Die Entwicklung eines Gewerbeparks oder die Ansiedlung von Logistikunternehmen auf den Randflächen des Flughafens könnte in Zukunft signifikante Summen generieren, von denen die Stadt Klagenfurt auch ohne operative Mitverantwortung profitieren würde.

Operative Herausforderungen und künftige Flugplanentwicklung

Während die Politik über die Anteile streitet, steht das operative Management des Flughafens vor der Herausforderung, den Flugplan für die kommenden Saisons zu stabilisieren. Die Wiederherstellung des Vertrauens bei internationalen Airlines nach den turbulenten Jahren der Lilihill-Ära ist eine langwierige Aufgabe. Der Flughafen Klagenfurt kämpft um die Anbindung an große Drehkreuze wie Wien, Frankfurt oder München. Jede Kapitalerhöhung dient primär dazu, den laufenden Betrieb sicherzustellen und die Attraktivität des Standorts für Fluggesellschaften durch wettbewerbsfähige Gebührenstrukturen und moderne Technik zu erhöhen.

Sollte die Stadt Klagenfurt als aktiver Gesellschafter ausscheiden, würde das Land Kärnten zum alleinigen Entscheidungsträger. Dies könnte Entscheidungsprozesse beschleunigen, da Abstimmungen zwischen zwei Gebietskörperschaften entfallen. Für das Land bedeutet dies jedoch auch, dass es das gesamte finanzielle Risiko alleine trägt. Die Bereitschaft des Landes, dieses Risiko zu übernehmen, hängt maßgeblich davon ab, wie wichtig der Flughafen für den Wirtschaftsstandort Kärnten und den Tourismus eingestuft wird. Die aktuelle Landesregierung hat sich mehrfach zum Erhalt des Flugplatzes bekannt, fordert jedoch eine klare Effizienzsteigerung und eine transparente Mittelverwendung.

Politische Dynamik im Rathaus und nächste Schritte

Die kommende Woche wird zeigen, ob Geiers Vorstoß eine Mehrheit im Klagenfurter Gemeinderat findet. Die politischen Lager sind gespalten: Während die Befürworter in dem Plan einen Befreiungsschlag für das Budget sehen, warnen andere vor einem Ausverkauf städtischen Eigentums und dem Verlust von Mitspracherechten bei einem der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region. Die Stadtverwaltung muss abwägen, ob der Verzicht auf das Stimmrecht in der Generalversammlung durch die Einsparung der Millioneninvestitionen aufgewogen wird.

Parallel dazu laufen Gespräche auf Landesebene. Die Kärntner Beteiligungsverwaltung muss signalisieren, ob sie bereit ist, die Anteile der Stadt unter den genannten Bedingungen – insbesondere der 20-prozentigen Erlösbeteiligung an Grundstücken – zu übernehmen. Ein Scheitern der Verhandlungen könnte dazu führen, dass die Stadt Klagenfurt ihre Anteile durch Nichtteilnahme an der Kapitalerhöhung faktisch verliert, ohne die steuerlich abgesicherte Erlösgarantie für die Zukunft zu erhalten. Dies wäre für die Stadt das schlechteste Szenario, da sie dann weder Einfluss noch finanziellen Nutzen aus den Grundstücken ziehen könnte.

Ausblick auf die Generalversammlung am 3. Juni 2026

Die Entscheidung muss unter erheblichem Zeitdruck fallen. Die Generalversammlung am 3. Juni 2026 rückt näher, und bis dahin muss eine klare Positionierung der Stadt vorliegen. Der Fall des Flughafens Klagenfurt illustriert beispielhaft die Schwierigkeiten kleinerer Regionalflughäfen, in einem kompetitiven Marktumfeld ohne massive öffentliche Zuschüsse zu bestehen. Die geplante Kapitalerhöhung ist nur ein Baustein in einem größeren Sanierungskonzept, das den Standort Klagenfurt langfristig wetterfest machen soll.

Ob das Modell Geier Schule macht und auch für andere kommunale Beteiligungen als Vorbild dienen kann, bleibt abzuwarten. Es ist ein Versuch, kaufmännische Vorsicht mit strategischem Weitblick zu paaren. Die Stadt Klagenfurt könnte so ihre Schuldenlast begrenzen und gleichzeitig einen Fuß in der Tür behalten, falls die Flughafenflächen in einigen Jahren zu Goldgruben für die Immobilienentwicklung werden. Die Bürgerinnen und Bürger von Klagenfurt sowie die Beschäftigten am Flughafen warten nun gespannt auf das Signal aus dem Rathaus, welches die Richtung für die nächsten Jahrzehnte vorgeben wird.

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