Der internationale Flughafenbetreiber Fraport hat in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2026 operative Zuwächse verzeichnet. Wie das Unternehmen bei der Vorlage der Neunmonatsbilanz am 4. November 2026 bekannt gab, stieg der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,8 Prozent auf 3,466 Milliarden Euro.
Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 2,0 Prozent zu und erreichte mit 1,178 Milliarden Euro einen Höchstwert. Haupttreiber dieser finanziellen Entwicklung war die Dynamik an den internationalen Konzernstandorten, die Rückgänge und Stagnationseffekte am Heimatflughafen Frankfurt am Main ausgleichen konnten. Trotz eines rückläufigen Konzernergebnisses infolge gestiegener Zinsaufwendungen und planmäßiger Abschreibungen nach der Fertigstellung von Großprojekten bestätigte der Vorstand um den Vorsitzenden Dr. Stefan Schulte die Finanzprognose für das Gesamtjahr 2026.
Operative Entwicklung und Passagiervolumina an den internationalen Standorten
Im Berichtszeitraum von Januar bis September 2026 lag das Passagieraufkommen des Fraport-Konzerns an allen gemanagten Flughäfen erstmals wieder über dem Niveau der Zeit vor der Pandemie. Insgesamt wurden rund 146 Millionen Fluggäste an den Konzernstandorten abgefertigt, was einem Anstieg von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das Wachstum stützte sich dabei maßgeblich auf die Beteiligungen außerhalb Deutschlands.
Die 14 griechischen Regionalflughäfen im Konzernportfolio verzeichneten ein Passagierplus von 5.1 Prozent und setzten ebenso wie das südamerikanische Drehkreuz in Lima, Peru (plus 2,8 Prozent), neue Höchstwerte bei den Fluggastzahlen. Noch deutlichere prozentuale Zuwächse wiesen die Standorte in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana mit einem Plus von 15,7 Prozent sowie die brasilianischen Flughäfen in Fortaleza und Porto Alegre mit einem Zuwachs von 9,1 Prozent auf. Auch die bulgarischen Küstenflughäfen in Burgas und Varna verzeichneten mit einem Plus von 6,1 Prozent eine positive Verkehrsentwicklung. Infolge dieser Entwicklung stieg der Anteil des internationalen Geschäfts am Konzern-EBITDA in den ersten neun Monaten von 43 Prozent im Vorjahr auf 48 Prozent an; im rein isoliert betrachteten dritten Quartal stammten sogar 54 Prozent des operativen Konzernergebnisses aus den Auslandsgesellschaften.
Stagnierendes Verkehrsaufkommen und betriebliche Leistung am Flughafen Frankfurt
Im Gegensatz zum Wachstum im internationalen Netz verharrten die Passagierzahlen am Stammflughafen in Frankfurt am Main auf dem Niveau des Vorjahres. Zwischen Januar und September 2026 nutzten 47,5 Millionen Passagiere das hessische Luftfahrtdrehkreuz, was einem leichten Rückgang von 0,2 Prozent entspricht. Die Unternehmensführung führt die verhaltene Entfaltung des Flugverkehrs in Frankfurt auf anhaltend hohe staatlich induzierte Regulierungskosten in Deutschland sowie Kapazitätskürzungen seitens der Fluggesellschaften zurück. Zudem wirkte sich die Einstellung des Flugbetriebs der ehemaligen Lufthansa-Tochter Lufthansa CityLine dämpfend auf das regionale Zubringerangebot aus. Parallel dazu führten geopolitische Spannungen im Nahen Osten und schwankende Kerosinpreise zu temporären Anpassungen von Flugstrecken.
Trotz der stagnierenden Fluggastzahlen verbesserte sich die operative Leistungsfähigkeit des Flughafenbetriebs in Frankfurt spürbar. Während der verkehrsintensiven Sommermonate stieg die Pünktlichkeitsquote um knapp sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Sommer 2025. Mit einer Gesamtpünktlichkeit von rund 74 Prozent übertraf der Standort Frankfurt im Berichtszeitraum die operativen Vergleichswerte anderer europäischer Drehkreuze wie Amsterdam Schiphol, Paris-Charles de Gaulle und Madrid-Barajas.
Finanzielle Kennzahlen und Effekte der Infrastrukturinvestitionen
Der Anstieg des bereinigten Konzernumsatzes (ohne Effekte aus Bau- und Ausbaumaßnahmen nach IFRIC 12) um 4,7 Prozent auf 3,350 Milliarden Euro basierte zu wesentlichen Teilen auf Erlöszuwächsen bei den Tochtergesellschaften Fraport Greece (plus 39,3 Millionen Euro) und Lima Airport Partners (plus 33,9 Millionen Euro). Das Konzern-EBITDA stieg um 2,0 Prozent auf 1,178 Milliarden Euro. Diese operative Erhöhung ist insbesondere vor dem Hintergrund zu bewerten, dass im Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Einmaleffekt den Aufwand um 50 Millionen Euro gemindert hatte.
Das Konzernergebnis (Reingewinn) ging im Neunmonatszeitraum um 28,8 Prozent auf 314,5 Millionen Euro zurück. Dieser Rückgang entspricht den Erwartungen des Managements und resultiert aus erhöhten Zinsverpflichtungen zur Investitionsfinanzierung sowie planmäßig gestiegenen Abschreibungen. Die Erhöhung der Abschreibungsbasis steht im direkten Zusammenhang mit der Inbetriebnahme fertiggestellter Infrastrukturprojekte am Standort Lima sowie ersten Teilbereichen der Standorterweiterungen in Frankfurt. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie sank entsprechend auf 2,95 Euro, nachdem es im Vorjahreszeitraum bei 4,30 Euro gelegen hatte. Der Freie Cashflow verdoppelte sich im selben Zeitraum nahezu auf 93 Millionen Euro (Vorjahr: 48,1 Millionen Euro), was auf die operative Cashflow-Stärke und den reduzierten Investitionsbedarf nach dem Abschluss großer Bauphasen zurückzuführen ist.
Bestätigung der Prognose für das Gesamtjahr 2026
Auf Grundlage der operativen Kennzahlen der ersten drei Quartale hielt der Vorstand der Fraport AG an seiner Finanz- und Jahresprognose für das Gesamtjahr 2026 fest. Die Unternehmensführung geht davon aus, dass sich das Passagierwachstum im internationalen Portfolio in den verbleibenden Monaten fortsetzt, während für den Flughafen Frankfurt ein Erreichen des Gesamtniveaus von 2025 prognostiziert wird.
Für das Konzern-EBITDA wird weiterhin ein Wert von bis zu 1,5 Milliarden Euro erwartet (Gesamtjahr 2025: 1,44 Milliarden Euro). Der Ausblick für das Konzernergebnis bleibt ebenfalls unverändert in der Spanne zwischen 300 Millionen Euro und 400 Millionen Euro angesetzt (Gesamtjahr 2025: 468,1 Millionen Euro). Das Management stützt seine Erwartungen auf die stabile Nachfrage im internationalen Flugreiseverkehr und die nachhaltige Marge der Auslandsaktivitäten.