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Flughafenverband ADV erwartet sinkende Passagierzahlen an deutschen Standorten für das Gesamtjahr 2026

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Der Flughafenverband ADV hat seine Verkehrsprognose für das Jahr 2026 erneut nach unten korrigiert. Nach aktuellen Berechnungen der Branchenorganisation werden an den deutschen Verkehrsflughäfen im Gesamtjahr voraussichtlich rund 217 Millionen Passagiere gezählt. Dies entspricht einem Rückgang von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2025.

Gegenüber der vorangegangenen Schätzung aus dem April 2026 verringert sich die Erwartung um rund fünf Millionen Fluggäste. Selbst eine leichte Zunahme des Passagieraufkommens im Juli 2026 konnte die negative Tendenz im bisherigen Jahresverlauf nicht kompensieren. Als Ursachen für diese Entwicklung führt der Verband hohe staatliche Standortkosten im internationalen Vergleich, geopolitische Spannungen sowie eine verhaltene Konjunktur an.

Verkehrsentwicklung im Juli und Divergenz zwischen Passagierzahlen und Flugbewegungen

Im Juli 2026 nutzten insgesamt 21,75 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen. Das entspricht einem geringfügigen Zuwachs von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dieser leichte Anstieg ist im Wesentlichen auf den Sommerreiseverkehr auf den europäischen Strecken zurückzuführen, auf denen 15,75 Millionen Reisende registriert wurden. Demgegenüber verzeichnete die Zahl der gewerblichen Starts und Landungen im Juli 2026 einen Rückgang um 1,8 Prozent auf 174.317 Flugbewegungen.

Die Entwicklung verdeutlicht, dass das minimale Passagierwachstum im Juli nicht durch ein erweitertes Flugangebot der Fluggesellschaften erzeugt wurde, sondern durch eine höhere Auslastung der Maschinen sowie den Einsatz größerer Flugzeugtypen mit mehr Sitzplatzkapazitäten. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau des Jahres 2019 verharren die Zahlen weiterhin im Minus: Im Juli 2026 lagen die Passagierzahlen um 12,1 Prozent und die Flugbewegungen um 17,5 Prozent unter den Werten von 2019.

Zwischenbilanz von Januar bis Juli 2026 und verhaltene Entwicklung der Marktsegmente

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 wurden an den deutschen Flughäfen kumuliert 119,43 Millionen Passagiere abgefertigt. Dies bedeutet ein Minus von 0,5 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum und einen Rückstand von 16,0 Prozent gegenüber den ersten sieben Monaten des Jahres 2019. Bei den gewerblichen Flugbewegungen lag das Minus von Januar bis Juli 2026 bei 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Marktsegmente zeigt strukturelle Unterschiede. Der innerdeutsche Flugverkehr befindet sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Von Januar bis Juli 2026 wurden 13,14 Millionen innerdeutsche Passagiere gezählt, was einem Rückgang von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Minus von 51,6 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Im Europaverkehr stieg das Aufkommen im bisherigen Jahresverlauf leicht um 0,8 Prozent auf 83,32 Millionen Passagiere. Die interkontinentalen Verbindungen verzeichneten hingegen im selben Zeitraum einen Rückgang um 3,9 Prozent auf 22,80 Millionen Fluggäste.

Standortkosten im europäischen Vergleich und Forderungen der Branche

Nach Einschätzung des ADV-Hauptgeschäftsführers Ralph Beisel steht die Erholung des deutschen Luftverkehrsmarktes im Gegensatz zu Entwicklungen in anderen europäischen Ländern. Als wesentlicher Hemmfaktor werden die staatlich vorgegebenen Abgaben und Gebühren an den deutschen Flughäfen genannt. Trotz einer Reduzierung der Luftverkehrsteuer liegen die finanziellen Belastungen pro Start weiterhin über dem europäischen Durchschnitt.

Nach Verbandsangaben beläuft sich die durchschnittliche staatliche Belastung für einen Flug von Deutschland zu einem europäischen Ziel auf rund 4.449 Euro, während der europäische Durchschnittswert bei 2.326 Euro liegt. Auf einer Flugverbindung nach New York betragen die staatlich veranlassten Abgaben an deutschen Standorten durchschnittlich 16.177 Euro im Vergleich zu 6.914 Euro an vergleichbaren europäischen Flughafenstandorten. Der Verband fordert von der Politik Anpassungen der Rahmenbedingungen und eine Senkung der Abgaben, um die internationale Erreichbarkeit des Wirtschaftsstandorts zu sichern.

Positive Tendenz im Luftfrachtbereich

Im Gegensatz zum Passagierverkehr zeigt der Bereich Luftfracht eine kontinuierlich positive Entwicklung. Im Juli 2026 wurden an den deutschen Flughäfen 430.831 Tonnen Fracht umgeschlagen. Dies entspricht einem Plus von 2,8 Prozent gegenüber Juli 2025 und einem Zuwachs von 8,9 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Jahres 2019.

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 summierte sich das Frachtaufkommen auf insgesamt 2.819.350 Tonnen, was einem Anstieg von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und von 4,1 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Die Ausladungen stiegen im Zeitraum von Januar bis Juli 2026 um 3,9 Prozent auf 1.365.210 Tonnen, während die Einladungen um 2,7 Prozent auf 1.454.140 Tonnen zulegten. Das Cargo-Segment stellt damit im bisherigen Jahresverlauf den stabilsten Teilbereich der deutschen Flughäfen dar.

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