Ein Zivilgericht in Thailand hat eine einstweilige Verfügung gegen die nationale Fluggesellschaft Thai Airways International aufgehoben und damit den Weg für die Neuausrichtung der Konzernführung freigemacht. Der Rechtsstreit wurde durch eine Klage von fünf Aktionären ausgelöst, welche die Rechtmäßigkeit der auf der Generalversammlung 2025 gefassten Beschlüsse bezweifelten. Mit der gerichtlichen Entscheidung wurde die Erweiterung des Verwaltungsrats von bisher elf auf nun 15 Mitglieder sowie die Besetzung der entsprechenden Positionen bestätigt. Die Kläger hatten unter anderem Verfahrensfehler bei der Abstimmung geltend gemacht, konnten jedoch vor Gericht keine ausreichenden Beweise für eine Annullierung der Beschlüsse vorlegen.
Die juristische Blockade hatte nach Angaben von Konzernchef Chai Eamsiri weitreichende Konsequenzen für die operative und strategische Planung des Unternehmens. Besonders betroffen war die Unterzeichnung eines bedeutenden Pachtvertrags für ein neues Wartungszentrum, der aufgrund der ungeklärten Zuständigkeiten im Gremium vorerst aufgeschoben werden musste. Das geplante Zentrum am Flughafen U-Tapao gilt als Schlüsselprojekt für die technische Sparte der Airline und soll künftig Wartungskapazitäten für Drittkunden in der Region Südostasien bereitstellen. Durch das Urteil können die Vertragsverhandlungen nun unmittelbar zum Abschluss gebracht werden.
Ein weiterer zentraler Punkt, der durch die gerichtliche Unsicherheit verzögert wurde, ist der umfassende Plan zur Flottenmodernisierung. Thai Airways beabsichtigt die Beschaffung zahlreicher neuer Flugzeuge, um die Kapazitäten nach der Phase der Restrukturierung wieder deutlich auszubauen. Hintergrund ist die steigende Nachfrage im asiatischen Luftverkehrsmarkt und der Bedarf an effizienterem Fluggerät für Langstreckenverbindungen. Branchenanalysen zeigen, dass die Airline derzeit Gespräche mit Herstellern wie Airbus und Boeing führt, um Lieferpositionen für das kommende Jahrzehnt zu sichern, wobei das Investitionsvolumen mehrere Milliarden US-Dollar umfasst.
Zusätzliche Recherchen verdeutlichen, dass Thai Airways unter strenger Beobachtung der Gläubiger steht, da sich das Unternehmen weiterhin in einem gerichtlich überwachten Sanierungsplan befindet. Die Stabilisierung des Verwaltungsrats wird von Finanzexperten als notwendiger Schritt gewertet, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen und den für 2026 geplanten Wiedereintritt in den regulären Börsenhandel vorzubereiten. Mit der nun erlangten Handlungsfähigkeit kann das Management die strategische Integration von Tochtergesellschaften und die Optimierung des Streckennetzes nach Europa und Australien vorantreiben, ohne weitere juristische Verzögerungen befürchten zu müssen.