Österreichisches Parlament (Foto: Pixabay).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Gesetzesreform im Parlament: Nationalrat beschließt umfassende Novelle des Luftfahrtgesetzes

Werbung

Der österreichische Nationalrat hat eine weitreichende Reform des Luftfahrtgesetzes beschlossen. Die Gesetzesinitiative, die auf einem Initiativantrag der Koalitionsfraktionen ÖVP, SPÖ und NEOS basiert, zielt auf eine Modernisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen im zivilen Luftverkehr ab.

Zu den Kernpunkten der Novelle gehören die Neugestaltung der Zuverlässigkeitsüberprüfungen für Beschäftigte in sicherheitsrelevanten Flughafenbereichen, die rechtliche Verankerung von Drohnen-Luftträumen, sogenannten „U-Spaces“, sowie administrative Erleichterungen bei behördlichen Außenlandungen und Hubschraubereinsätzen im Hochgebirge. Verkehrsminister Peter Hanke bewertete das Gesetzespaket als zielführenden Schritt zur Stärkung des österreichischen Luftfahrtstandortes, während Teile der Opposition die Reform ablehnten.

Ein zentraler Diskussionspunkt der Debatte betraf die Überarbeitung der Sicherheitsüberprüfungen für das Flughafenpersonal, von der jährlich rund 35.000 Personen betroffen sind. Die Neuregelung sieht vor, dass Angestellte bei einem Entzug des Flughafenausweises künftig einen formellen Bescheid erhalten, gegen den eine rechtliche Beschwerde eingelegt werden kann. Die Gewerkschaft vida begrüßte diese Änderung als Schließung einer rechtsstaatlichen Lücke, da ein Ausweisverlust oft den Verlust des Arbeitsplatzes nach sich zieht und die Existenz der Arbeitnehmer bedroht. Befürworter aus den Reihen der SPÖ betonten, dass dadurch verhindert werde, dass Beschäftigten wegen geringfügiger, nicht sicherheitsrelevanter Vorfälle pauschal die Arbeitserlaubnis entzogen wird.

Demgegenüber formierte sich deutliche Kritik vonseiten der FPÖ und der Grünen, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven. Der freiheitliche Abgeordnete Gerhard Deimek kritisierte die im Gesetz gewählten Formulierungen zur Feststellung von „Naheverhältnissen“ zu kriminellen oder terroristischen Gruppierungen als zu vage und unbestimmt. Dies öffne behördlicher Willkür Tür und Tor, statt auf nachvollziehbaren Tatsachengrundlagen zu basieren. Die Fraktion der Grünen wiederum warf der Koalition vor, Sicherheitsstandards zugunsten von Flughafenbetreibern und billigen Arbeitskräften aufzuweichen, da ein Naheverhältnis zu extremistischen Gruppen nicht mehr automatisch zum Ausschluss führe. Zudem bemängelten Kritiker die Ausgestaltung der neuen Pflichtversicherung für Drohnenflüge als unausgegoren.

Neben den Sicherheitsaspekten wurden im Rahmen der Plenarsitzung auch Fragen des Anrainerschutzes verhandelt. Ein Antrag der Grünen, der eine Verknüpfung von Flughafengebühren mit strengeren Lärmschutzmaßnahmen und einer Ausweitung der Nachtruhe in der Region rund um den Flughafen Wien-Schwechat forderte, fand im Parlament keine Mehrheit. Während die FPÖ und die Wirtschaftskoalition eine künstliche Verteuerung des Flugverkehrs und eine Schwächung des Wirtschaftsstandortes ablehnten, verwies das Verkehrsministerium auf laufende Verhandlungen zur Nachtflugpause und auf bestehende Lärmaktionspläne als fundierte Diskussionsgrundlage für künftige, standortverträgliche Anpassungen.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung