Die österreichische Fluggesellschaft Goldeck-Flug mit Sitz in Klagenfurt plant nach einer dreijährigen Pause die Wiederaufnahme ihres Geschäfts im Bereich der Geschäftsreisejets. Das Unternehmen bestätigte gegenüber der „Kleinen Zeitung“ die Absicht, eine Global Express XRS und eine Challenger 300 ihrer Flotte hinzuzufügen und veröffentlichte entsprechende Stellenanzeigen für Piloten.
Geschäftsführer Thomas Schindler gab die genaue Identität der Flugzeuge zwar noch nicht preis, erklärte jedoch, daß beide von ihren Eigentümern aus der Flotte eines anderen österreichischen Betreibers übernommen würden. Recherchen zeigen, daß in Österreich derzeit fünf Global Express XRS Jets registriert sind, betrieben von Avcon Jet, Glock Aviation, International Jet Management und Sparfell Luftfahrt, sowie drei Challenger 300, die bei Sparfell und Avcon Jet im Einsatz sind.
Stationierung in Wien und geplanter Betriebsbeginn im Juli 2025
Den Stellenanzeigen zufolge sollen beide Flugzeuge in Wien stationiert werden. Goldeck-Flug plant, den Betrieb der Jets im Juli 2025 aufzunehmen. Die Eigentümer der Flugzeuge sind ebenfalls in Wien ansässige Österreicher.
Die Flugzeuge sollen für Charterflüge zur Verfügung stehen. Um globale Operationen zu ermöglichen, hat Goldeck-Flug kürzlich eine Genehmigung als ausländischer Luftfrachtführer (Foreign Air Carrier Permit, FACP) in den Vereinigten Staaten beantragt.
Aktuelle Flotte und frühere Aktivitäten im Geschäftsreisejet-Sektor
Aktuell betreibt Goldeck-Flug zwei Flugzeuge des Typs PC-12/47E. Schindler erwähnte, daß das Unternehmen kürzlich die älteste Einheit dieses Typs verkauft und durch eine neue ersetzt habe. Derzeit ist lediglich eine PC-12/47E von der Basis Wiener Neustadt aus aktiv.
In der Vergangenheit verfügte Goldeck-Flug über eine beträchtliche Flotte von Geschäftsreisejets, die in den Jahren 2005-2006 neun Einheiten umfaßte. Das Unternehmen zog sich jedoch schrittweise aus diesem Segment zurück und gab seine letzte Citation Latitude im Jahr 2022 ab.
Hintergrund des Unternehmens
Goldeck-Flug gehört der ZMH GmbH, einer Beteiligungsgesellschaft der Haselsteiner Familien Privatstiftung, die von Hans Peter Haselsteiner, dem Gründer des Baukonzerns Strabag, gegründet wurde. Die Rückkehr in den Markt der Geschäftsreisejets deutet auf eine strategische Neuausrichtung oder eine Reaktion auf veränderte Marktbedingungen hin, möglicherweise im Zusammenhang mit den Interessen der Eigentümer. Die geplante Charterverfügbarkeit der neuen Jets könnte sowohl für Geschäfts- als auch für Privatreisende in Frage kommen.
Die Wahl von Wien als Basis unterstreicht die Bedeutung der Bundeshauptstadt als wichtiges Zentrum für die Geschäftsluftfahrt in Österreich. Es bleibt abzuwarten, von welchem der genannten Betreiber die Global Express XRS und die Challenger 300 übernommen werden und welche konkreten Pläne Goldeck-Flug für deren Einsatz hat. Die Beantragung der FACP in den USA deutet jedenfalls auf ambitionierte Pläne für internationale Charterflüge hin.