Die US-amerikanische Fluggesellschaft Southwest Airlines steht vor einem weiteren bedeutenden Schritt in ihrer laufenden Restrukturierung. Im April 2025 werden zwei weitere Mitglieder des Verwaltungsrates, Elaine Mendoza und Eduardo F. Conrado, ihre Posten räumen. Damit setzt sich der tiefgreifende Wandel fort, der im vergangenen Jahr mit der Intervention des aktivistischen Hedgefonds Elliott Investment Management begann.
Die bevorstehenden Rücktritte von Mendoza und Conrado markieren das letzte Kapitel eines umfassenden Führungswechsels bei Southwest Airlines. Die Fluggesellschaft hatte in den letzten Jahren zunehmende Kritik an ihrer Unternehmensführung erhalten, insbesondere nach operativen Schwierigkeiten und einer wachsenden Konkurrenz im hart umkämpften Billigflugsegment. Im Jahr 2024 erwarb Elliott Investment Management eine Beteiligung von 1,9 Milliarden US-Dollar an Southwest und forderte tiefgreifende Änderungen in der Unternehmensstruktur.
Im Zuge einer Einigung mit dem Hedgefonds wurde beschlossen, die Anzahl der Vorstandsmitglieder von 15 auf 13 zu reduzieren. Elliott erhielt das Recht, fünf neue Direktoren zu ernennen, was seine Kontrolle über die Unternehmensführung stärkte. Die nun angekündigten Rücktritte stehen im Einklang mit dieser Neuausrichtung. Laut einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC erfolgten die Rücktritte jedoch nicht aufgrund von internen Konflikten oder Meinungsverschiedenheiten.
Wer sind die scheidenden Vorstandsmitglieder?
Eduardo F. Conrado ist eine angesehene Führungspersönlichkeit im Gesundheits- und Technologiesektor. Der ehemalige Manager von Motorola Solutions ist derzeit Präsident von Ascension, einer der größten gemeinnützigen Gesundheitsorganisationen der USA. Elaine Mendoza hingegen ist Gründerin und CEO von Conceptual Mindworks, einem Unternehmen für medizinische Informatik und Softwareentwicklung. Beide traten dem Vorstand erst im Jahr 2023 bei und gehörten zu den ersten Neubesetzungen unter dem aktuellen CEO Bob Jordan, der im Jahr 2022 Gary Kelly abgelöst hatte.
Neben diesen Vorstandsveränderungen gibt es auch bedeutende Abgänge im operativen Management. Die langjährigen Führungskräfte Tammy Romo (Chief Financial Officer) und Linda Rutherford (Chief Administration Officer) haben ihren Rücktritt zum 1. April 2025 angekündigt. Beide sind seit über drei Jahrzehnten bei Southwest tätig und haben maßgeblich zur Entwicklung des Unternehmens beigetragen.
Einfluss von Elliott Investment Management
Elliott Investment Management hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend Einfluss bei Southwest Airlines gesichert. Das Unternehmen argumentierte, dass Southwest unter der bisherigen Führung nicht effizient genug operiert habe. Kritiker warfen der Airline insbesondere vor, in den letzten Jahren nicht ausreichend auf veränderte Marktbedingungen und technologische Entwicklungen reagiert zu haben.
Die strukturellen Veränderungen führten bereits im September 2024 dazu, dass der langjährige CEO und Executive Chairman Gary Kelly frühzeitig zurücktrat. Sein Nachfolger als Aufsichtsratsvorsitzender wurde Rakesh Gangwal, Mitbegründer der indischen Fluggesellschaft IndiGo. Gangwal gilt als erfahrener Manager in der Luftfahrtbranche und bringt internationale Expertise in die Führung von Southwest ein.
Wirtschaftliche Lage von Southwest Airlines
Trotz der internen Umstrukturierungen bleibt Southwest Airlines finanziell solide aufgestellt. Anfang 2025 gab das Unternehmen einen Jahresgewinn von 465 Millionen US-Dollar bekannt. Mit einem Rekordumsatz von 27,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 konnte Southwest zeigen, dass es sich weiterhin als eine der führenden Fluggesellschaften im Low-Cost-Segment behauptet.
Die Flotte der Airline wächst ebenfalls weiter. 2024 wurden 22 neue Boeing 737 Max 8 in Betrieb genommen – zwei mehr als ursprünglich erwartet. Für 2025 plant Southwest die Übernahme von 38 weiteren Maschinen dieses Typs, auch wenn dies unter der ursprünglich geplanten Anzahl liegt. Der Fokus auf die 737 Max-Flugzeuge unterstreicht die langfristige Strategie von Southwest, eine homogene Flotte zur Kostenoptimierung und betrieblicher Effizienz beizubehalten.