Der Flughafen London-Gatwick nutzt in Zusammenarbeit mit dem französischen Technologieunternehmen Stanley Robotics ein vollautomatisiertes Parksystem für Passagiere.
Bei diesem Verfahren stellen Autofahrer ihr Fahrzeug in einer von mehreren Übergabeboxen im Langzeitparkbereich ab, bestätigen ihre Buchung digital an einem Terminal und nehmen ihren Fahrzeugschlüssel mit. Anschließend wird der Pkw von elektrisch betriebenen Transportrobotern namens Stan an den Reifen angehoben und autonom auf ein gesichertes, für den normalen Fußgängerverkehr gesperrtes Areal befördert. Das System wurde im Langzeitparkbereich des Süd-Terminals installiert, von wo aus Passagiere zu Fuß oder mit Shuttlebussen zum Terminal gelangen.
Die Einführung des Roboter-Parkdienstes geht auf mehrjährige Testphasen zurück, die bereits am Flughafen Lyon-Saint Exupéry sowie bei mehreren europäischen Automobilherstellern durchgeführt wurden. Durch die präzise, softwaregesteuerte Platzierung der Fahrzeuge entfällt der Sicherheitsabstand, der beim manuellen Einparken zum Öffnen der Autotüren benötigt wird. Dies ermöglicht eine verdichtete Anordnung der Autos und erhöht die Lagerkapazität auf bestehenden Parkflächen um bis zu 50 Prozent, ohne dass bauliche Erweiterungen oder neue Parkbauten erforderlich sind. Die Rückgabe erfolgt automatisiert, indem das System die hinterlegten Flugdaten der Reisenden abgleicht und das Fahrzeug rechtzeitig zur Ankunft wieder in der Übergabebox bereitstellt.
Für den Flughafenbetreiber stellt das System eine Möglichkeit dar, die Effizienz der bestehenden Infrastruktur zu steigern und personalintensive Dienstleistungen wie klassische Valet-Parkdienste zu reduzieren. Durch den Entfall der Schlüsselabgabe verbleibt das Fahrzeug im physischen Zugriff des Besitzers, was Diebstahl- und Beschädigungsrisiken während der Abwesenheit verringern soll. Ergänzend erfasst der Roboter das Fahrzeug bei der Übernahme mittels Laser-Scannern, um bestehende Vorschäden digital zu dokumentieren und spätere Haftungsansprüche abzusichern.
Luftfahrtexperten und Logistikfachleute bewerten den Einsatz fahrerloser Parksysteme jedoch auch vor dem Hintergrund technischer und operationaler Risiken. Die Abhängigkeit von komplexer Sensorik und zentralen Datenbanken birgt bei Systemausfällen oder IT-Störungen das Risiko von Verzögerungen bei der Fahrzeugrückgabe, was bei hohem Passagieraufkommen zu Engpässen führen kann. Zudem erfordert die Umstellung bestehender Parkflächen auf autonome Systeme erhebliche Investitionen in die Sicherheitseinzäunung und den Untergrund, deren Amortisation durch die Nutzungsgebühren der Passagiere gedeckt werden muss.