Die bulgarische Charterfluggesellschaft GP Aviation, die unter einem Schweizer Management operiert, hat ihre operative Flotte um eine weitere Maschine des Typs Boeing 737-400 ergänzt. Das Flugzeug wurde unter dem bulgarischen Luftfahrzeugkennzeichen LZ-GPC registriert.
Branchenberichten zufolge blickt die Passagiermaschine auf eine Dienstzeit von 34,5 Jahren zurück und war in der Vergangenheit für verschiedene europäische und internationale Fluggesellschaften im Einsatz. Nach Angaben des Unternehmens soll die zusätzliche Kapazität dazu dienen, das bestehende Linien- und Charternetz abzusichern und neue operationelle Einsatzmöglichkeiten im europäischen Flugverkehr zu generieren.
Mit diesem Flottenzugang verbleibt das Unternehmen bei seiner bisherigen Unternehmensphilosophie, auf ältere Flugzeuggenerationen der sogenannten Boeing-737-Classic-Reihe zu setzen. Die Flotte der GP Aviation besteht fast ausschließlich aus Modellen dieses Typs, die vor allem im ethnischen Linienverkehr sowie im Chartergeschäft zwischen Westeuropa und dem Balkan – insbesondere in den Kosovo – eingesetzt werden. Während andere europäische Anbieter diese Flugzeuggeneration aufgrund veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen schrittweise ausgemustert haben, schätzen Charterlinien die niedrigen Anschaffungs- und Leasingkosten dieser Baureihen, die sich besonders bei unregelmäßigen Umläufen oder saisonalen Spitzen wirtschaftlich darstellen lassen.
Luftfahrtexperten betrachten den Einsatz von über drei Jahrzehnte alten Passagierflugzeugen im europäischen Luftraum jedoch zunehmend kritisch. Zwar unterliegen auch ältere Flugzeuge den strengen Wartungsvorschriften der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), doch führen das fortgeschrittene Alter der Zelle und die veraltete Triebwerkstechnologie zu einem erhöhten Instandhaltungsaufwand und längeren Standzeiten in den Werften. Zudem weisen Flugzeuge der Baureihe 737-400 im Vergleich zu modernen Mustern einen deutlich höheren Treibstoffverbrauch pro Sitzplatzkilometer auf, was die Betriebskosten bei steigenden Kerosinpreisen empfindlich in die Höhe treiben kann.
Die Zuverlässigkeit im laufenden Flugbetrieb bleibt für kleine Charteranbieter bei der Nutzung älterer Flugzeuge das zentrale Risiko. Sollte es an stark frequentierten Wochenenden zu technischen Defekten kommen, ist die Beschaffung von spezifischen Ersatzteilen für die Classic-Modelle auf dem Weltmarkt oft zeitaufwendig, da viele Komponenten von den Herstellern nicht mehr serienmäßig produziert werden. GP Aviation muss daher durch eine vorausschauende Wartungsplanung sicherstellen, dass der Flottenzuwachs die gewünschte Flexibilität im Flugplan tatsächlich erhöht und nicht zu ungeplanten Verzögerungen im dichten Sommerflugverkehr führt.