Flughafen Zürich-Kloten (Foto: Flughafen Zürich AG).
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Flughafen Zürich meldet historische Passagierzahlen für das Geschäftsjahr 2025

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Der Flughafen Zürich hat das Jahr 2025 mit einem historischen Meilenstein abgeschlossen und verzeichnet das erfolgreichste Jahr seit seinem Bestehen. Mit insgesamt 32,6 Millionen Passagieren übertraf der wichtigste Schweizer Luftverkehrsknotenpunkt nicht nur das Vorjahr um 4,5 Prozent, sondern knackte erstmals im Gesamtjahr auch die Marke des Vorkrisenniveaus von 2019.

Die nun vorliegenden Zahlen belegen eine vollständige Erholung des Sektors, wobei das Passagieraufkommen bei 103,4 Prozent im Vergleich zum Stand vor der Pandemie liegt. Besonders bemerkenswert ist die gesteigerte Effizienz im operativen Betrieb: Trotz des deutlichen Zuwachses an Reisenden blieb die Anzahl der Flugbewegungen mit rund 270.116 Starts und Landungen noch leicht hinter den Werten von 2019 zurück. Dies verdeutlicht einen Trend hin zu größeren Flugzeugtypen und einer optimierten Sitzplatzauslastung. Während das Frachtgeschäft eine stabile Entwicklung zeigt, bereitet sich die Flughafen Zürich AG nun auf die detaillierte Bilanzvorlage im März 2026 vor, die Aufschluss über die finanziellen Auswirkungen dieses Wachstumsbooms geben wird.

Strukturwandel bei Flugbewegungen und Kapazitätsnutzung

Die Analyse der Verkehrsdaten für das Jahr 2025 offenbart eine signifikante Verschiebung in der Abwicklung des Flugverkehrs. Während die Anzahl der Flugbewegungen im Vergleich zu 2024 um 3,5 Prozent anstieg, liegt sie mit 98,1 Prozent im Vergleich zu 2019 noch immer unter dem historischen Höchstwert bei den Bewegungen. Dass dennoch mehr Passagiere befördert wurden, ist ein direktes Resultat einer verbesserten Kapazitätssteuerung. Die Sitzplatzauslastung kletterte im Jahresdurchschnitt auf 79,8 Prozent, was einer Steigerung um 1,5 Prozentpunkte gegenüber 2019 entspricht.

Luftfahrtexperten führen diese Entwicklung auf zwei Hauptpfeiler zurück. Einerseits haben Fluggesellschaften wie die Swiss International Air Lines ihre Flotten modernisiert und setzen verstärkt auf größere Maschinen innerhalb der jeweiligen Kategorien, etwa den Airbus A321neo im Kurz- und Mittelstreckenbereich oder den Airbus A350 für Langstreckenverbindungen. Andererseits hat der Konsolidierungsdruck in der Branche zu einer präziseren Netzplanung geführt, bei der unrentable Verbindungen mit geringer Auslastung gestrichen oder zusammengelegt wurden. Diese Effizienzsteigerung bedeutet für den Flughafenbetreiber eine höhere Wertschöpfung pro Flugbewegung und eine bessere Ausnutzung der bestehenden Slot-Kapazitäten am Boden.

Logistik und Fracht als stabiles Standbein

Parallel zum Passagierboom entwickelte sich der Frachtbereich am Flughafen Zürich solide. Im Gesamtjahr 2025 wurden 440.930 Tonnen Fracht abgewickelt, was einem Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit erreichte das Volumen 97,6 Prozent des Niveaus von 2019. Die Luftfracht bleibt für den Wirtschaftsstandort Schweiz von zentraler Bedeutung, da über Zürich ein erheblicher Teil der zeitkritischen Exportgüter, insbesondere aus der Pharma-, Chemie- und Uhrenindustrie sowie hochwertige Maschinenbaukomponenten, verschickt wird.

Trotz der stabilen Jahresbilanz zeigte der Dezember 2025 im Frachtsektor eine leichte Abkühlung. Mit 35.824 Tonnen lag die Menge um 4,2 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Analysten werten dies als Anzeichen für eine Normalisierung der globalen Lieferketten und eine Verschiebung von Transportwegen zurück auf den See- und Landweg, nachdem die Luftfracht während der vorangegangenen Jahre als Kriseninterventionsmittel überproportional genutzt wurde. Dennoch unterstreicht das Gesamtjahresergebnis die Funktion Zürichs als unverzichtbare logistische Drehscheibe im Herzen Europas.

Dezember-Statistik und die Rolle als Drehkreuz

Der Abschluss des Jahres 2025 war geprägt von einem besonders starken Reisemonat Dezember. Insgesamt 2.545.889 Passagiere nutzten den Flughafen in der Ferienzeit, was einem deutlichen Zuwachs von 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Davon entfielen knapp 1,8 Millionen auf Lokalpassagiere. Die Bedeutung Zürichs als internationaler Hub wird jedoch durch die Zahl der Umsteigepassagiere unterstrichen: Mit 746.048 Personen machten sie einen Anteil von 29,4 Prozent am Gesamtaufkommen aus.

Im Dezember stieg die Anzahl der Flugbewegungen im Vorjahresvergleich um 5,8 Prozent auf 21.203 Starts und Landungen. Interessanterweise sank die Sitzplatzauslastung im Berichtsmonat minimal um 0,2 Prozentpunkte auf 78,0 Prozent, während die durchschnittliche Passagierzahl pro Flug mit 135,6 Personen dennoch über dem Vorjahreswert lag. Diese monatsspezifische Abweichung ist häufig auf den verstärkten Einsatz von Charterflügen und Zusatzverbindungen während der Festtage zurückzuführen, die nicht immer die gleiche konstante Auslastung erreichen wie der reguläre Linienbetrieb.

Wirtschaftliche Perspektiven und anstehende Berichterstattung

Die wirtschaftliche Verfassung der Flughafen Zürich AG rückt mit Blick auf den 10. März 2026 in den Fokus, wenn das Unternehmen seinen detaillierten Geschäftsbericht für 2025 vorlegen wird. Die Rekordzahlen beim Passagierverkehr lassen auf eine positive Entwicklung der flugbezogenen Einnahmen (Aviation-Umsätze) schließen. Gleichzeitig dürften auch die Nicht-Aviation-Bereiche, wie das kommerzielle Geschäft im Airport Center, von der hohen Kundenfrequenz profitiert haben.

Investitionen in die Infrastruktur bleiben ein Kernthema für die kommenden Jahre. Der Ausbau der Terminals, die Modernisierung der Gepäcksortieranlagen und die geplante Verlängerung der Pisten 28 und 32 sind Projekte, die darauf abzielen, die nun erreichte Kapazitätsgrenze sicher und effizient zu managen. Da der Flughafen Zürich im europäischen Wettbewerb mit anderen Hubs wie München oder Wien steht, ist die Aufrechterhaltung der hohen Servicequalität bei gleichzeitigem Mengenwachstum die zentrale strategische Herausforderung. Die nun vorliegenden Verkehrszahlen des Jahres 2025 bilden hierfür ein stabiles Fundament und bestätigen die Attraktivität des Standorts für internationale Fluggesellschaften und Reisende gleichermaßen.

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