Der Flughafen Nürnberg hat eine neue, 1,7 Kilometer lange Solaranlage in Betrieb genommen, die den Flughafen an sonnigen Tagen autark von der externen Stromversorgung machen soll. Die Anlage, die sich über 60 Meter Breite erstreckt, wurde im Rahmen eines Transformationsplans zur Energieerzeugung errichtet. Laut Flughafengeschäftsführer Dr. Michael Hupe ist die Anlage ein zentraler Baustein, um den erzeugten Strom größtenteils direkt vor Ort zu nutzen, wofür in den nächsten Jahren Speichersysteme ergänzt werden sollen.
Die Photovoltaikanlage erreicht eine Spitzenleistung von 13,4 Megawatt Peak (MWp) und soll jährlich rund 13,4 Gigawattstunden (GWh) Strom erzeugen. Die bayerische Landesregierung, vertreten durch Finanz- und Heimatminister Albert Füracker, würdigte das Projekt als ein „kraftvolles Signal“ und betonte die Vorreiterrolle Bayerns bei der Nutzung von Solarenergie. Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König begrüßte ebenfalls das Engagement des Flughafens als Ergänzung der städtischen Energie-Strategie.
Technisch wurden für die Anlage 22.854 Solarmodule verbaut, die in Ost-West-Ausrichtung installiert sind. Dies soll eine Blendung des Flugverkehrs verhindern und den Stromertrag in den Morgen- und Abendstunden maximieren. Die Anlage wird von der Flughafen Nürnberg Energie GmbH betrieben und wurde von dem Unternehmen Greenovative umgesetzt. Der Geschäftsführer von Greenovative, Bernd Fuchs, bezeichnete das Projekt als ein „Leuchtturmprojekt“, das die regionale Kompetenz im Bereich der Technologien demonstriere.
Die neue Solaranlage ist der jüngste Schritt des Flughafens, um die Energieversorgung zu modernisieren. Bereits seit 2017 betreibt der Flughafen kleinere Solaranlagen, unter anderem auf einer Flugzeughalle und dem Parkhaus P4. Das neue Großprojekt soll nun einen weiteren Schritt in Richtung einer autarken Energieversorgung darstellen.