Am Donnerstag, dem 12. März 2026, droht dem internationalen Luftverkehr am Flughafen Brüssel-Zaventem ein weitgehender Stillstand. Grund ist ein landesweiter Generalstreik, zu dem die großen belgischen Gewerkschaftsverbände FGTB, CSC und CGSLB aufgerufen haben.
Da die Arbeitsniederlegungen alle Sektoren, einschließlich des Transportwesens und der Sicherheitsdienste, umfassen, wird der Flughafenbetreiber voraussichtlich gezwungen sein, sämtliche Abflüge für diesen Tag zu streichen. Eine formelle 24-stündige Streikankündigung ermöglicht es Arbeitnehmern im ganzen Land, sich an den Protesten zu beteiligen, die sich gegen geplante Renten- und Haushaltsreformen der Föderalregierung richten.
Die zu erwartenden Einschränkungen am wichtigsten Luftverkehrskreuz Belgiens resultieren primär aus dem Personalmangel bei der Bodenabfertigung und den Sicherheitskontrollen. In der Vergangenheit führten vergleichbare Streikaktionen, wie zuletzt im Jahr 2025, zur kompletten Einstellung des Passagierbetriebs bei den Abflügen, während Ankünfte nur in stark reduziertem Maße abgewickelt werden konnten. Auch der Flughafen Brüssel-Süd Charleroi, der vor allem von Billigfluggesellschaften genutzt wird, dürfte von den massiven Störungen im öffentlichen Dienst und im Schienenverkehr betroffen sein, was die Anreise für Fluggäste zusätzlich erschwert.
Fluggesellschaften wie Air Canada haben bereits reagiert und kulante Umbuchungsregeln für betroffene Passagiere aktiviert. Reisende, die für den 12. März einen Flug ab Brüssel gebucht haben, können ihre Verbindung oft kostenlos verschieben oder in Reisegutscheine umwandeln. Gemäß der EU-Verordnung 261/2004 behalten Passagiere bei Flugausfällen zudem ihren Anspruch auf alternative Beförderung oder eine vollständige Ticketrückerstattung. Da Streiks des Flughafenpersonals oft als außergewöhnliche Umstände gewertet werden, entfällt in vielen Fällen zwar der Anspruch auf pauschale Entschädigungszahlungen, die Betreuungspflichten wie Verpflegung und Hotelunterbringung bleiben für die Airlines jedoch bestehen.
Das gewerkschaftliche Vorgehen ist Teil einer Eskalationsstufe im anhaltenden Konflikt um die belgische Arbeitsmarktpolitik. Neben dem Flughafen werden auch der Nahverkehr der Brüsseler Verkehrsbetriebe STIB sowie die nationale Bahngesellschaft SNCB bestreikt, was am Streiktag zu einer großflächigen Lahmlegung der Infrastruktur in der Hauptstadt führen wird. Passagiere werden dringend gebeten, nicht zum Flughafen zu reisen, sofern ihr Flug nicht ausdrücklich bestätigt wurde, und stattdessen frühzeitig die von den Fluglinien angebotenen flexiblen Optionen zur Reiseänderung zu nutzen.