Flughafen München (Foto: Michael Fritz).
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Flughafen München schließt langfristigen Stromliefervertrag mit RWE ab

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Die Flughafen München GmbH (FMG) und der Energiekonzern RWE haben im Februar 2026 einen weitreichenden Stromliefervertrag, ein sogenanntes Power Purchase Agreement (PPA), unterzeichnet. Die Vereinbarung hat eine feste Laufzeit von zehn Jahren und sichert dem bayerischen Luftfahrtkreuz eine jährliche Liefermenge von 40 Gigawattstunden elektrischer Energie zu. Der Strom wird in einem neuen Offshore-Windpark in der Nordsee erzeugt, der sich etwa 50 Kilometer nördlich der Insel Juist befindet. Mit dieser Energiemenge könnte rechnerisch der Bedarf von rund 12.000 Durchschnittshaushalten gedeckt werden. Das Projekt ist Teil des großflächigen „Nordseeclusters“ von RWE, das insgesamt eine Leistung von mehreren Gigawatt an das deutsche Stromnetz anbinden soll.

Der für den Flughafen vorgesehene Windpark soll nach derzeitigem Planungsstand Anfang 2027 den Betrieb aufnehmen. Die vertraglich gesicherte Energie wird direkt in die Infrastruktur des Flughafens eingespeist und dient der Versorgung von Terminalgebäuden, technischen Anlagen sowie der Beleuchtung der Vorfelder. Für die Flughafenleitung stellt dieser Vertrag ein Instrument zur langfristigen Kalkulation der Betriebskosten dar, da die Preise für die vereinbarte Menge über das nächste Jahrzehnt fixiert wurden. Jan-Henrik Andersson, Geschäftsführer für Commercial und Security bei der FMG, betont die Bedeutung dieser Kooperation für die Unabhängigkeit der schienengebundenen und gebäudetechnischen Energieversorgung des Standorts.

RWE Supply & Trading nutzt solche direkten Abnahmeverträge mit industriellen Großkunden, um die Finanzierung und den zügigen Ausbau großangelegter Offshore-Projekte in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone voranzutreiben. Laut Ulf Kerstin, Chief Commercial Officer bei RWE, tragen diese Vereinbarungen maßgeblich zur Stabilität des deutschen Energiesystems bei, da sie eine verlässliche Einspeisung garantieren. Der Flughafen München diversifiziert mit diesem Schritt seinen Energiemix weiter und verringert die Abhängigkeit von kurzfristigen Preisschwankungen an den Strombörsen. Parallel zum Bezug von Windenergie investiert der Flughafenbetreiber am Standort selbst in Photovoltaikanlagen und moderne Blockheizkraftwerke, um die Eigenversorgung zu optimieren.

Die technische Umsetzung der Durchleitung des Nordseestroms bis nach Bayern erfolgt über die Höchstspannungsleitungen der Übertragungsnetzbetreiber. Da der Strombedarf eines internationalen Flughafens rund um die Uhr besteht, ergänzt der Windstrom die Grundlastversorgung des Airports. Neben der reinen Energielieferung umfasst die Kooperation zwischen RWE und der FMG auch den Austausch von technischem Know-how im Bereich des Lastmanagements. Dieser Vertrag wird in Branchenkreisen als Signal für die zunehmende Bedeutung privatrechtlicher Lieferverträge in der deutschen Energiewirtschaft gewertet, die ohne staatliche Einspeisevergütungen auskommen und direkt zwischen Erzeuger und Großverbraucher ausgehandelt werden.

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