Einer 81-jährigen Passagierin der Frontier Airlines wurde der Rückflug von San Juan, Puerto Rico, nach New York verweigert, da sie ihren Papagei Plucky, der ihr als emotionales Hilfstier dient, bei sich führte. Obwohl die Frau mit dem exotischen Vogel den Hinflug von New York nach Puerto Rico ohne Probleme absolvieren konnte, wurde ihr vor dem Rückflug mitgeteilt, daß der Papagei nicht an Bord erlaubt sei. Dieser Vorfall verdeutlicht die teils widersprüchlichen und uneinheitlichen Regelungen von Fluggesellschaften bezüglich der Mitnahme von Tieren, insbesondere von solchen, die als emotionale Unterstützung dienen.
Maria Fraterrigo, die betroffene Passagierin, kümmert sich seit über zwei Jahrzehnten um ihren Papagei Plucky. Nach dem Tod ihres Mannes entwickelte sich die Beziehung zu dem Tier noch intensiver, und Plucky wurde zu einem wichtigen emotionalen Halt für die 81-Jährige. Wie berichtet wird, war Frau Fraterrigo bereits mehrfach mit Plucky nach Puerto Rico geflogen, ohne daß es dabei zu Schwierigkeiten kam. Umso überraschender war die Situation, als ihr am 5. April am Flughafen von San Juan von einem Mitarbeiter der Frontier Airlines mitgeteilt wurde, daß sie ihren Rückflug nach New York nicht mit ihrem gefiederten Begleiter antreten dürfe. Dies geschah, obwohl ihr Sohn Robert zuvor die Notwendigkeit des Papageis als Hilfstier für seine Mutter nachgewiesen hatte. Die Begründung der Fluggesellschaft lautete, daß Plucky beim Hinflug von New York nach Puerto Rico „nicht korrekt kontrolliert“ worden sei.
Ein Sprecher von Frontier Airlines äußerte sich gegenüber Medien, daß die Angelegenheit derzeit untersucht werde und die Fluggesellschaft mit der Kundin und ihrer Familie in Kontakt stehe, um ihr bei der schnellstmöglichen Rückkehr nach Hause zu helfen. Da Frau Fraterrigo verständlicherweise nicht ohne ihren emotionalen Beistand fliegen wollte, trat sie den geplanten Rückflug nicht an. Frontier Airlines erstattete ihr daraufhin den Flugpreis von 190 Dollar und bot zusätzlich eine Entschädigung in Form eines Gutscheins über 250 Dollar an. Für Frau Fraterrigo und ihre Familie dürfte dies jedoch kaum die emotionale Belastung aufwiegen, die durch die unerwartete Situation und die Ungewißheit ihrer Rückreise entstanden ist. Die intensiven Bemühungen ihres Sohnes, eine andere Fluggesellschaft für den Rücktransport von Maria und Plucky zu finden, blieben zunächst erfolglos.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die unterschiedlichen Handhabungen von emotionalen Hilfstieren durch Fluggesellschaften. Während Frau Fraterrigo nach eigenen Angaben bei der Buchung der Reise die Auskunft erhalten hatte, daß die Mitnahme eines emotionalen Hilfstieres in Ordnung sei, ohne daß nach der Art des Tieres gefragt wurde, scheinen die aktuellen Richtlinien von Frontier Airlines diesbezüglich restriktiver zu sein. Laut Informationen der Fluggesellschaft werden derzeit „nur Hunde als Hilfstiere akzeptiert, die darauf trainiert sind, Arbeiten oder Aufgaben zugunsten einer qualifizierten Person mit einer Behinderung auszuführen, einschließlich psychiatrischer Hilfstiere“. Diese Regelung steht im Widerspruch zu der vorherigen Genehmigung für den Hinflug und der Aussage gegenüber Frau Fraterrigo bei der Buchung.
Es wird berichtet, daß Frontier Airlines generell nur kleine Hausvögel in der Kabine zuläßt, während größere Arten wie Papageien von der Beförderung ausgeschlossen sind. Dies steht im Einklang mit einer breiteren Entwicklung in der Luftfahrtindustrie, bei der viele Fluggesellschaften ihre Richtlinien für die Beförderung von emotionalen Hilfstieren verschärft oder ganz eingestellt haben. Hintergrund dieser Entwicklung sind unter anderem Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und des Komforts anderer Passagiere sowie Schwierigkeiten bei der Überprüfung der tatsächlichen Notwendigkeit der Tiere als emotionale Unterstützung. Der Fall von Maria Fraterrigo zeigt auf tragische Weise die Konsequenzen solcher uneinheitlichen und sich möglicherweise ändernden Regelungen für betroffene Passagiere. Die Verwirrung, die durch die zunächst erteilte Erlaubnis für den Hinflug entstand, führte letztendlich zu einer unerwarteten und belastenden Situation für die 81-jährige Frau in Puerto Rico.