Flughafen Charleroi (Foto: René Steuer).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Fluglotsen im Nachteinsatz treten am Flughafen Charleroi in den Streik

Werbung

Bei der belgischen Flugsicherung Skeyes kommt es am Flughafen Brussels South Charleroi ab dem Abend des 16. September 2026 zu wiederkehrenden Streikmaßnahmen.

Die Fluglotsen legen jeweils während der Nachtschichten zwischen 22:00 Uhr und 08:00 Uhr die Arbeit nieder. Grund für den Arbeitskampf ist das Scheitern der Verhandlungen über die Vergütung von Nachtdiensten sowie Bedenken bezüglich der geplante Zusammenlegung der Flugsicherungsdienste. Sollte keine Einigung zwischen den Tarifparteien erzielt werden, droht eine Fortführung der Arbeitsniederlegungen bis zum 10. Oktober 2026.

Der Kern des Konflikts liegt in Forderungen nach einer Erhöhung der Nachtdienstzulagen. Die Flugsicherung Skeyes gibt an, dass die Fluglotsen in Charleroi eine Anhebung der Zulage auf 160 Prozent des aktuellen Niveaus fordern, obwohl die Auszahlung pro Schicht bereits über 1.000 Euro betrage. Das Management bezeichnet die Forderung als unberechtigt, da der Flughafen Charleroi während der Nachtstunden offiziell geschlossen sei. Dem widerspricht die Gewerkschaft VSOA und verweist darauf, dass das Personal regelmäßig verspätete Flüge – insbesondere der Basis-Fluggesellschaft Ryanair – auch nach der regulären Schließzeit abwickeln müsse. Zusätzlich belastet die geplante Errichtung eines zentralen digitalen Kontrollzentrums in Namur, das künftig den Luftraum der Flughäfen Charleroi und Lüttich fernsteuern soll, das Betriebsklima.

Obwohl sich die Arbeitsniederlegungen auf die Nachtstunden beschränken, warnen Gewerkschaftsvertreter vor spürbaren Auswirkungen auf den regulären Flugbetrieb. Insbesondere in den frühen Morgenstunden sowie bei Abflügen und Landungen im späten Abendverkehr ist mit Verzögerungen und Flugstreichungen zu rechnen. Für den Flughafen Charleroi, der primär als operative Basis für Billigfluggesellschaften dient, bedeutet der Ausfall der Lotsen eine Beeinträchtigung der Umlauffahrpläne. Verspätete Flugzeuge, die in den Nachtstunden nicht mehr landen dürfen, müssen gegebenenfalls auf Ausweichflughäfen umgeleitet werden, was Folgeverspätungen im gesamten Streckennetz nach sich zieht.

Branchenbeobachter verweisen auf die anhaltend angespanntes Verhältnis zwischen der Führung von Skeyes und den Gewerkschaften im belgischen Luftfahrtsektor. Bereits in der Vergangenheit führten Personalkpässe und Streikdrohungen der Flugsicherung zu Einschränkungen im belgischen Luftraum. Die Verweigerung von Nachtlandungen trifft die Geschäftsmodelle von Low-Cost-Carriern empfindlich, da diese auf eine hohe Auslastung ihrer Flugzeuge bis in die späten Abendstunden angewiesen sind. Eine Beilegung des Konflikts hängt nun davon ab, ob die Flugsicherungsleitung neue Angebote vorlegt oder die Tarifparteien an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung