Ein neuer Bericht des Luftfahrtberatungsunternehmens To70 zeigt, dass im Jahr 2024 über 101.000 Menschen, die in der Nähe des Flughafens Brüssel leben, unter „erheblich gestörtem Schlaf“ aufgrund von Fluglärm litten. Die Studie, die auf Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) basiert und im Rahmen der aktualisierten Umweltgenehmigung des Flughafens durchgeführt wurde, identifiziert Brüssel selbst sowie die Stadtteile Schaarbeek und Evere als am stärksten betroffen.
Die Untersuchung ergab weiterhin, dass schätzungsweise 209.000 Anwohner tagsüber und nachts „erheblich gestört“ wurden. Mehr als 13.000 Personen waren Lärmpegeln über 55 Dezibel ausgesetzt und wurden als „potenziell stark beeinträchtigt“ eingestuft. Interessanterweise ist der Anstieg der Zahl der lärmbetroffenen Anwohner laut dem Bericht nicht primär auf eine Zunahme des Flugverkehrs zurückzuführen. Obwohl die Anzahl der Flugbewegungen im Jahr 2024 mit knapp 199.000 unter dem Niveau vor der Pandemie lag, führt das Bevölkerungswachstum in den umliegenden Gebieten zu einer höheren Anzahl von Menschen, die Fluglärm ausgesetzt sind.
Der Bericht hebt jedoch auch eine positive Entwicklung hervor: Der Einsatz von leiseren Flugzeugen der nächsten Generation nimmt zu und machte im Jahr 2024 bereits 36 Prozent aller Flüge aus. Diese Entwicklung könnte perspektivisch zu einer Reduzierung der Lärmbelastung beitragen, wird aber die aktuelle Situation für viele Anwohner noch nicht spürbar verbessern. Die Ergebnisse der Studie dürften die Diskussion über Maßnahmen zur Reduzierung des Fluglärms rund um den Brüsseler Flughafen weiter anheizen.