Ein Gericht in Großbritannien hat in einem Rechtsstreit zwischen Tui Airways und SmartLynx Airlines Malta ein Urteil gefällt. Der Fall drehte sich um die komplexe Zusammenarbeit im Rahmen eines ACMI-Leasingvertrags. Bei dieser auch als Wet-Lease bekannten Vereinbarung stellt eine Fluggesellschaft (der Vermieter) einer anderen (dem Mieter) Flugzeuge samt Besatzung, Wartung und Versicherung zur Verfügung. Das Urteil vom 6. August 2025gibt Einblicke in die juristischen Fallstricke solcher Verträge.
Der Streit um den Einsatz von fünf Flugzeugen zwischen 2022 und 2024 basierte auf mehreren vertraglichen Vereinbarungen, darunter dem Aircraft Supply Agreement (ASA) und individuellen Leasingverträgen. Tui, die als Mieterin auftrat, forderte unter anderem Kautionsrückzahlungen und Entschädigungen für Flugzeugausfälle. SmartLynx, der Vermieter, bestritt die Ansprüche und stellte eigene Gegenforderungen.
Das Gericht, die King’s Bench Division des High Court, gab Tui in mehreren Punkten Recht, darunter bei den Kautionsrückzahlungen. Zugleich wurden jedoch auch Gegenforderungen von SmartLynx anerkannt. Die Vollstreckung des Urteils für bestimmte Aspekte wurde daher ausgesetzt, was die komplexe finanzielle Verflechtung zwischen den Parteien widerspiegelt. Das Urteil unterstreicht die Wichtigkeit präziser Vertragsgestaltung und effektiver Kommunikation.
Laut dem juristischen Magazin Solicitors Journal schafft dieses Urteil einen wichtigen Präzedenzfall für die Luftfahrtbranche. Es beleuchtet die komplexen Beziehungen, die mit dem Leasing von Flugzeugen einhergehen, und betont die Notwendigkeit klarer vertraglicher Regelungen, um solche Streitigkeiten zu vermeiden. Das Urteil könnte zukünftige Verhandlungen und Verträge im Wet-Lease-Segment beeinflussen.