Am Flughafen Zürich stehen umfangreiche technische Überprüfungen der Fluginfrastruktur an. Zwischen dem 8. und 19. Juni 2026 werden spezielle Messflüge durchgeführt, um den neu installierten Gleitwegsender auf der Piste 28 offiziell in Betrieb nehmen zu können.
Die Flüge finden vorwiegend in den Nachmittagsstunden sowie in den späten Abend- und Nachtstunden statt, wobei die operativen Einsätze nach Angaben der Flughafendirektion bis spätestens zwei Uhr morgens abgeschlossen sein müssen. Das betroffene System war im Frühjahr im Rahmen der regulären Modernisierungsintervalle des Instrumentenlandesystems (ILS) für den sogenannten Ostanflug ausgetauscht worden und erfordert vor der behördlichen Freigabe eine präzise Kalibrierung.
Für die Durchführung der technischen Überprüfungen wird ein zweimotoriges Propellerflugzeug vom Typ Beechcraft King Air 350 eingesetzt. Diese Maschine ist speziell für die Flugvermessung umgerüstet und mit hochpräzisen Navigations- und Messgeräten ausgestattet, welche die Signale des neuen Senders im Anflugprofil erfassen und analysieren. Die Gesamtverantwortung für die detaillierte Flugplanung sowie die fliegerische Durchführung liegt bei der Schweizer Flugsicherungsgesellschaft Skyguide. Da die Flüge wiederholt tiefe Überflüge im Nahbereich der Piste 28 erfordern, koordiniert die Flugsicherung die Termine eng mit dem laufenden Linienflugbetrieb, um Verzögerungen im regulären Flugplan zu minimieren.
Aus Sicherheitsgründen und aufgrund internationaler Luftfahrtrichtlinien der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) müssen alle Komponenten eines Instrumentenlandesystems vor der finalen Betriebsfreigabe im realen Flugbetrieb zertifiziert werden. Der Gleitwegsender ist dabei eine kritische Komponente, da er den ankommenden Verkehrsmaschinen den exakten vertikalen Sinkflugwinkel zur Landebahn vorgibt. Die Durchführung der Messungen in den Nachtstunden ist unumgänglich, da der reguläre Flugverkehr während dieser Zeiten ruht und somit die erforderlichen, exakt definierten Flugprofile ohne Sicherheitsrisiken oder Behinderungen des kommerziellen Luftverkehrs abgeflogen werden können.
Die Anwohner in den Gemeinden rund um den Flughafen Zürich wurden bereits im Vorfeld über die bevorstehenden nächtlichen Lärmemissionen informiert. Die Flugbewegungen konzentrieren sich primär auf die Anflugsektoren östlich des Flughafens. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) überwacht das gesamte Verfahren und wird nach erfolgreichem Abschluss der Messdatenanalyse durch die Experten von Skyguide die formelle Betriebsbewilligung für den modernisierten Gleitwegsender erteilen, sodass das System pünktlich zum Sommerpeak voll einsatzbereit ist.