Der Flughafen München hat als erste deutsche Luftverkehrsdrehscheibe die Zertifizierungsstufe „Level 3“ im Rahmen des internationalen Qualitätsprogramms „Airport Customer Experience Accreditation“ erreicht.
Diese Auszeichnung wird vom weltweiten Flughafenverband Airports Council International (ACI) vergeben und bewertet strategische Maßnahmen zur Optimierung des gesamten Passagiererlebnisses. In einem zunehmend wettbewerbsintensiven Marktumfeld im europäischen Luftverkehr gewinnt die Servicequalität abseits der reinen Abfertigungseffizienz für die großen Drehkreuze massiv an Bedeutung, um Passagierströme langfristig an sich zu binden.
Das vom ACI entwickelte Akkreditierungsprogramm ist das weltweit einzige Verfahren der Luftfahrtindustrie, das ein ganzheitliches Customer Experience Management an Flughäfen analysiert. Es unterteilt sich in fünf aufeinander aufbauende Stufen. Das vom bayerischen Großflughafen erreichte Level 3 setzt voraus, dass das Unternehmen eine umfassende Service-Strategie etabliert hat, die nicht nur operative Prozesse der Flughafengesellschaft umfasst, sondern auch externe Partnerfirmen, Behörden und das gesamte Bodenpersonal am Standort aktiv einbindet. Die Auditoren bewerten dabei unter anderem die Serviceangebote, die Aufenthaltsqualität in den Terminals sowie die Feedbacksysteme entlang der gesamten Reisekette.
Jost Lammers, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH, der gleichzeitig als amtierender Präsident des Weltverbandes ACI World fungiert, betonte die Relevanz dieser kontinuierlichen Weiterentwicklung für den Status des Münchner Premium-Drehkreuzes. Der Generaldirektor von ACI World, Justin Erbacci, würdigte den Flughafen in einer offiziellen Stellungnahme als Branchenführer im Bereich des Qualitätsmanagements. Das Erreichen der dritten Stufe ist für den Flughafen München auch wirtschaftlich von Bedeutung, da das Erlöswachstum im Non-Aviation-Bereich, wie dem Einzelhandel und der Gastronomie, direkt mit der Verweildauer und Zufriedenheit der Fluggäste in den Terminalbereichen korreliert.
Die Vergabe des Zertifikats fällt in eine Phase spürbarer Kapazitätssteigerungen am Münchner Airport, der insbesondere im Interkontinentalverkehr nach Nordamerika und Asien erhebliche Zuwächse verzeichnet. Um den Ansprüchen internationaler Transitpassagiere gerecht zu werden, investiert der Flughafen fortlaufend in digitale Prozesse, wie biometrische Zugangskontrollen und modernisierte Sicherheitsbereiche, die Wartezeiten minimieren sollen. Mit der neuen Zertifizierung positioniert sich der Flughafen München im direkten Qualitätswettbewerb mit anderen europäischen Großflughäfen wie London-Heathrow, Paris-Charles-de-Gaulle oder dem benachbarten Drehkreuz Frankfurt am Main.