Terminal 1 am Flughafen Wien (Foto: Jan Gruber).
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Flughafen Wien AG: Wachstum bei Passagieren und Finanzergebnis in Q1-3/2025

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Die Flughafen Wien AG (FWAG) hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 erneut eine positive Geschäftsentwicklung verzeichnet. Trotz eines spürbaren Anstiegs der Betriebskosten und des damit verbundenen Drucks auf die Produktivität gelang es dem Unternehmen, sowohl bei den Passagierzahlen als auch bei den Finanzergebnissen zuzulegen. Der konsolidierte Umsatz der Gruppe stieg um 6,7 Prozent auf 845,5 Millionen Euro, und das Periodenergebnis verbesserte sich um 4,2 Prozent auf 215,7 Millionen Euro.

Die Gruppe, bestehend aus dem Flughafen Wien-Schwechat und den Auslandsbeteiligungen am Flughafen Malta und am Flughafen Kosice, beförderte insgesamt 32,9 Millionen Reisende, ein Zuwachs von 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Standort Wien selbst verzeichnete 24,6 Millionen Passagiere, was einem Anstieg von 1,9 Prozent entspricht.

Vorstandsvorsitzender Dr. Günther Ofner hob hervor, dass 2025 ein Jahr des Wachstums und positiver Finanzkennzahlen sei. Gleichzeitig kündigte er jedoch angesichts des spürbaren Kostendrucks und einer Senkung der Flughafentarife für 2026 ein Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsprogramm an, um das voraussichtlich herausfordernde kommende Jahr zu meistern. Ungeachtet dessen setzt die FWAG ihr mehrjährig geplantes Investitionsprogramm konsequent fort, wofür im laufenden Jahr rund 300 Millionen Euro vorgesehen sind.

Segmentleistung und Profitabilitäts-Druck

Die finanzielle Performance der FWAG-Gruppe in den ersten drei Quartalen 2025 war von einer soliden Umsatzentwicklung, aber auch von einem zunehmenden Kostendruck, insbesondere bei den Personalausgaben, gekennzeichnet. Das ebitda erhöhte sich leicht um 2,4 Prozent auf 377,1 Millionen Euro, während das ebit um 3,8 Prozent auf 278,8 Millionen Euro stieg. Die EBITDA-Marge sank jedoch aufgrund der gestiegenen Kosten um 1,9 Prozentpunkte auf 44,6 Prozent. Das Ergebnis vor Minderheiten lag mit 215,7 Millionen Euro um 4,2 Prozent über dem Vorjahr.

Die positive Fortsetzung der Finanzergebnisse wurde maßgeblich durch das Passagierwachstum sowie eine gute Entwicklung der Non-Aviation-Bereiche gestützt.

  • Das Segment Airport steigerte den Umsatz auf 403,7 Millionen Euro und das Segment-EBIT auf 126,1 Millionen Euro.
  • Das Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen verzeichnete einen Umsatzanstieg auf 147,3 Millionen Euro und ein positives Segment-EBIT von 8,4 Millionen Euro, inklusive der Dienstleistungen der VIAS, VAH und VPHS.
  • Das Segment Retail & Properties erzielte ein Umsatzplus auf 160,3 Millionen Euro und ein EBIT von 72,1 Millionen Euro.
  • Die Auslandsbeteiligung Malta steigerte den Umsatz auf 118,5 Millionen Euro und das Segment-EBIT auf 62,7 Millionen Euro.

Die steigenden Steuerzahlungen führten dazu, dass der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit trotz des höheren Periodenergebnisses auf 268,0 Millionen Euro zurückging.

Regionales Wachstum und Verkehrsentwicklung

Das Passagierwachstum der Gruppe wurde im Berichtszeitraum stark durch die Auslandsbeteiligungen getragen. Im Oktober 2025 setzte sich dieser Trend fort:

  • Der Flughafen Malta verzeichnete einen starken Passagierzuwachs von 16,7 Prozent.
  • Der Flughafen Kosice legte um 15,7 Prozent zu.
  • Der Standort Wien verzeichnete im Oktober 3,1 Millionen Fluggäste, ein Plus von 3,7 Prozent.

