Die südkoreanischen Billigfluggesellschaften Jin Air, Air Busan und Air Seoul haben den Zeitplan für ihren Zusammenschluss unter einem gemeinsamen Dach bekannt gegeben.
Nach Beschlüssen der jeweiligen Unternehmensführungen soll der Zusammenschluss zum 17. März 2027 vollzogen werden, wobei die fusionierte Einheit vorläufig unter dem Namen „Unified Jin Air“ geführt wird. Die Transaktion setzt außerordentliche Hauptversammlungen der Aktionäre im Dezember sowie die finalen Genehmigungen der Luftfahrt- und Wettbewerbsbehörden voraus. Die Fusionsvereinbarung schließt unmittelbar an den geplanten Vollzug der Übernahme von Asiana Airlines durch Korean Air am 17. Dezember 2026 an.
Im Rahmen der Strukturierung tritt die bereits zur Hanjin-Gruppe gehörende Jin Air als aufnehmende Gesellschaft auf. Sie übernimmt Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Verträge, Rechtsverpflichtungen sowie die Belegschaften von Air Busan und Air Seoul, die bisher als Tochtergesellschaften von Asiana Airlines betrieben wurden. Mit einer Flotte von 58 Flugzeugen entsteht die nach Einheiten größte Billigfluggesellschaft Südkoreas. Das Streckennetz soll den Großraum Seoul über den Flughafen Incheon mit der starken Präsenz von Air Busan im südlichen Landesteil sowie der Region Yeongnam verbinden.
Die operative Zusammenführung erfolgt auf Basis des Betreiberzeugnisses (AOC) und der betrieblichen Standards von Jin Air. Der Integrationsprozess umfasst die schrittweise Vereinheitlichung der Flugzeugflotten, des Flugbetriebs, der Wartungssysteme, der Buchungsplattformen und des Kundenservice. Zur Vorbereitung auf das gemeinsame Zertifikat hat Jin Air rund 22 Milliarden Koreanische Won (etwa 13,5 Millionen Euro) in Simulatoren der Airbus A320neo-Familie und Schulungsinfrastruktur investiert. Gemeinsame Ausbildungsprogramme für Piloten, Wartungspersonal und Kabinencrews laufen bereits.
Branchenanalysten verweisen jedoch darauf, dass die Zusammenführung von drei eigenständigen Fluggesellschaften erhebliche Integrationsrisiken birgt. Die Harmonisierung unterschiedlicher Flottenstrukturen – insbesondere der Mischbetrieb aus Boeing 737 und Airbus A320-Typen – sowie abweichende Tarifverträge und Unternehmenskulturen stellen das Management vor komplexe Aufgaben. Zudem beobachten Wettbewerbsbehörden im asiatisch-pazifischen Raum die Marktkonzentration genau, um eine Einschränkung des Wettbewerbs auf stark frequentierten Inlands- und Regionalrouten zu verhindern.