Ein ungewöhnlicher Zwischenfall hat am Flughafen Heraklion auf der griechischen Insel Kreta für die Verzögerung eines internationalen Passagierflugs gesorgt.
Vor dem geplanten Start bemerkte der Kommandant der Maschine einen Bartgeier, der sich auf einer der Tragflächen niedergelassen hatte und das Flugzeug nicht mehr selbstständig verließ. Nach der Benachrichtigung des Kontrollturms verständigten die zuständigen Flughafenbehörden die örtliche Feuerwehr, um den Greifvogel ohne Verletzungen von der Fläche zu entfernen.
Für die Bergung des Vogels brachten die Einsatzkräfte eine Spezialleiter zum Einsatz, während der Pilot das Flugzeug repositionierte, um den Einsatzkräften den Zugang zu erleichtern. Unter Einsatz von Schutzbekleidung und einer Jacke gelang es den Feuerwehrleuten schließlich, das Tier sicher einzufangen. Der Geier zeigte sich während der Bergung ruhig und wurde nach der Aktion zur Dienststelle der Flughafenfeuerwehr gebracht, um anschließend von Tiermediziner und Wildtierexperten begutachtet zu werden.
Der Vorfall hebt die Herausforderungen hervor, die durch die Nähe von Flugplätzen zu geschützten Lebensräumen entstehen. Der Bartgeier gehört in Europa zu den bedrohten Raubvogelarten, wobei die Insel Kreta eine der letzten bedeutenden Populationen im östlichen Mittelmeerraum beherbergt. Wildtierorganisationen weisen darauf hin, dass die Tiere auf der Suche nach Thermik oder Futter gelegentlich in den Luftraum von Flugplätzen geraten, was Risiken für den Flugbetrieb und das Überleben der Tiere birgt.
Nach der erfolgreichen Bergung des Tiers und der Überprüfung der Tragfläche auf eventuelle Beschädigungen konnte die Maschine ihre Startvorbereitungen fortsetzen und den Flug fortführen. Luftfahrtexperten betonen, dass das besonnene Handeln der Besatzung und der Rettungskräfte Schäden am Fluggerät sowie eine Gefährdung des Greifvogels verhinderte.