Die kumulierten Zahlen von Januar bis Oktober 2025 zeigen ein Passagierplus von 2,1 Prozent für Wien und 4,3 Prozent für die gesamte FWAG-Gruppe.

Besonders positiv entwickelte sich der Flugverkehr in den Fernen Osten und den Nahen/Mittleren Osten. Der Zuwachs im Oktober 2025 in den Nahen und Mittleren Osten betrug beeindruckende 44,2 Prozent, während der Ferne Osten ein Wachstum von 15,8 Prozent verzeichnete, angetrieben durch Neu- und Wiederaufnahmen von Fluggesellschaften wie Scoot, ANA und Hainan Airlines.

Trotz Kapazitätsrückgängen bei den Billigfluggesellschaften Ryanair und Wizz Air blickt der Vorstand vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Mag. Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG, betonte, dass Austrian Airlines zusätzliche Kapazitäten für den Sommerflugplan 2026 angekündigt habe, Etihad ihre Frequenzen nach Abu Dhabi aufstocke und Fluggesellschaften wie SAS zurückgekehrt seien und Condor ihre Strecken nach Frankfurt erweitere.

Hohe Investitionstätigkeit und Infrastruktur-Upgrade

Ein wesentliches Merkmal der Strategie der FWAG ist die Fortsetzung eines umfangreichen, mehrjährigen Investitionsprogramms. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 wurden insgesamt 199,5 Millionen Euro in immaterielles Vermögen, Sachanlagen und Immobilien investiert – eine deutliche Steigerung gegenüber den 131,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Das größte Investitionsprojekt am Standort Wien ist die Süderweiterung des Terminals, in die bis Ende September 95,6 Millionen Euro flossen. Diese Erweiterung soll ab 2027 den Fluggästen ein neues, hochwertiges Aufenthaltserlebnis mit zahlreichen neuen Shopping- und Gastronomieangeboten, komfortablen Lounges und einer topmodernen Sicherheitskontrolle bieten. Am Flughafen Malta wurden in den ersten drei Quartalen 2025 42,2 Millionen Euro investiert.

Zudem wird das neue Flughafen-Hotel mit 510 Zimmern um den Jahreswechsel seinen Betrieb aufnehmen, was die Wertschöpfung am Standort Wien weiter stärken soll.

Strategische Maßnahmen für 2026 und Ausblick

Angesichts der spürbaren Kostensteigerungen, des Preisdrucks durch die Senkung der Flughafentarife um bis zu 4,6 Prozent und der Kapazitätsrückgänge im Billigflugsegment, kündigte der Vorstand für 2026 ein Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsprogramm an. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Produktivität zu erhöhen und die operative Basis für die kommenden Herausforderungen zu stärken.

Die Prognose für das Gesamtjahr 2025 bleibt unverändert. Die FWAG erwartet am Standort Wien rund 32 Millionen und in der gesamten Gruppe rund 42 Millionen Reisende. Die Finanz-Guidance der Gruppe liegt bei einem Umsatz von rund 1.080 Millionen Euro, einem ebitda von rund 440 Millionen Euro und einem Periodenergebnis von rund 230 Millionen Euro, vorausgesetzt, es kommt zu keinen weiteren größeren geopolitischen Auswirkungen oder massiven Verkehrsbeschränkungen.

Die Fluggesellschaft setzt dabei auf ihre hohe Servicequalität; der Flughafen Wien wurde in seiner Kategorie (über 30 Millionen Passagiere) als Europas pünktlichster Airport ausgezeichnet, was die Attraktivität für Passagiere und Fluggesellschaften weiter erhöht.

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