Der Amsterdamer Flughafen Schiphol (AMS) hat eine umfassende Umstrukturierung seiner Bodenabfertigungsdienste eingeleitet und zu diesem Zweck am 4. Dezember eine Ausschreibung gestartet, um die Zahl der Anbieter auf drei Unternehmen zu begrenzen. Die ausgewählten Firmen sollen künftig die Gepäckabfertigung sowie alle flugzeugnahen Aufgaben, wie das Be- und Entladen von Flugzeugen und den Betrieb der notwendigen Bodengeräte, übernehmen. Bisher waren sechs Unternehmen für diese Dienstleistungen in Schiphol tätig.
Diese Reduktion der Anbieter signalisiert eine Abkehr vom bisher stark wettbewerbsorientierten, offenen Markt hin zu einem kontrollierteren Dienstleistungsstandard und verbesserten Arbeitsbedingungen. Die Maßnahme folgt der Einführung eines branchenweiten Tarifvertrages im Jahr 2023 und einer Entscheidung des Ministeriums für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, die auf Initiative des Flughafens hin die Anzahl der Bodenabfertiger limitiert. Ziel ist es, die Betriebsstandards anzuheben und die Effizienz zu steigern.
Durch die Begrenzung der Anbieterzahl will der Flughafen Schiphol die Abläufe auf dem Vorfeld rationalisieren und verbessern. Von den verbleibenden Unternehmen wird erwartet, dass sie Bodengeräte gemeinsam nutzen, wodurch Platz eingespart und eine effizientere Organisation ermöglicht wird. Neue Kriterien in der Ausschreibung legen zudem einen starken Fokus auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter und die Steigerung der Servicequalität. Passagiere sollen direkt durch kürzere Wartezeiten bei der Gepäckausgabe profitieren.
Um die Stabilität der Belegschaft während der Umstellung zu gewährleisten, wurde ein Vertrag zwischen den derzeitigen Abfertigern (Aviapartner, dnata, Menzies, Swissport, Viggo), der Gewerkschaft FNV und Schiphol unterzeichnet. Dieses Abkommen stellt sicher, dass die Beschäftigten ihre Arbeitsplätze und ihre bisherigen Konditionen während des Übergangs behalten. Die Fluggesellschaft KLM, die ihre eigenen Abfertigungsdienste betreibt, ist von dieser Regelung ausgenommen und hält sich an ihre internen Vereinbarungen. Die Ausschreibung, die unter EU-Vergaberegeln erfolgt, läuft bis zum dritten Quartal 2026. Die neuen Abfertigungsfirmen werden ihre siebenjährigen Verträge Anfang 2027 beginnen, was dem Flughafen und den Mitarbeitern langfristige Stabilität zusichert.