Boeing 777-300ER (Foto: Emirates).
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Genehmigung eines fünften Zielortes für Emirates in Deutschland

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Die Bundesregierung hat der Fluggesellschaft Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten die rechtliche Möglichkeit eingeräumt, künftig einen fünften Zielflughafen in Deutschland anzusteuern. Diese Entscheidung folgte auf einen offiziellen Staatsbesuch des emiratischen Präsidenten Scheich Mohammed bin Sajid in Deutschland.

Die vereinbarte Regelung sieht vor, dass die Fluglinie bis zu sieben wöchentliche Verbindungen zu dem neuen Zielort anbieten kann, wobei die Rechte für so genannte Fünfte-Freiheit-Flüge zu Drittstaaten ausgeschlossen bleiben. Obwohl die Bundesregierung den Flughafen Berlin-Brandenburg in ihrer Stellungnahme nicht namentlich nannte, strebt Emirates seit Jahren eine Verbindung nach Berlin an. Während Vertretungen der Politik in Berlin und Brandenburg den Schritt als Stärkung der regionalen Verkehrsanbindung begrüßen, schärft die etablierte Konkurrenz ihre Kritik an einer möglichen Wettbewerbsverzerrung auf den Langstrecken.

Verkehrsrechtliche Rahmenbedingungen und Beschränkungen

Die Erweiterung der Flugrechte erfolgt im Rahmen einer Überarbeitung der bilateralen Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bislang verfügte Emirates über Genehmigungen für die vier deutschen Großflughäfen Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und Hamburg. Versuche der Fluggesellschaft, einen fünften Standort im deutschen Streckennetz zu etablieren, scheiterten in der Vergangenheit wiederholt am Widerstand wechselnder Bundesregierungen und heimischer Fluggesellschaften.

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr verwies darauf, dass die vereinbarte Obergrenze von sieben Flügen pro Woche eine Marktüberlastung verhindern soll. Durch das Verbot von Weiterflügen vom neuen Landepunkt in Drittstaaten bleibt der Betrieb rein auf den Punkt-zu-Punkt-Verkehr zwischen Deutschland und den Emiraten beschränkt. Emirates-Chef Tim Clark hatte im Vorfeld der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung im Juni 2026 das ausgeprägte Interesse des Unternehmens bekräftigt, den Flughafen Berlin-Brandenburg baldmöglichst in den Flugplan aufzunehmen.

Reaktionen aus der Politik der Hauptstadtregion

In den Bundesländern Berlin und Brandenburg stieß die Entscheidung der Bundesregierung auf Zustimmung. Das Brandenburger Verkehrsministerium teilte mit, dass mit dieser Regierungsentscheidung die formellen Voraussetzungen für eine regelmäßige Anbindung des Flughafens Berlin-Brandenburg durch Emirates geschaffen worden seien. Für die Metropolregion bedeute dies einen besseren Zugang zu einem internationalen Drehkreuz des weltweiten Luftverkehrs.

Auch der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, äußerte sich positiv zum Ausgang der Verhandlungen im Rahmen des Staatsbesuchs. Durch tägliche Verbindungen nach Dubai rücken die beiden Wirtschaftsregionen enger zusammen. Die Frage neuer Langstreckenverbindungen am Hauptstadtflughafen bildete auch im Vorfeld der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 ein zentrales Thema in den Debatten der politischen Parteien, die sich größtenteils für eine Ausweitung des internationalen Flugangebots aussprachen.

Haltung der heimischen Luftfahrtbranche und Wettbewerbsfragen

Die Entscheidung stieß bei der Lufthansa auf deutliche Ablehnung. Eine Sprecherin des deutschen Luftfahrtkonzerns betonte, dass die Einräumung zusätzlicher Verkehrsrechte an Fluggesellschaften aus den Golfstaaten Wertschöpfung und Arbeitsplätze aus Europa verlagere. Zudem werde die bestehende Asymmetrie im Wettbewerb verstärkt, da staatlich unterstützte Carrier aus der Golfregion unter anderen Kosten- und Rahmenbedingungen agieren als europäische Luftfahrtunternehmen.

Die Lufthansa verwies zudem darauf, dass die Zuweisung weiterer Kontingente an Emirates die Auslastung des innerdeutschen Feeder-Verkehrs beeinträchtigen könnte. Bisher werden Passagiere aus der Region Berlin primär über die deutschen Drehkreuze Frankfurt am Main und München an das internationale Streckennetz angebunden. Eine Direktverbindung von Emirates nach Dubai könnte Teile dieses Passagierstroms direkt abziehen.

Bestehendes Angebot auf der Route nach Dubai

Eine Flugverbindung durch Emirates würde das bestehende Angebot von Berlin in die Vereinigten Arabischen Emirate ergänzen, jedoch keine Monopolstellung begründen. Im Winterflugplan 2026/2027 bieten bereits andere Fluggesellschaften Direktflüge von Berlin nach Dubai an. Die Fluggesellschaft Condor plant die Aufnahme von Verbindungen ab dem 25. Oktober 2026, während Eurowings ab dem 1. November 2026 entsprechende Flüge im Programm führt.

Eine Einbindung von Emirates würde Passagieren jedoch über den reinen Punkt-zu-Punkt-Verkehr hinaus den Umstieg auf das weltweite Streckennetz der emiratischen Fluggesellschaft am Drehkreuz Dubai ermöglichen. Der genaue Zeitpunkt für die Aufnahme des Flugbetriebs durch Emirates am Flughafen Berlin-Brandenburg steht derzeit noch unter dem Vorbehalt der finalen Flugplanabstimmung.

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