Bei der Lufthansa Technik AG steht ein Wechsel an der Unternehmensspitze bevor. Der Aufsichtsrat hat den 54-jährigen Wirtschaftsingenieur Harald Gloy mit Wirkung zum 1. Februar 2027 für eine fünfjährige Amtszeit zum neuen Vorstandsvorsitzenden berufen.
Er folgt auf Sören Stark, der mit Erreichen des 60. Lebensjahres in den Ruhestand tritt. Gloy gehört dem Vorstand des Hamburger Instandhaltungsunternehmens bereits seit 2022 als Chief Operating Officer (COO) an und verantwortet in dieser Funktion die weltweiten Betriebsabläufe sowie die IT-Infrastruktur.
Der künftige CEO blickt auf eine mehr als 25-jährige Laufbahn innerhalb des Lufthansa-Konzerns zurück. Nach Tätigkeiten in den Bereichen Logistik, Unternehmensstrategie und Triebwerküberholung übernahm Gloy die Leitung der Sparte für Flugzeugkomponenten. Zwischen 2019 und 2022 wechselte er als Betriebs- und Personalvorstand zur Schwestergesellschaft Lufthansa Cargo, ehe er zu Lufthansa Technik zurückkehrte. Die Nachfolge für seine bisherige Position als Chief Operating Officer soll nach Angaben des Aufsichtsrats unter der Vorsitzenden Grazia Vittadini zeitnah entschieden werden.
Der scheidende Vorstandschef Sören Stark leitet die MRO-Sparte (Maintenance, Repair and Overhaul) der Deutschen Lufthansa seit 2022. Zuvor war er ebenfalls als Operations-Vorstand bei Lufthansa Cargo sowie in verschiedenen Führungspositionen bei den Lufthansa Technik Logistik Services tätig. Unter Starks Führung schloss das Unternehmen langfristige Dienstleistungsverträge mit internationalen Fluggesellschaften ab und baute seine Reparaturkapazitäten im asiatischen und nordamerikanischen Markt aus, um der gestiegenen Nachfrage nach Triebwerksüberholungen zu begegnen.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass die Stabübergabe in eine Phase anhaltender Herausforderungen für die Flugzeuginstandhaltung fällt. Die weltweiten Engpässe bei Ersatzteilen, Verzögerungen in den Zulieferketten der Triebwerkshersteller sowie steigende Personalkosten belasten das operative Geschäft. Auf den neuen Vorstandsvorsitzenden wartet die Aufgabe, die Kapazitätsauslastung der weltweiten Werkstätten trotz des Fachkräftemangels stabil zu halten und die Eigenständigkeit der Tochtergesellschaft innerhalb des Lufthansa-Konzerns zu sichern.