Graz: Privatdetektiv schnüffelte für Austrian Airlines gegen Mitarbeiter im Krankenstand

Embraer 195 (Foto: Jan Gruber).
Embraer 195 (Foto: Jan Gruber).

Graz: Privatdetektiv schnüffelte für Austrian Airlines gegen Mitarbeiter im Krankenstand

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Ende Mai 2022 muss sich das Grazer Arbeitsgericht mit einem nicht alltäglichen Fall befassen: Austrian Airlines trennte sich von einem Techniker, der sich im Krankenstand befand. Die notwendigen „Beweise“, die zur fristlosen Entlassung geführt haben, soll ein Privatdetektiv geliefert haben.

Die österreichische Lufthansa-Tochter hat vor einiger Zeit die Station Graz geschlossen. Vor Ort hat man kein Personal mehr stationiert, da mittlerweile nur noch die Wien-Strecke bedient wird. Die dezentralen Routen nach Düsseldorf und Stuttgart werden mittlerweile von der Konzernschwester Eurowings angeboten. Daraus folgt: Man benötigt in der Steiermark keine Techniker mehr und hat diesen angeboten, dass diese künftig ihren Dienst an der Homebase Wien versehen können.

Allerdings scheint diese Option nicht bei allen gut angekommen zu sein und nun steht es auch Aussage gegen Aussage: Ein Wartungsmitarbeiter behauptet, dass für die Tätigkeit in Wien weniger Lohn bezahlt werden sollte. Gegenüber der Zeitung Heute führte er unter anderem aus, dass es zu diversen Unstimmigkeiten, beispielsweise im Bereich der Elternteilzeit gekommen sein soll. Er habe sich psychisch nicht mehr fit geführt und wurde daher ärztlich krankgeschrieben.

Nun soll Austrian Airlines einen Privatdetektiv beauftragt haben. Den Angaben des Betroffenen nach habe dieser Beschattungen durchgeführt und auch auf dem Privatgrundstück des AUA-Mitarbeiters Fotos von ihm und seinen Kindern angefertigt. Zunächst will er aber davon nichts bemerkt haben und erst nach dem Erhalt der fristlosen Entlassung davon erfahren haben.

Über einen Rechtsanwalt soll Austrian Airlines argumentieren, dass er während dem Krankenstand im Garten mit seinen Kindern gespielt habe. Heute zitiert aus dem Schreiben: „Fotos zeigen den Beklagten im Garten körperlich aktiv, mit seinen Kindern spielend sowie beim Genuss von Alkohol“. Das treibt den Techniker auf die Palme und vor dem Arbeitsgericht will er sich gegen die fristlose Entlassung zur Wehr setzen. Der erste Verhandlungstermin wird Ende Mai 2022 stattfinden.

Austrian Airlines wollte die durchaus pikante Angelegenheit unter Verweis auf das laufende Gerichtsverfahren nicht kommentieren. Wie die Sache ausgehen wird, liegt nun im Ermessen der zuständigen Richter.

1 Comment

  • M. , 23. Mai 2022 @ 19:20

    Entlassungen sind immer fristlos, was Sie meinen ist eine fristlose Kündigung! Übrigens fliegt OS Graz nach wie vor an. Wien-Graz ist nicht eingestellt worden.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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  • M. , 23. Mai 2022 @ 19:20

    Entlassungen sind immer fristlos, was Sie meinen ist eine fristlose Kündigung! Übrigens fliegt OS Graz nach wie vor an. Wien-Graz ist nicht eingestellt worden.

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