Der Flughafen Köln/Bonn leitet eine umfangreiche Modernisierung seiner betrieblichen Infrastruktur ein. Für ein Paket aus fünf Großprojekten erhält der Airport eine Rekordförderung der Europäischen Union in Höhe von 9,75 Millionen Euro.
Diese Mittel werden von der Europäischen Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) im Rahmen des Programms „Connecting Europe Facility“ bereitgestellt. Insgesamt investiert der Flughafen 33,25 Millionen Euro in die technische Aufrüstung, wobei der Fokus auf der Elektrifizierung der Bodenabfertigung und dem Ausbau der Energieversorgung liegt. Die erste Tranche der Fördermittel soll noch im ersten Quartal 2026 ausgezahlt werden, während der Abschluss aller Maßnahmen für das vierte Quartal 2028 terminiert ist.
Im Zentrum der technischen Neuerungen steht die flächendeckende Installation von Ladeinfrastruktur auf dem gesamten Flughafengelände. Auf den Vorfeldern entstehen 38 neue Ladepunkte für spezialisierte E-Fahrzeuge und Abfertigungsgeräte, ergänzt durch den Ausbau der notwendigen Transformatorenstationen. Zusätzlich werden auf dem übrigen Gelände 86 Ladestationen für die allgemeine Elektromobilität sowie dedizierte Anschlüsse für E-Busse errichtet. Ein wesentlicher Bestandteil der Modernisierung ist zudem die Beschaffung von 15 elektrisch betriebenen Bodenstromaggregaten (E-GPU), welche die bisherigen Dieselaggregate ersetzen sollen, um die Betriebsabläufe technisch zu optimieren und die Lärmbelastung im direkten Arbeitsumfeld der Vorfelder zu senken.
Ein weiterer technologischer Schwerpunkt liegt auf der stationären Versorgung von Flugzeugen an den Parkpositionen. Hierfür werden an den beiden Terminals insgesamt 16 sogenannte Pre-Conditioned-Air-Anlagen (PCA) installiert. Diese Systeme ermöglichen es, die Kabinen der Maschinen bei ausgeschalteten Hilfstriebwerken (APU) zu heizen oder zu kühlen, was den Treibstoffverbrauch der Flugzeuge am Boden erheblich reduziert. Flankiert werden diese Maßnahmen durch die Integration von zwei neuen Agri-Photovoltaikanlagen in das interne Stromnetz des Flughafens. Damit sichert der Standort Köln/Bonn seine Energieversorgung durch eine verstärkte Nutzung vor Ort gewonnener Kapazitäten ab und steigert die Effizienz der gesamten Anlage.
Der Förderantrag wurde als Gemeinschaftsprojekt unter der Führung des Verbandes Airports Council International (ACI) Europe gestellt. Neben Köln/Bonn gehören auch die Flughäfen Stuttgart, Graz, Wien, Mailand und Kosice sowie das Unternehmen Evia Aero zu diesem Verbund. Thilo Schmid, Vorsitzender der Geschäftsführung, betont, dass die Maßnahmen die Leistungsfähigkeit und technologische Zukunftsfähigkeit des Standorts stärken. Die geplanten Einsparungen belaufen sich nach Abschluss der Projekte auf jährlich etwa 6.000 Tonnen CO2e. Durch den konsequenten Einsatz emissionsfreier Technik im Bodenbetrieb verfolgt der Flughafen das Ziel, seine Vorfelder bis zum Jahr 2035 vollständig emissionsfrei zu betreiben.