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Flughafen Wien verzichtet auf dritte Piste – Austrian Airlines unterstützt Entscheidung

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Der Flughafen Wien-Schwechat hat das seit 1996 geplante Großprojekt des Baus einer dritten Start- und Landebahn endgültig ad acta gelegt. Die Entscheidung des Flughafen-Vorstands, das Vorhaben nicht weiterzuverfolgen, erfolgte nach einer eingehenden Analyse der relevanten Entscheidungsfaktoren. Die ursprünglich mit 1,25 Milliarden Euro veranschlagten Baukosten waren zwischenzeitlich auf rund zwei Milliarden Euro explodiert. Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA), die größte Fluggesellschaft am Standort, begrüßt diesen Schritt und sieht darin eine zukunftsorientierte Entscheidung zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Drehkreuzes.

Ein wesentlicher Grund für die Absage war neben den massiv gestiegenen Kosten auch der fehlende wirtschaftliche Nutzen und der Widerstand wichtiger Airline-Kunden gegen eine notwendige Refinanzierung über höhere Gebühren. Trotz des Verzichts auf die dritte Piste erklärte der Flughafen, dass das bestehende Zwei-Pisten-System in Kombination mit den geplanten Terminalausbauten auch zukünftiges Wachstum bis zu 52 Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen könne. Die Kapazitätserhöhung durch den Einsatz größerer Flugzeuge, die pro Flugbewegung deutlich mehr Passagiere befördern als noch vor zwanzig Jahren, milderte zudem den Druck auf die Pistenkapazität.

Die Austrian Airlines teilte mit, der Prozess sei in engem Austausch und auf Basis transparenter Daten erfolgt. Man sieht die Kapazitäten der beiden bestehenden Pisten als vollkommen ausreichend an. Künftige Investitionen am Flughafen Wien sollen sich daher auf die Modernisierung und den Ausbau der Terminalinfrastruktur, die Optimierung von Abläufen und die Steigerung der Servicequalität konzentrieren. Ein Großprojekt in diesem Kontext ist die Erweiterung des Terminal 3 („New Terminal 3 Experience“) mit einem Investitionsvolumen von 420 Millionen Euro, deren Fertigstellung für 2027 geplant ist.

Die langwierige Historie des Projekts, die von intensiven Rechtsstreitigkeiten und jahrelangem Tauziehen geprägt war, endet damit. Rund 90 Millionen Euro, die in die Planung und damit verbundene Aufwendungen flossen, müssen vom Flughafen Wien bilanziell wertberichtigt werden, was zu einer Anpassung der Gewinnprognose für das Jahr 2025 führte. Trotz dieser anfänglichen Kostenersparnis erspart sich der Flughafen die riesige Investitionssumme von zwei Milliarden Euro. Eine Wiederaufnahme des Themas dritter Piste schlossen die Flughafen-Vorstände für die ferne Zukunft zwar nicht gänzlich aus, jedoch sei dies frühestens in den 2040er Jahren denkbar.

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