Der internationale Flughafen König Chalid (RUH) in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad hat am 27. Oktober 2026 nach einer rund zweiwöchigen Unterbrechung den Passagier- und Flugbetrieb schrittweise wieder aufgenommen.
Die Wiedereröffnung erfolgte nach Sicherheitsüberprüfungen, die durch wiederholte Drohnen- und Raketenangriffe der jemenitischen Huthis auf die saudi-arabische Hauptstadt erforderlich geworden waren. Erstmals seit Mitte Oktober legten am Wiederöffnungstag wieder internationale Linienverbindungen in Richtung London, Peking und Dubai ab, während die saudi-arabischen Fluggesellschaften Saudia und flynas den Inlandsverkehr schrittweise hochfuhren. Vorausgegangen war eine Ankündigung der saudi-arabischen Luftfahrtbehörden, wonach Fluggesellschaften für die Nutzung des Hauptstadtdrehkreuzes kurzfristige Sondergenehmigungen einholen müssen.
Sicherheitslage an der Luftfahrtinfrastruktur der saudi-arabischen Hauptstadt
Die vorübergehende Schließung des Flughafens König Chalid war die Konsequenz aus militärischen Zwischenfällen im Großraum Riad. Nach behördlichen Angaben hatten Huthis aus dem Jemen mehrere Angriffe auf Ziele in der saudi-arabischen Hauptstadt und auf die Luftfahrtinfrastruktur ausgeführt, was zu Schäden im Terminalbereich und zu Personenschäden geführt hatte. Um Risiken für den Passagierverkehr und die am Boden stationierten Maschinen zu minimieren, stellten die Behörden den zivilen Flugbetrieb Mitte Oktober 2026 vorübergehend ein.
Trotz der offiziellen Freigabe des Flugbetriebs am 27. Oktober 2026 bleibt das operative Umfeld angespannt. Die saudi-arabische Zivilluftfahrtbehörde GACA verpflichtete internationale und nationale Fluggesellschaften dazu, vor jedem Start und jeder Landung am Flughafen Riad zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen durchzuführen und Einzelgenehmigungen einzuholen. Internationale Luftfahrtunternehmen prüfen die Sicherheitslage auf den Flugrouten über der Arabischen Halbinsel fortlaufend, um operative Entscheidungen zur Aufrechterhaltung oder Aussetzung von Umläufen zu treffen.
Verlagerung des Flugbetriebs von Riyadh Air nach Al-Qassim
Im Zuge der Sicherheitslage traf die neu gegründete saudi-arabische Staatsairline Riyadh Air betriebliche Vorsorgemaßnahmen. Die Fluggesellschaft verlegte einen Großteil ihrer aktiven Flotte vom Typ Boeing 787-9 vom Stammflughafen Riad auf den rund 400 Kilometer nördlich gelegenen Flughafen Al-Qassim (ELQ) bei Buraida. Durch die Umstationierung der Langstreckenmaschinen beabsichtigt das Management, das Fluggerät gegen mögliche Angriffe auf die Infrastruktur der Hauptstadt abzusichern.
Von ihrer temporären Ausweichbasis in Al-Qassim aus führt Riyadh Air reduzierte Linienverbindungen durch. Bedient werden Strecken zum internationalen Flughafen Kairo, zum König-Abd-al-Aziz-Flughafen in Dschidda sowie internationale Langstrecken nach Dhaka, London-Heathrow, Lahore und Islamabad. Für Passagiere, deren gebuchte Verbindungen ursprünglich ab Riad starten sollten, richtete die Fluggesellschaft einen Bus-Shuttle-Dienst ein, der die Fluggäste von Check-in-Punkten in der Hauptstadt zum Flughafen Al-Qassim transportiert.
Auswirkungen auf die saudi-arabischen Luftfahrtpläne
Die Sicherheitsstörungen und die Verlegung von Flugbetrieben treffen den saudi-arabischen Zivilluftfahrtsektor in einer Phase der Umgestaltung. Im Rahmen der wirtschaftlichen Diversifizierungsstrategie Vision 2030 plant das Königreich den massiven Ausbau seiner internationalen Transportkapazitäten. Der Flughafen Riad soll dabei als zentrales internationales Drehkreuz etabliert werden, um Passagierströme im Mittleren Osten neu zu verteilen.
Die Notwendigkeit, Ausweichflughäfen wie Al-Qassim einzubinden und den Luftverkehr unter erhöhten Sicherheitsauflagen abzuwickeln, führt bei den beteiligten Fluggesellschaften zu organisatorischen Mehrkosten und Flugplananpassungen. Neben Saudia, flynas und Riyadh Air analysieren auch internationale Allianzpartner die betrieblichen Rahmenbedingungen für Umläufe in die saudi-arabische Hauptstadt.