Getestet: Stadt Wien prescht mit Gratis-Corona-Tests vor

Teststation für Fußgänger vor dem Ernst-Happel-Stadion Wien (Foto: Jan Gruber).
Teststation für Fußgänger vor dem Ernst-Happel-Stadion Wien (Foto: Jan Gruber).

Getestet: Stadt Wien prescht mit Gratis-Corona-Tests vor

Teststation für Fußgänger vor dem Ernst-Happel-Stadion Wien (Foto: Jan Gruber).
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Mit sofortiger Wirkung bietet die Stadt Wien kostenfreie Coronatests für alle, die von einer Reise zurückgekehrt sind, an. Es spielt keine Rolle, ob man in einem Risikogebiet oder einer Nicht-Risikozone oder aber innerhalb von Österreich war. Die Testungen werden vor dem Ernst-Happel-Stadion durchgeführt.

Das Angebot richtet sich an Personen mit Wohnsitz in Wien. Offiziell müssen der Meldezettel, ein Ausweisdokument und die E-Card mitgenommen werden. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die E-Card und die mündliche Angabe der Wiener Wohnsitzadresse völlig ausreichend waren. Auch Nachweise zum Aufenthaltsort der Reise sind nicht erforderlich. Es muss lediglich mündlich der Staat, in dem man sich aufgehalten hat, angegeben werden. War man innerhalb von Österreich unterwegs, so gibt man das Bundesland, das eben nicht Wien sein sollte, an. Kosten fallen für die Testung keine an und die Angelegenheit ist, sofern es keine Wartezeit gibt, innerhalb von zwei bis drei Minuten, erledigt. 

Die Stadt Wien beabsichtigt mit dem Angebot der kostenfreien Testungen für Personen mit Hauptwohnsitz in Wien wesentlich mehr asymptomatische Fälle zu finden und so die weitere Verbreitung des Virus eindämmen zu können. Dazu schreibt das Rathaus, dass in den letzten Tagen etwa 3.948 Rückkehrer aus Kroatien die Gratis-Tests in Anspruch genommen haben und bislang 68 Proben positiv waren. Alle sollen asymptomatisch gewesen sein. Das bedeutet, dass die Getesteten überhaupt nicht bemerkt haben, dass sie Covid-19 in sich tragen.

Wie kommt man zu einem kostenlosen Corona-Test?

Das Angebot richtet sich nach Angaben der Stadt Wien, die für die Kosten aufkommt, an Personen mit Hauptwohnsitz in Wien, die sich im In- oder Ausland im Urlaub aufgehalten haben. Ausdrücklich muss man sich nicht in einer Hochrisiko-Zone befunden haben, um das Gratis-Angebot, das zeitlich unbefristet ist, in Anspruch nehmen zu können. Lediglich sollte die Rückkehr nach dem 14. August 2020 erfolgt sein, jedoch an Ort und Stelle wird nur abgefragt in welchem Staat oder Bundesland man war und nicht mehr und nicht weniger.

Vor Ort muss die E-Card vorgewiesen werden. Auf Verlangen müssen auch ein Ausweisdokument (zum Beispiel Reisepass oder Führerschein) und der Meldezettel, der einen Wohnsitz in Wien nachweist, vorgezeigt werden.

Wie wird die Testung durchgeführt?

Die Stadt Wien setzt auf den neuen „Gurgeltest“. Diese neue Testmethode gilt ebenfalls als sehr zuverlässig und im Gegensatz zum Abstrich müssen keine Wattestäbchen in Nase und Rachen geschoben werden. Am Testschalter wird eine verpackte Testflüssigkeit überreicht, die man etwa eine halbe Minute gurgeln muss und anschließend mittels eines Strohhalms in ein Teströhrchen spucken muss. Anschließend wird das Röhrchen zugeschraubt und der Mitarbeiter übernimmt dieses in einem desinfizierten Tuch. Der Strohhalm und die Verpackung der Testflüssigkeit werden in einen bereitgestellten Mistkübel geworfen. Zum Abschluss werden noch die Hände desinfiziert. Die Stadt Wien hat vor dem Ernst-Happel-Stadion sowohl Drive-In-Stationen als auch Walk-In-Stationen. Man kann also sowohl im eignen Auto sitzen bleiben als auch als Fußgänger mit den Öffis oder dem Fahrrad kommen.

In dieses Röhrchen muss die Testflü0igkeit mittels eines Strohhalms gespuckt werden (Foto: Jan Gruber).

Wer führt die Testung durch?

Kostenträger ist die Stadt Wien. Die Stationen werden in deren Auftrag von der Berufsrettung, Berufsfeuerwehr und vom Arbeiter-Samariterbund gemeinsam betrieben. Die Feuerwehr kümmerte sich um den Aufbau und hält „die Technik dahinter“ in Betrieb, während Mitarbeiter der beiden Rettungsorganisationen für die medizinische Betreuung der Probanden zuständig sind. Die Auswertung der Proben erfolgt durch das Wiener Großlabor Mühl-Speiser, das auch unter der Marke Labors.at bekannt ist.

Wie lange dauert es bis man das Ergebnis bekommt?

Das Labor Mühl-Speiser übermittelt nach Angaben, die vor Ort gemacht wurden, das Ergebnis innerhalb von maximal drei Werktagen per SMS und E-Mail an den Propanden. Aus diesem Grund müssen eine Telefonnummer und eine Mail-Adresse angegeben werden. Für den Fall, dass man nach Ablauf dieser Frist noch nichts bekommen hat, wird gleich ein Blatt mit den zuständigen Telefonnummern des Großlabors mitgegeben. Bei diesen soll man sich melden, aber nur dann, wenn man nach drei Tagen noch nichts bekommen hat.

Wer darf die Testungen nicht in Anspruch nehmen?

Die Stadt Wien weist ausdrücklich darauf hin, dass nur Personen, die keinerlei COVID-19-Symptome zeigen, kommen dürfen. Wer Symptome zeigt muss die Hotline 1450 wählen und eine Testung wird über diese veranlasst. Weiters richtet sich das Angebot an Personen mit Wohnsitz in Wien. Wenn man aber nachweisen kann, dass man sich mindestens vier Tage durchgehend in Wien aufgehalten hat oder das beabsichtigt, kann man ebenfalls kostenfrei getestet werden.

Und die für viele wohl wichtigsten Fragen zum Schluss? Muss man eine Maske tragen und ist der Test irgendwie schmerzhaft?

Ja, es besteht an den Test-Stationen Maskenpflicht. Diese darf nicht nur, sondern muss sogar bei der Testung dann abgenommen werden. Es wird der neue Gurgeltest eingesetzt. Dieser ist absolut schmerzfrei und vereinfacht gesagt vergleichbar mit dem Gurgeln eines Mundwassers nach dem Zähneputzen. Also auch für Kinder absolut keine Schmerzen zu erwarten. Leider schmeckt die Testflüßigkeit ein wenig fad, aber zum Glück nicht ekelhaft.

Teststraße vor dem Ernst-Happel-Stadion Wien (Foto: Jan Gruber).

Hinweise zur Anreise:

Die Teststation befindet sich in Wien-Leopoldstadt direkt vor dem Ernst-Happel-Fußballstadion. Man kann diese als Drive-In oder Walk-In ohne Terminvereinbarung nutzen. Leider hat man auf gute Ausschilderung keinen Wert gelegt, aber die Container, Schirme und Gitter (zur Abtrennung von Autos und Fußgängern) lassen sofort erahnen wo man hin muss.

Öffentlich kann man am einfachsten mit der U-Bahn-Linie U2, Stadion Stadion, oder mit den Buslinien kommen. Mit dem Auto einfach zum Ernst-Happel-Stadion fahren oder falls man nicht ortskundig ist dieses einfach ins Navi eingeben.

Die Stadt Wien erklärt, dass die Testungen jeden Tag (Montag bis Sonntag) von 6 Uhr 00 bis 21 Uhr 00 durchgeführt werden. Einen Termin braucht man nicht.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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