Terminal 2 in Frankfurt (Foto: Fraport AG).
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Fraport nimmt das Terminal 2 für ein Modernisierungsprojekt außer Betrieb

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Der Frankfurter Flughafen erlebt eine der weitreichendsten infrastrukturellen Transformationen seiner jüngeren Geschichte. Der Flughafenbetreiber Fraport hat den gesamten Passagierbetrieb im Terminal 2 eingestellt.

Nach mehr als drei Jahrzehnten intensiver und kontinuierlicher Nutzung seit der feierlichen Eröffnung im Herbst 1994 ist die Bausubstanz sowie die gesamte technische Gebäudeausrüstung an ihre kapazitären und funktionalen Grenzen gestoßen. Während in den vergangenen Jahren lediglich kleinere Instandhaltungsmaßnahmen bei laufendem Betrieb realisiert werden konnten, ermöglicht die kürzlich erfolgte Inbetriebnahme des neuen Terminals 3 nun eine vollständige und temporäre Schließung des Gebäudekomplexes. Fraport nutzt dieses strategische Zeitfenster, um rund 1,5 Milliarden Euro in eine tiefgreifende Sanierung, die Modernisierung sicherheitsrelevanter Systeme sowie die vollständige Neustrukturierung der Passagierströme zu investieren. Alle Fluggesellschaften, die bislang im Terminal 2 abgefertigt wurden, haben das Gebäude in mehreren koordinierten Wellen verlassen und ihre operativen Basen in das Terminal 3 verlegt. Während die Hallen für die Öffentlichkeit gesperrt werden, bleiben wesentliche logistische Schnittstellen wie die Vorfeldpositionen, die Gepäckförderanlagen und die übergeordnete Transportinfrastruktur weiterhin aktiv, um den Gesamtbetrieb des Hub-Systems nicht zu gefährden.

Der logistische Kraftakt des Umzugs und die verbleibende Kerninfrastruktur

Die Einstellung des Passagierbetriebs im Terminal 2 markiert den Schlusspunkt einer monatelangen operativen Vorbereitungsphase. Zahlreiche internationale Fluggesellschaften, darunter namhafte Allianzen und Interkontinental-Carrier, mussten mitsamt ihrer gesamten Bodeninfrastruktur, den Check-in-Schaltern, Lounges und Ticketbüros ohne Unterbrechung des laufenden Flugplans transferiert werden. Dieser Umzug verlief plangemäß in strategisch gestaffelten Phasen. Das neu eröffnete Terminal 3 übernimmt ab sofort die vollständige Kompensation dieser Passagierkapazitäten und stellt mit seinen modernen Abfertigungsanlagen sicher, dass das Gesamtaufkommen am Frankfurter Flughafen auch zu den Hauptreisezeiten im Sommer stabil bewältigt werden kann.

Trotz der Schließung der Check-in-Hallen und der Flugsteige D und E verfällt das Terminal 2 nicht in einen vollständigen Dornröschenschlaf. Um die Flexibilität auf dem Vorfeld zu wahren, bleiben die direkt am Gebäude gelegenen Flugzeugpositionen sowie die Fluggastbrücken weiterhin in das Parkpositionsmanagement des Flughafens integriert. Die gelandeten Maschinen werden dort wie gewohnt geparkt und abgefertigt, während die Passagiere über bestehende Bussysteme oder verbleibende Korridore zu den aktiven Terminals geleitet werden. Ebenso verbleibt die unterirdische Gepäckförderanlage im aktiven Dienst, da sie ein unverzichtbares Bindeglied im komplexen Transfersystem des Frankfurter Flughafens darstellt. Auch die Sky Line-Personenbeförderungsanlage, die das Terminal 1 mit dem Südbahnhof und dem neuen Terminal 3 verbindet, läuft ohne Einschränkungen weiter, und die Großgarage unter dem Terminal 2 steht den Fluggästen und Mitarbeitern weiterhin als Parkraum zur Verfügung.

Technische Kernsanierung und die Neuausrichtung der funktionalen Abläufe

Die baulichen Maßnahmen, die in den kommenden Jahren auf das Terminal 2 zukommen, gleichen einer operationellen Operation am offenen Herzen. Das Modernisierungsprogramm sieht eine vollständige Entkernung und Erneuerung der technischen Systeme vor. Die gesamte Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sowie die veralteten Brandmelde- und Rauchabzugsanlagen entsprechen nicht mehr den zukünftigen Anforderungen und werden durch computergesteuerte Systeme der neuesten Generation ersetzt. Gleichzeitig investiert Fraport massiv in die vertikalen Transportsysteme innerhalb des Gebäudes. Dutzende Aufzüge und Rolltreppen, die seit 1994 Millionen von Reisenden befördert haben, werden komplett ausgetauscht. Hinzu kommen umfassende Sanierungsarbeiten an den Sanitäranlagen, den Büroflächen für die Fluggesellschaften und den behördlichen Kontrollbereichen.

Neben der reinen Mängelbeseitigung und dem Austausch gealterter Technik nutzt die Fraport AG die Schließung für eine radikale Restrukturierung der operativen Prozesse. Das Terminal 2 war in seiner ursprünglichen Architektur durch dezentrale Sicherheitskontrollen vor den einzelnen Flugsteigen geprägt, was bei knappen Umsteigezeiten oft zu logistischen Engpässen und unruhigen Passagierströmen führte. Das neue Konzept sieht eine vollständige Zentralisierung der Passagier- und Handgepäckkontrollen vor. Durch diese Maßnahme können die Passagierströme nach dem Check-in effizienter gesteuert und Wartezeiten signifikant verkürzt werden. Ein weiterer wirtschaftlicher Fokus liegt auf der Flexibilisierung der Einzelhandels- und Gastronomieflächen. Die Marktplätze im Terminal werden so umgestaltet, dass sie sich dynamisch an unterschiedliche Verkehrsströme anpassen lassen, unabhängig davon, ob es sich um hohes Aufkommen im Schengen-Verkehr oder um spezifische Anforderungen des interkontinentalen Non-Schengen-Verkehrs handelt.

Zeitplan des Großprojekts und die langfristigen Wachstumsperspektiven ab den 2030er-Jahren

Das Großprojekt ist auf einen langen Zeitraum angelegt, was die Komplexität des Vorhabens unterstreicht. Die Fraport AG geht davon aus, dass allein die detaillierte Bauplanung, die Ausschreibungsverfahren für die verschiedenen Gewerke und die logistische Absicherung der Baustelle im Sicherheitsbereich des Flughafens mehr als drei Jahre in Anspruch nehmen werden. Der tatsächliche, sichtbare Baubeginn in den Hallen des Terminals 2 ist für das Jahr 2030 projektiert. Diese lange Vorlaufzeit ist notwendig, um Schnittstellenkonflikte mit dem parallel laufenden Betrieb des restlichen Flughafens im Vorfeld komplett auszuschließen.

Die Wiederinbetriebnahme des runderneuerten Terminals 2 ist für die Mitte der 2030er-Jahre fest eingeplant. Nach der Fertigstellung soll das Gebäude über eine jährliche Abfertigungskapazität von mehr als 10 Millionen Passagieren verfügen. Dr. Pierre Dominique Prümm, Technischer Leiter der Fraport AG, betonte, dass das modernisierte Terminal nach seiner Rückkehr einen zentralen Baustein im Frankfurter Hub-System bilden wird. Die neugewonnene Flexibilität und die beschleunigten Abfertigungsprozesse sollen dann vor allem den Fluggesellschaften der Star Alliance sowie weiteren internationalen Partnern neue, stabile Wachstumsperspektiven am größten deutschen Flughafen bieten und die Wettbewerbsfähigkeit Frankfurts im Vergleich zu den expandierenden Drehkreuzen in London, Paris und im Nahen Osten dauerhaft sichern.

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