Der Frankfurter Flughafen, Deutschlands größtes Luftverkehrskreuz, steht kurz vor der Fertigstellung eines seiner größten Bauprojekte der jüngeren Geschichte. Nach rund zehn Jahren Bauzeit hat der Betreiber Fraport mitgeteilt, daß der rund vier Milliarden Euro teure Neubau des Terminal 3 im Süden des Flughafengeländes die behördliche Abnahme erfolgreich durchlaufen hat.
Dies umfaßt auch die Freigabe des Brandschutzkonzeptes, eine technische Hürde, die in der Vergangenheit bei ähnlichen Großprojekten in Deutschland zu erheblichen Verzögerungen geführt hatte. Mit dieser Abnahme tritt das Terminal 3 in die finale Phase vor seiner Inbetriebnahme ein.
Erfolgreiche Hürde der Brandschutzabnahme
Die behördliche Freigabe des Terminal 3 ist ein entscheidender Schritt für das gesamte Bauprojekt. Besonders die Brandschutzabnahme stellte eine heikle Sache dar, wie ein Sprecher von Fraport betonte. Die Komplexität des Brandschutzes in einem Bauwerk dieser Größenordnung erfordert umfangreiche Nachweise und Tests, die in Deutschland streng überwacht werden. Am Beispiel des Berliner Flughafens BER zeigte sich, welche Probleme und jahrelangen Verzögerungen eine fehlerhafte Brandschutzplanung verursachen kann. Die erfolgreiche Abnahme in Frankfurt bedeutet somit einen wichtigen Meilenstein für die Terminplanung der Fraport.
Das Terminal 3 war über ein Jahrzehnt lang in Bau. Die Gesamtinvestitionssumme von rund vier Milliarden Euro unterstreicht die Dimension des Projekts, das die Kapazitäten des Frankfurter Flughafens maßgeblich erweitern soll. Obwohl die behördliche Abnahme erfolgt ist, sind noch Restarbeiten zu erledigen, darunter der finale Ausbau der Ladenlokale und Imbisse sowie die Feinjustierung der technischen Anlagen. Die Gepäckförderanlage, ein kritischer und komplexer Bestandteil des modernen Flughafenbetriebs, wird laut Unternehmenssprecher „andauernd getestet“.
Kapazitätserweiterung und Testläufe mit Komparsen
Das neue Terminal 3 wird in seiner ersten Ausbaustufe eine Jahreskapazität von zunächst 19 Millionen Passagieren bieten. Diese Erweiterung ist für den Flughafen Frankfurt von großer strategischer Bedeutung, da der Flughafen bereits vor den Auswirkungen der jüngsten Pandemie an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen war. Die Steigerung der Passagierabfertigung ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit Frankfurts als europäisches Luftverkehrsdrehkreuz im Konkurrenzkampf mit Amsterdam, Paris und anderen großen Airports.
Um die reibungslose Inbetriebnahme zu gewährleisten, plant Fraport im kommenden Jahr umfangreiche Testläufe mit Komparsen. Zwischen Januar und April 2026 sollen etwa 8.000 Menschen gegen eine Aufwandsentschädigung die Abläufe des Passagierbetriebs detailgetreu durchspielen. Dies umfaßt alle kritischen Schritte: von der Anreise – sei es über die neue Sky-Line-Bahn (eine fahrerlose Personentransportanlage) oder mit dem Auto – über den Check-in, die Sicherheitskontrollen bis hin zum Boarding am Flugsteig. Solche Probebetriebe sind in der Flughafenbranche Standard und dienen dazu, Engpässe und Funktionsstörungen in der Ablaufkette zu identifizieren und vor der echten Inbetriebnahme zu beheben.
Eröffnungstermin nach den Osterferien erwartet
Obwohl der genaue Eröffnungstermin des Terminal 3 noch nicht offiziell feststeht, kündigte Fraport an, diesen in der kommenden Woche verkünden zu wollen. Nach den vorläufigen Planungen wird die Inbetriebnahme voraussichtlich nach den hessischen Osterferien erfolgen. Der Schulbeginn nach den Ferien ist am 13. April 2026, was einen Start des Terminalbetriebs im zweiten Quartal des Jahres 2026 erwarten läßt.
Die Eröffnung des Terminal 3 wird voraussichtlich mit einer Neuzuordnung von Fluggesellschaften einhergehen, um die Terminals effizienter auszulasten. Es gilt als wahrscheinlich, daß Fraport seine Allianzpartner, insbesondere diejenigen der Star Alliance, in den bestehenden Terminals 1 und 2 konzentrieren wird, während andere Fluggesellschaften in den neuen Terminal 3 umziehen. Dies wird logistische Herausforderungen bei der Umstellung des Betriebes mit sich bringen.