Der Flughafen Stuttgart hat im aktuellen Flughafencheck der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit e. V. (VC) mit der Gesamtnote 1,52 erneut einen der vorderen Plätze belegt. Im Rahmen der jährlichen Untersuchung bewertete die Berufsvereinigung, die die Interessen von rund 10.000 Cockpitbeschäftigten vertritt, insgesamt 28 deutsche sowie drei Schweizer Verkehrsflughäfen.
Stuttgart sichert sich mit dieser Beurteilung eine Position in der Führungsgruppe des Rankings, das sich primär auf die aus Pilotensicht notwendige technische und infrastrukturelle Ausstattung der Flugplätze stützt.
Die Arbeitsgruppe Airport and Ground Environment der Vereinigung Cockpit führt diesen Sicherheitsvergleich bereits seit 1978 durch. Der zugrundeliegende Kriterienkatalog orientiert sich an den Vorgaben internationaler Luftfahrtorganisationen wie der ICAO, der EASA sowie der IFALPA. Bewertet werden unter anderem die Beschaffenheit und Befeuerung der Start- und Landebahnen, die Gestaltung der Rollwege und Parkpositionen, die Übersichtlichkeit der Pistenmarkierungen sowie die technische Ausrüstung für An- und Abflugverfahren. In vielen Teilbereichen legt die Gewerkschaft dabei strengere Maßstäbe an als die gesetzlich vorgeschriebenen Mindeststandards.
Das gute Abschneiden des Stuttgarter Landesflughafens basiert auf kontinuierlichen Investitionen des Betreibers in die Rollbahninfrastruktur und die Pistenbeleuchtung. Dennoch verweisen Branchenkenner darauf, dass der VC-Flughafencheck kein behördliches Audit darstellt. Sämtliche zugelassenen Verkehrsflughäfen in Deutschland erfüllen die gesetzlich bindenden Sicherheitsvorgaben der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) vollumfänglich. Schlechter benotete Flughäfen weisen daher meist Abweichungen von den Zusatzempfehlungen der Piloten auf, nicht jedoch von den rechtsverbindlichen Sicherheitsanforderungen.
Der Betreiber des Stuttgarter Flughafens, an dem das Land Baden-Württemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart die Anteile halten, steht ungeachtet der guten Sicherheitsbewertung vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Dazu zählen die Anpassung an schwankende Passagierzahlen im Regio- und Europaverkehr sowie die Refinanzierung der laufenden Instandhaltungskosten für die Pisteninfrastruktur. Die kontinuierliche Umsetzung technischer Aufrüstungen bleibt eine zentrale Grundvoraussetzung für die Aufrechterhaltung des hohen Standardniveaus im täglichen Flugbetrieb.