Sicherheitskontrolle am Flughafen Stuttgart-Echterdingen (Foto: FraSec).
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Flughafen Stuttgart übernimmt Organisation der Sicherheitskontrollen

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Der Flughafen Stuttgart wird ab November 2026 die Verantwortung für die Durchführung der Passagierkontrollen in Eigenregie übernehmen. Damit folgt der Standort dem Vorbild anderer großer deutscher Drehkreuze wie Frankfurt, Berlin und Köln, die diesen Schritt bereits vollzogen haben. Grundlage für den Wechsel ist ein Vertrag, der im Dezember vergangenen Jahres mit dem Bundesinnenministerium geschlossen wurde. Flughafen-Chef Ulrich Heppe betonte, dass die Übernahme der Organisation, Beschaffung und Finanzierung es dem Flughafen ermögliche, Dienstleister direkter zu steuern und so die Abläufe für Reisende effizienter zu gestalten. Ziel der Maßnahme ist eine spürbare Reduzierung der Wartezeiten durch eine bedarfsgerechtere Personalplanung an den Kontrollstellen.

Trotz der organisatorischen Neuausrichtung bleibt die staatliche Aufsicht gewahrt. Die Bundespolizei behält die übergeordnete Verantwortung für die Luftsicherheit und stellt weiterhin den bewaffneten Schutz der Kontrollbereiche sicher. Zudem obliegt der Behörde die Zertifizierung des eingesetzten Personals sowie die Zulassung neuer technischer Geräte. Carsten Laube, Präsident der Bundespolizeidirektion Stuttgart, unterstrich, dass die Einhaltung der hohen Sicherheitsstandards oberste Priorität habe. Der Flughafen wird künftig als Auftraggeber für private Sicherheitsdienste fungieren, wobei die fachliche Qualifikation der Luftsicherheitsassistenten weiterhin strengen gesetzlichen Vorgaben unterliegt.

Branchenexperten sehen in diesem Modell, das im Luftsicherheitsgesetz verankert ist, einen wichtigen Hebel zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit regionaler Flughäfen. Durch die Zusammenführung von Terminalmanagement und Sicherheitslogistik in einer Hand können Verkehrsspitzen flexibler abgefedert werden. Der Flughafen Stuttgart investiert im Zuge dieser Übernahme voraussichtlich auch in moderne Kontrolltechnik, um den Durchlauf pro Stunde zu erhöhen. Die Finanzierung der Sicherheitsmaßnahmen erfolgt dabei weiterhin über die Luftsicherheitsgebühren, die von den Fluggesellschaften erhoben und nun direkt vom Flughafen für die Beauftragung der Sicherheitsfirmen eingesetzt werden.

Die Umstellung erfordert eine komplexe Vorbereitungsphase, in der neue Ausschreibungsverfahren für Sicherheitsdienstleister durchgeführt werden müssen. Bestehende Verträge mit Dienstleistern, die bisher über die Bundespolizei koordiniert wurden, laufen aus oder werden in die neue Struktur überführt. Der Flughafen Stuttgart erwartet, dass durch die engere Verzahnung von Flugplan und Personaleinsatz an den Schleusen die Servicequalität am Boden gesteigert werden kann. Damit reagiert der Standort auf die gestiegenen Passagierzahlen und den Druck der Fluggesellschaften nach reibungsloseren Bodenprozessen, um Verspätungen im europäischen Luftverkehrsnetz zu minimieren.

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